Cloud Computing ist im Mainstream angekommen

Tableau skizziert aktuelle Cloud-Trends

| Autor / Redakteur: Lars Milde * / Florian Karlstetter

Lars Milde von Tableau skizziert aktuelle Trends aus dem Cloud- und BI-Umfeld.
Lars Milde von Tableau skizziert aktuelle Trends aus dem Cloud- und BI-Umfeld. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Die Cloud liegt im Trend. Einer aktuellen Studie von BARC (Business Application Research Center) zufolge hat allein der Einsatz von Cloud-BI-Lösungen in den vergangenen drei Jahren um 50 Prozent zugelegt – von 29 Prozent auf 43 Prozent.

2016 sind Cloud-Technologien zum Mainstream geworden. Allerdings ist die Verlagerung von Daten und Anwendungen in die Cloud nicht über Nacht zu bewerkstelligen. Der Umstieg auf Hosted Computing und Cloud-Datenspeicher ist ein mehrjähriger Wandel in Etappen, auch den sich die IT-Abteilungen gründlich vorbereiten müssen – etwa durch die Entwicklung neuer Kompetenzen und die Rekrutierung von Mitarbeitern mit Cloud-Erfahrung ein. Ob Start-up- oder Großkonzern – Experten empfehlen eine langsame, aber stetige Verlagerung in die Cloud. Im Trend liegen vor allem Hybrid-Systemumfelder mit Daten, Software und Infrastruktur. Die folgenden zehn Trends werden diesen Wandel 2017 maßgeblich gestalten:

IT passt Schulungsangebote an Cloud-Themen an

Mit der zunehmenden Einführung von Cloud-Lösungen steigt die Nachfrage nach cloud-orientierten Schulungen für konkretes Know-how und neue Workflows. Um ihre Technologie-Roadmap umsetzen zu können, verlagert die IT ihr Kompetenzangebot: Schulungsprogramme konzentrieren sich auf Cloud-Sicherheit, gehostete Datenbanken und Infrastruktur als Service. Zudem suchen die IT-Manager nach Fachkräften mit Erfahrung in DevOps und Cloud-Plattformen wie AWS, Azure und Google Cloud-Plattform.

Auch ein neuer Ansatz in der IT ist zu beobachten: Wasserfallmethoden für mehrjährige Bereitstellungen am Standort waren lange Zeit der Standard. Aber mit der Cloud gehören Sorgen hinsichtlich Skalierbarkeit und Wartung beinahe der Vergangenheit an. Stattdessen übernimmt die IT agile Methoden, die kontinuierliche Entwicklung und Projektbereitstellung bieten. Gehostete Server, die einen POC unterstützen, werden jetzt beispielsweise als Einwegressource betrachtet. Sie können innerhalb von Stunden hoch- und heruntergefahren werden, sodass die IT neue Bandbreiten für strategisch wichtigere Projekte zur Verfügung hat.

Weiterführendes Material: The new role of IT (BetterCloud Monitor)

Unternehmen setzen auf hybride Lösungen

Viele CIOs können oder wollen nicht komplett auf die Cloud umstellen und entscheiden sich stattdessen für hybride Umgebungen am Standort und in der Cloud. Die Nachteile dabei: Die Daten sind über lokale Server und Cloud-Dienste hinweg fragmentiert, und viele Anwendungen lassen sich nur am Standort beziehungsweise nur in der Cloud bereitstellen.

Um innerhalb einer Hybridumgebung effizient zu sein, benötigen Unternehmen Lösungen, die am Standort und in der Cloud funktionieren, mit denen die Mitarbeiter also auf Daten zugreifen können, egal wo diese gespeichert sind. Unabhängig davon, ob sie ihre Daten am Standort oder in der Public Cloud bereitstellen oder ob sie einen vollständig gehosteten Service nutzen – das Unternehmen muss nur eine einzige Lösung investieren. Während Hybridumgebungen für den Endanwender wie ein geschlossenes System wirken, profitiert die IT davon, dass die Investitionen in Hybridsoftware auch dann relevant bleiben, wenn das Unternehmen den gesamten Betrieb in der Cloud abwickeln will.

Lesen Sie dazu auch: Vendors acknowledge the hybrid reality (451 Research)

IT-Abteilung und Anwender arbeiten zusammen

Mit schnell und einfach hochfahrenden, kostenlosen Testversionen führen viele Geschäftsanwender SaaS-Anwendungen ohne Wissen der IT ein. Dies kann Sicherheitslöcher, Lizenzierungsprobleme und eine Verbreitung nicht unterstützter Anwendungen zur Folge haben.

