Definition: Cloud Computing

Was ist Cloud Computing?

| Autor / Redakteur: Michael Radtke / Florian Karlstetter

Cloud Computing ist per Definition die Bereitstellung von IT-Ressourcen über ein Netzwerk. Die verschiedenen Service- und Liefermodelle des Cloud Computing im Überblick.
Cloud Computing ist per Definition die Bereitstellung von IT-Ressourcen über ein Netzwerk. Die verschiedenen Service- und Liefermodelle des Cloud Computing im Überblick. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Beim Cloud Computing geht es prinzipiell um die dynamische Bereitstellung von Anwendungen auf Abruf und den entsprechenden IT-Ressourcen über ein Netzwerk, meistens über das Internet. Die jeweiligen Dienstanbieter und Service-Provider rechnen die Nutzung dabei im Abo-Modell zu nutzungsabhängigen Preisen - pay-per use - ab. Amazon Web Services, Microsoft und Google zählen zu den führenden Anbietern im Cloud-Computing-Umfeld.

Durch die Verlagerung in die Cloud - oft auch als Outsourcing bezeichnet- kann die Ausführung von Programmen komplett über das Internet erfolgen; Installationen auf dem lokalen Rechner sind somit in aller Regel nicht mehr nötig. Über technische Schnittstellen, Protokolle, oder auch einen Web-Browser erfolgt dann sowohl Angebot als auch Nutzung dieser Dienstleistung.

Die Datenbereitstellung und -verarbeitung in der Cloud beitet Unternehmen zahlreiche Vorteile: je nach Auslastung lassen sich benötigte Kapazitäten dynamisch bereitstellen, also beliebig skalieren. Die Abrechnung erfolgt nach der tatsächlichen Nutzung - pay per use, auch eine langfristige Bindung in Form von starren Lizenzbedingungen entfällt in den allermeisten Fällen.

Die Servicemodelle des Cloud Computing

Nach einer Definition des National Institute of Standards and Technology (NIST) aus dem Jahr 2009 lässt sich Cloud Computing prinzipiell in drei unterschiedliche Servicemodelle unterteilen: Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS).

Zusätzlich nennt das NIST noch folgende vier Liefermodelle:

- Public Cloud
- Private Cloud
- Hybrid Cloud
- Community Cloud

Mittlerweile haben sich außerdem diverse Mischformen der oben genannten Cloud-Typen etabliert. Hierzu gehören etwa die Virtual Private Cloud als eine private Rechnerwolke auf öffentlich-zugänglichen IT-Infrastrukturen; oder auch die Multi Cloud, also die Bündelung verschiedener Cloud Computing Dienste.

Infrastructure-as-a-Service (IaaS): Individuelle Gestaltung virtueller Computer-Cluster

Cloud Computing lässt sich in drei unterschiedliche Servicemodelle unterteilen. Wenn sich Nutzer zum Beispiel individuelle virtuelle Computer-Cluster gestalten möchten, stellt das Modell Infrastructure-as-a-Service (IaaS) die beste Lösung dar. Hierbei sind die Nutzer für die Auswahl, für die Einrichtung, für den Betrieb sowie auch für das Funktionieren der Software zu jeder Zeit selbst verantwortlich. Die Rechnerwolken bieten in diesem Fall Nutzungszugang zu Rechnern, Speichern und sonstigen virtualisierten Computerhardware-Ressourcen.

Platform-as-a-Service (PaaS): Zugang zu Laufzeit- und Programmierungsumgebungen

Demgegenüber entwickeln Nutzer mit dem Modell Platform-as-a-Service ihre eigenen Software-Anwendungen oder aber lassen diese innerhalb einer vom jeweiligen Dienstanbieter bereit gestellten und betriebenen Softwareumgebung ausführen. Die Cloud bietet dabei den Zugang zu Laufzeit- und Programmierungsumgebungen, für die dynamisch anpassbare, flexible Rechen- und Datenkapazitäten charakteristisch sind.

Software-as-a-Service (SaaS): Zugang zu Anwendungsprogrammen und Software-Sammlungen

Zudem kann auch auf das Modell Software-as-a-Service zurückgegriffen werden. In diesem Fall offerieren die Rechnerwolken einen Zugang zu Anwendungsprogrammen und Software-Sammlungen, die kompatibel zur jeweiligen Infrastruktur ausgewählt werden können. Dieses Modell ist auch als Software-on-demand bekannt.

