Hohe Speicherkosten machen Amazons KI-Ausbau teurer Microsoft und Amazon mit anhaltend starkem Cloud-Business

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Online-Handelsriese Amazon mischt über Amazon Web Services auch groß bei Cloud-Diensten mit. Und auch Microsofts Cloud-Geschäft bringt den Windows-Konzern auf neue Höhen. Beide Konzerne setzen massiv auf den KI-Boom.

Cloud-Services und künstliche Intelligenz treiben das Business von Amazon und Microsoft mit hohen Erwartungen für die weitere Geschäftsentwicklung.(Bild: ©  Aliaksandr Marko - stock.adobe.com)
Cloud-Services und künstliche Intelligenz treiben das Business von Amazon und Microsoft mit hohen Erwartungen für die weitere Geschäftsentwicklung.
(Bild: © Aliaksandr Marko - stock.adobe.com)

Amazon wird in diesem Jahr wegen stark gestiegener Speicherchip-Preise noch 20 Milliarden US-Dollar mehr in den Ausbau seiner Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) stecken. Konzernchef Andy Jassy schraubte die Prognose für Kapitalausgaben von 200 auf 220 Milliarden Dollar (derzeit rund 191 Mrd. Euro) hoch. Selbst damit werde man immer noch nicht genug Kapazitäten haben, um die Nachfrage der Kunden nach Rechenleistung zu erfüllen, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das werde sich wohl auch 2027 nicht ändern.

Der Handels- und Technologiekonzern profitiert vom aktuellen KI-Boom vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die der weltgrößten Anbieter von Rechenleistung aus dem Netz ist. Im vergangenen Quartal stieg der AWS-Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit Erlösen von rund 40,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Jassy sprach davon, dass sich selbst für 2028 bereits eine „bemerkenswerte“ Nachfrage abzeichne. Amazon glaube inzwischen, dass AWS beim jährlichen Umsatz mit der Zeit auch die Billionen-Marke überschreiten könne. An der Börse kamen die Zahlen und solcher Optimismus gut an: Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um zehn Prozent. Beim Facebook-Konzern Meta hatten die Anleger dagegen KI-Visionen von Gründer und Chef Mark Zuckerberg mit einem Kursminus von acht Prozent quittiert.

Zusätzlicher Gewinn durch Anthropic-Anteil

Insgesamt stieg der Amazon-Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden Dollar. Unterm Strich sprang der Gewinn von 18,1 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milliarden Dollar hoch. Allerdings schließt das auch zusätzliche Buchgewinne etwa durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic ein. Sie lagen vor Steuern bei 53,4 Milliarden Dollar.

Jassy verwies auch darauf, dass die Infrastruktur-Ausgaben derzeit besonders hoch seien, weil Amazon Rechenzentren von Grund auf neu baue. Wenn sie erst einmal fertig seien, würden die Gebäude mehr als 30 halten, während man nur alle 5 bis 6 Jahre die Computertechnik in ihnen erneuern werde.

Microsoft mit stärkstem Cloud-Wachstum seit Jahren

Der Software-Riese Microsoft profitiert ebenfalls von einem beschleunigten Wachstum in seinem Cloud-Geschäft. Im vergangenen Quartal stiegen die Erlöse der Cloud-Plattform Azure um 43 Prozent – das war der stärkste Zuwachs seit vier Jahren. Finanzchefin Amy Hood signalisierte zugleich in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass der Konzern seine Investitionen in KI-Infrastruktur zähmen wolle, statt sie wie andere Tech-Konzerne weiter zu erhöhen. Das hörten die Anleger gern: Die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent zu.

Im vergangenen Quartal stiegen die Kapitalausgaben um 70 Prozent auf 41 Milliarden Dollar. Zugleich sagte Hood, dass für das gesamte laufende Geschäftsjahr eher eine Investitionssumme von rund 175 Milliarden Dollar herauskommen werde, statt der zuvor in Aussicht gestellten bis zu 190 Milliarden Dollar.

Laut Firmenchef Satya Nadella kommt der Konzern inzwischen auf mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer seines KI-Angebots Microsoft 365 Copilot. Drei Monate zuvor waren es noch rund zehn Millionen weniger gewesen.

Im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr stieg der Microsoft-Umsatz insgesamt um 18 Prozent auf 332 Milliarden Dollar (290 Mrd. Euro). Unter dem Strich zog der Gewinn um fast ein Drittel auf knapp 134 Milliarden Dollar an.

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