SaaS-Anwendungen dagegen lassen sich vollständig ins Unternehmen integrieren. Die IT kann Applikszionrn mit relevanten Datenströmen verbinden, Sicherheitsanforderungen mit SAML-Authentifizierung erfüllen und die Abrechnung durch geeignete Kanäle leiten. Und die Geschäftsanwender profitieren von einer deutlich verbesserten Nutzungserfahrung. Portale von IdPs wie OneLogin und Okta vereinfachen den Zugriff, interne IT-Experten bieten technischen Support. Zudem lassen sich die Anwendungen mit internen Systemen integrieren. Damit erhalten die Anwender die gewünschten Applikationen, ohne die Unternehmensrichtlinien umgehen zu müssen.

Weiterführendes Material: IT departments get a handle on shadow cloud (ZDNet)

Anwender gewinnen mehr Autonomie über ihre Software

Bei lokal installierter Software ist es schwierig für die IT, den Ausgleich zwischen der Sichtbarkeit bereitgestellter Anwendungen und der Flexibilität für den Endnutzer zu finden. Als Wächter der Unternehmensrichtlinien und Sicherheitsstandards muss die IT häufig die Berechtigungen zum Herunterladen von Programmen oder für Desktopanwendungen einschränken. Mit IT-bereitgestellten Anwendungen ist es dagegen nicht mehr erforderlich, die Softwarenutzung einzuschränken.

Gleichzeitig können die Administratoren die Nutzung jederzeit überwachen und Funktionen verwalten. Ob Authentifizierung, Datensicherheit oder Nutzerberechtigungen - die IT behält die Kontrolle, ohne die Nutzung einzuschränken. Die Anwender dürfen ihre Applikationen selbst auswählen und anpassen. Der Zugriff auf Spitzentechnologie gilt jetzt als ein wichtiger Beitrag zur allgemeinen Mitarbeiterzufriedenheit (siehe ein Report von Adobe). Auch durch die neue Autonomie über ihre Software werden die Mitarbeiter produktiver und zufriedener mit ihrem Workflow. Und damit helfen gehostete Anwendungen den Unternehmen, qualifizierte Mitarbeitern zu rekrutieren.

Weiterführendes Material: Making Sense of the SaaS Security Market (451 Research)

Gehostete Anwendungen optimieren den Geschäftsbetrieb

Der Geschäftsbetrieb erfordert erhebliche Investitionen in Soft- und Hardware sowie in Mitarbeiter, die das alles verwalten. Teuer sind vor allem massive Softwarelösungen, in die zahlreiche Anwendungen – von CRM-Services über ERP- und HR-Management integriert sind. Durch die monatelange Planung und anschließende Bereitstellung solcher Applikationen stehen sie der Agilität des Geschäftsbetriebs im Weg und verursachen hohe Betriebskosten.

Durch SaaS lassen sich diese monolithischen Anwendungen am Standort ersetzen und die typischen Probleme bei der Standortbereitstellung vermeiden. Mit gehostete Produkten wie denen von Concur, Zendesk, NetSuite, Workday und Tableau erhalten Unternehmen mehr Flexibilität und sind nicht mehr gezwungen Software manuell zu warten und zu aktualisieren. Und wenn Bereitstellungen am Standort weniger Zeit und Geld kosten, kann sich die IT auf Geschäftserkenntnisse und -innovationen konzentrieren.

Lesen Sie dazu auch: Is Enterprise SaaS Ready to Take Off? (CIO Dive) | Business @ Work (Okta)

Der langfristige Kundenerfolg rückt in den FokusIn der Welt der Cloud erfordern Softwarebereitstellungen weniger Anfangsinvestitionen in Zeit und Kosten. Kunden, die die Softwareaktualisierung bewerten, brauchen sich keine Gedanken mehr über hohe versteckte Kosten zu machen. Dadurch rücken Kundenzufriedenheit und Geschäftswert in den Mittelpunkt. Dabei umfassen die Vertriebsverpflichtungen immer häufiger den gesamten Lebenszyklus des Produkts beim Kunden. Die Cloud-Anbieter konzentrieren sich auf den langfristigen Erfolg und die Beziehungen zur IT-Abteilung und dem Geschäftsbetrieb. Sie bieten mehr Support, robustere Schulungsressourcen und eine bessere Betreuung während der Produkteinführung. Davon profitieren beide Seiten. Die Unternehmen haben mehr von ihren Investitionen, und die Anbieter gewinnen langfristige Kunden statt Einmalkäufer.

Weiterführendes Material: Cloud pushes vendors closer to customers (ZDNet)

Cloud-Service-Anbieter unterstützen in Compliance-Fragen

Neue behördliche Richtlinien zu Datenschutz und Datenhoheit stellen globale Unternehmen vor signifikante Herausforderungen. 2015 hat die Europäische Union einen Beschluss gegen Safe Harbor gefasst. Internationale Unternehmen mussten viele ihrer Compliance-Bemühungen anpassen. Im Juli 2016 forderte die Privacy Shield-Vereinbarung erneut Anstrengungen von den Unternehmen in Bezug auf Daten, die auf beiden Seiten des Atlantiks genutzt werden. Große Cloud-Anbieter können ihnen dabei helfen.