Public, Private, Hybrid: gängige Liefermodelle der Cloud

Beim Cloud Computing gelten vier relevante Liefermodelle als etabliert: Im Segment Public Cloud vermieten die jeweiligen Dienstanbieter dabei IT-Infrastrukturen, wobei sich die Bezahlung nach dem tatsächlichen Verbrauch bzw. Nutzungsgrad richtet. Die private Rechnerwolke (Private Cloud) bietet demgegenüber Zugang zu abstrahierten IT-Infrastrukturen, wobei sich die benötigte Hardware innerhalb des eigenen Unternehmens respektive der eigenen Organisationen befindet.

Die Hybrid Cloud wiederum erlaubt den Zugriff auf abstrahierte IT-Infrastrukturen aus den Segmenten Private Clouds und Public Clouds; dieses Liefermodell ist explizit auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten. Als viertes Liefermodell steht dann noch die Community Cloud zur Verfügung. Bei diesem Modell werden in erster Linie Nutzerkreise angesprochen, die meist örtlich verteilt sind. Hinzu kommen dann noch Liefermodelle, die Mischformen aus diesen vier Modellen bilden.

Die Vorteile von Cloud Computing auf einen Blick

Cloud Computing bietet grundsätzlich dem jeweiligen Nutzer die Möglichkeit, über das Internet auf Server, auf Datenbanken, auf Speicher sowie auf Anwendungsservices Zugriff zu erlangen. Entsprechende Cloud-Service-Provider (CSPs), also Anbieter betreiben und verwalten die für diese Anwendungsservices erforderliche Hardware, die direkt mit dem Netzwerk des Nutzers verbunden ist. Über eine spezielle Webanwendung können diese die erforderlichen Ressourcen bereitstellen und nutzen.

Folgende Vorteile lassen sich dabei identifizieren:

  • Nutzer von Cloud Computing können auf bedarfsgerechte Kapazitäten zugreifen. Nach kurzfristiger Ankündigung kann der Kapazitätsbedarf dann fallspezifisch immer wieder den aktuellen Erfordernissen und Gegebenheiten angepasst werden.
  • Zudem können Anwender von massiven Größenvorteilen der Anbieter nachhaltig profitieren, da die hohen Nutzungsraten zu niedrigeren Preisen führen. In der Regel ist die Preisgestaltung nämlich nutzungsabhängig (Pay-per-use-Modell).
  • Es muss lediglich für EDV-Ressourcen gezahlt werden, die auch tatsächlich in Anspruch genommen werden. Investitionskosten, zum Beispiel für eigene Server und Rechenzentren fallen beim Outsourcing komplett weg,
  • Agilität und Tempo werden erhöht. Da neue IT-Ressourcen in einer Cloud Computing Umgebung stets zeitnah zur Verfügung stehen, erhöht sich die Agilität eines Unternehmens enorm. Denn der Aufwand für Entwicklung und Experimente sowie die Kosten sinken in einem wesentlichen Umfang.
  • Entsprechende Anwendungen können weltweit in mehreren Regionen schnell in Betrieb genommen werden. So erhöhen Unternehmen ihre globale Reichweite quasi in Minutenschnelle.
  • Es fallen keinerlei Kosten für den Betrieb von eigenen Servern, der allgemeinen Datenverarbeitung oder etwa für die Wartung von Rechenzentren an.
Was sind die Vorteile des Cloud Computing?

Definition: Vorteile von Cloud Computing

Was sind die Vorteile des Cloud Computing?

25.05.17 - Cloud Computing bietet viele Vorteile. Nicht nur junge und kleine Unternehmen und Start-Ups setzen verstärkt auf die Leistungen aus der Cloud, sondern auch große und etablierte Unternehmen nutzen verstärkt die neuen Möglichkeiten und verbessern somit ihr wirtschaftliches Standing. lesen

Was ist die richtige Cloud-Strategie?

Definition zum Begriff „Cloud-Strategie“

Was ist die richtige Cloud-Strategie?

01.09.16 - Die kriegerischen Wurzeln des Begriffes „Strategie“ beschreiben auch Entwicklungen auf dem Cloud-Markt treffend, denn hier kämpfen Anbieter und Käufer um wirtschaftliche Vorteile und bestmögliche Effizienz. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Alltägliche Büroaufgaben wandern auf Smartphone und Tablet

CLOUD 2018 Technology & Services Conference

Alltägliche Büroaufgaben wandern auf Smartphone und Tablet

Hybrides Cloud Computing hat sich als das bevorzugte Cloud-Betriebsmodell in Deutschland entwickelt. Besonders neueste Technologien wie Container, IIoT und KI/ML funktionieren je nach Anforderung sowohl in Multi-Cloud- als auch in Hybrid-Ansätzen. Auf der „CLOUD 2018 Technology & Services Conference“ werden die Konsequenzen erläutert. lesen

Sind Cloud-Speicher und DSGVO ein Widerspruch?

Cloud und die Datenschutz-Grundverordnung

Sind Cloud-Speicher und DSGVO ein Widerspruch?

Die Cloud aus der heutigen Arbeitswelt eigentlich nicht mehr wegzudenken. Speziell Cloud-Speicher spielen in vielen Unternehmen eine wichtige Rolle und helfen bei der effizienten, gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten, ohne Gefahr zu laufen, dass Informationen verloren gehen. Die Cloud ist also eigentlich eine tolle Sache, wäre da nicht der Datenschutz und die DSGVO. lesen

Microsoft passt Preise für On-Premises- und Cloud-Nutzung an

Neue Preisliste ab Oktober 2018

Microsoft passt Preise für On-Premises- und Cloud-Nutzung an

Zum 1. Oktober dieses Jahres will Microsoft die Preise für seine On-Premises- und Cloud-Produkte ändern. Unter anderem informierte der Software-Hersteller in seinem Partnerportal auch über die Preispolitik für Microsoft Office 2019. lesen

Vertrauen ist gut, Open-Source ist besser!

Luckycloud propagiert sicheren Cloud-Speicher

Vertrauen ist gut, Open-Source ist besser!

Sichere Datenspeicherung in der Cloud ohne unbefugte Zugriffe - geht das heutzutage eigentlich noch? Laut einer Bitkom Studie gehören die Themengebiete „IT-Sicherheit“ und „Cloud-Computing“ zu den Top-Themen in der Digitalwirtschaft. Trotz der zunehmenden Digitalisierung herrscht bei vielen Personen und Unternehmen immer noch Misstrauen und Unsicherheit, was die Benutzung von Cloud-Diensten angeht. lesen

Multi-Clouds bringen es

Eine Plattform alleine reicht nicht

Multi-Clouds bringen es

Die Cloud wird populär. Doch Forrester bemängelt in einer Studie, dass es keine einzige Plattform gibt, die alle Leistungen abdeckt. Entsprechend liegt die Zukunft in der Multi-Cloud, was mittlerweile viele Unternehmen erkannt haben. lesen

In China weht Gegenwind in Orkanstärke

Warum sind westliche Internetfirmen in China gescheitert? – Teil 2

In China weht Gegenwind in Orkanstärke

In fast allen Ländern der Welt agieren westliche Internetfirmen äußerst erfolgreich. Kein Wunder also, dass auch eine der größten Marktwirtschaften der Welt – China – auf der Wunschliste für die zukünftige Geschäftsausweitung zahlreicher ITK- und Internetunternehmen steht. lesen

Cloud-Sicherheit durch CASB und Verhaltensanalyse

Cloud Security

Cloud-Sicherheit durch CASB und Verhaltensanalyse

Im Zuge der Digitalisierung und steigender Datenmengen setzen Unternehmen immer mehr auf Cloud-Lösungen und -Provider. In einer digitalen Welt ohne klare Grenzen ist aber der Faktor Mensch als Schnittstelle zwischen Anwender, kritischen Daten und geistigem Eigentum ausschlaggebend für ein ganzheitliches Sicherheitskonzept. lesen

Quo vadis, Cloud Computing?

Cloud 2018 Technology & Services Conference

Quo vadis, Cloud Computing?

Differenzierung ist das Schlagwort, um sich auch als kleinerer Cloud-Anbieter gegen die großen Hyperscaler behaupten zu können. Ein ökonomischer und technologischer Ausblick von Professor Hinz von der Goethe Universität in Frankfurt im Vorfeld der „Cloud 2018 Technology & Services Conference“ im September. lesen

Neue Version 6.3 des Seafile Professional Server

SeaDrive Client steht kurz vor Version 1.0

Neue Version 6.3 des Seafile Professional Server

Seafile hat seine Sync- und Sharing-Lösung weiterentwickelt. Ab sofort steht Version 6.3 des Seafile Servers Professional Edition mit neuen Funktionen und Detailverbesserungen bereit. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44406595 / Definitionen)