Cloud-Anbieter arbeiten global und unterhalten regionale Datenzentren, die den heutigen Vorschriften zur Datenhoheit gerecht werden. Dank umfassender Überwachungsmaßnahmen werden sie über Veränderungen bei den Vorschriften sofort informiert. Für Einzelunternehmen wären solche Maßnahmen viel zu teuer. Durch die Nutzung von Cloud-Services müssen Unternehmen keine teuren lokalen Datenzentren unterhalten und können sich stattdessen darauf konzentrieren, das eigene Geschäft zu entwickeln.

Weiterführendes Material: Privacy Shield (Forbes) | Cloud vendors adjust to new regulations (CIO)

Flexible Analysen: Lösung für die „letzte Meile“ beim Internet der Dinge (IoT)

Da die Cloud-Speicherung große Mengen von IoT-Daten verarbeiten kann, verlagert sich der Fokus von der Erfassung auf die Analyse. IoT-Daten sind allerdings häufig heterogen und werden auf unterschiedlichen Systemen gespeichert, von Hadoop-Clustern bis zu noSQL-Datenbanken. Es ist keine leichte Aufgabe, auf all diese Daten zuzugreifen und sie zu verstehen. Gefragt sind daher Analysetools, die eine nahtlose Verbindung zu einer großen Vielfalt von Cloud-gehosteten Datenquellen herstellen und diese kombinieren können. Mit diesen Tools lassen sich verschiedenste Datentypen untersuchen und visualisieren, ganz gleich, wo sie gespeichert sind.

Das neuseeländische Versorgungsunternehmen MainPower etwa setzt eine flexible BI-Lösung ein, um Daten aus mehreren Quellen und in unterschiedlichen Formaten zu analysieren. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher IoT-Daten in einer einzigen Ansicht kann das Unternehmen Problemregionen und Dienstleistungen mit schwacher Leistung schnell erkennen und auf dies Weise die Effizienz erhöhen und das Ergebnis verbessern.

Lesen Sie dazu auch: Das Problem der letzten Meile im Internet der Dinge und seine Lösung (Tableau)

Serviceanbieter wandeln sich zu zuverlässigen Beratern

Bislang konzentrierten sich die Serviceanbieter auf den technischen Support komplexer Softwarebereitstellungen. Im Cloud-Zeitalter entstehen Probleme, die im Zusammenhang mit der Bereitstellung am Standort stehen, gar nicht erst. Das entlastet die Serviceanbieter, denen damit mehr Zeit bleibt, ihre Kunden bei der Cloud-Bereitstellung zu betreuen - vom Änderungsmanagement bis zu Best Practices für die kulturelle Anpassung neuer Technologien. Damit erhöhen sie ihre Wertschöpfung und stehen ihren Kunden während der gesamten Verlagerung in die Cloud zur Seite.

Lesen Sie dazu auch: Evolution of the channel (Channelnomics)

Collaboration entwickelt sich zum Standard

Die Zusammenarbeit erfordert Zeit, und zwar viel Zeit. Kollaborative Aufgaben sind in der letzten Zeit um mehr als 50 Prozent gestiegen. Funktionen in Cloud-Anwendungen helfen, die Teamarbeit im Büro zu optimieren. Laut Studien herrscht hier aber noch Nachholbedarf. Übervolle Terminkalender, nicht enden wollende Besprechungen und ausufernde E-Mais verursachen Stress und lassen die Produktivität sinken. Cloud-Anwendungen schaffen Abhilfe - durch integrierte Tools für die Zusammenarbeit, etwa Chat innerhalb der Anwendung, Messaging und Kommentare.

Auch die Zusammenarbeit mit Daten wird einfacher. Moderne Analysetools integrieren Funktionen für den nahtlosen Austausch. Mit Hilfe von so genannten Self-Service-Lösungen können die Mitarbeiter ihre Daten und Dashboards untereinander auszutauschen, und zwar direkt im Browser. Ähnlich funktionieren intelligente Funktionen wie Abonnements und Empfehlungen die Zusammenarbeit in großen Gruppen. Die Mitarbeiter bleiben länger konzentriert und produktiver. Sie verwandeln die Zusammenarbeit auf effektive Weise von einer zeitaufwändigen zu einer Mehrwert-schaffenden Tätigkeit.

Lesen Sie dazu auch: Enterprise Collaboration: What businesses need to know (ITProPortal)

* Lars Milde, Senior Marketing Manager DACH & Eastern Europe bei Tableau

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