Definition: Software-as-a-Service (SaaS)

Was ist Software as a Service?

| Autor / Redakteur: Blue Floyd / Florian Karlstetter

Software as a Service (SaaS) per Definition.
Software as a Service (SaaS) per Definition. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Software as a Service - abgekürzt SaaS - bezeichnet ein Distributionsmodell für Anwendungen über den Webbrowser. SaaS wird als Teilbereich des Cloud Computings verstanden, da angeforderte Applikationen nie direkt auf dem Gerät des Nutzers vorhanden sind.

Software as a Service als Vertriebsmodell: SaaS benötigt immer einen im Hintergrund agierenden Dienstleister, der die Software zur Verfügung stellt. Beispiele sind etwa Content Management Systeme wie TYPO3, Joomla! und WordPress, oder auch Office-Lösungen von Microsoft (Office 365, Dynamics 365). Nutzer verwenden damit Büro-Software wie Word oder Excel online, der E-Mail-Abruf über Outlook kann ebenfalls über den Webbrowser erfolgen. Für den Anwender ergibt sich daraus der Vorteil, die Software nicht installieren zu müssen. Es reicht, sie im Browser aufzurufen. Dies erleichtert auch den Zugriff auf jene Software von jedem beliebigen Ort.

Warum wird Software as a Service eingesetzt?

Für Unternehmen ergibt diese Form des Cloud Computings mehrere Vorteile, darunter:

  • Das Investitionsrisiko in neue Software, die unter Umständen auch mit der Anschaffung neuer Hardware einhergeht, entfällt. Die komplette Infrastruktur stellt der Betreiber zur Verfügung. Softwarelizenzen müssen nicht gekauft werden, was zu einer besseren Kostenkontrolle führt.
  • Jene Kosten hängen nicht von der Anzahl der gekauften Lizenzen ab. Stattdessen rechnet der SaaS-Betreiber direkt für den Nutzungszeitraum ab. Werden für einen Zeitraum von beispielsweise drei Monaten bestimmte Office-Lösungen benötigt, kann das Unternehmen diese mieten, ohne Geld in wesentlich teurere Lizenzen zu investieren.
  • Es handelt sich um standardisierte Lösungen, die unabhängig vom Betriebssystem verwendbar sind. Dies beschleunigt die Implementierung von SaaS-Lösungen und macht den Kauf neuer Hardware überflüssig.
  • Anwender greifen von Smartphones, Notebooks und Desktop-PCs auf den Service zu. Sofern eine Internetverbindung besteht, ist ein hohes Maß der Mobilität gegeben, was abhängig vom Geschäftsmodell ein großer Vorteil sein kann.

Zwei unabhängig voneinander geführte Studien (der Yankee Group und von McKinsey & Company) haben ergeben, dass Unternehmen Kosten in Höhe von bis zu 30 Prozent durch SaaS einsparen können. Dies trifft sowohl auf KMU als auch große Konzerne zu.

Nachteile von Software as a Service

Ein großer Nachteil besteht darin, sich von einem bestimmten Servicebetreiber abhängig zu machen. Die verwendete Software gehört nicht dem Unternehmen selbst und ist auch nicht Open Source, sodass keine eigene Weiterentwicklung stattfinden kann. In bestimmten Fällen (Einstellung der Software aus diversen Gründen, Insolvenz des Servicebetreibers) kann dies dazu führen, dass Software nicht länger verfügbar ist, die jedoch tief in den Geschäftsablauf integriert ist.

Weiterhin ist es selten möglich, Software den eigenen Vorstellungen gemäß zu konfigurieren, da der Betreiber dies übernimmt. Erfüllt die SaaS-Lösung nicht die gewünschten Bedingungen, gibt es meist kein Mittel, dagegen vorzugehen. Darüber hinaus besteht in großer Nachteil hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit von Daten. In-House findet dies beispielsweise über Gigabit-Ethernet statt, wovon KMU in Deutschland über das Internet jedoch noch weit entfernt sind. Der Transfer großer Datenmengen wird dadurch stark eingeschränkt.

Ein letzter Nachteil besteht durch die Weitergabe von Daten an Dritte. On-Premise-Lösungen speichern Datensätze auf physisch vorhandenen Festplatten im Unternehmen. SaaS-Betreiber lagern diese Daten auf eigenen Servern. Ob diese Rechenzentren in sicheren Umgebungen zu finden sind, sollte daher Gegenstand von Untersuchungen sein, die vor der Partnerschaft mit dem SaaS-Betreiber durchzuführen sind.

Bedeutung von SaaS für Betreiber

Software as a Service ist für Servicebetreiber ein probates Mittel, um Datenpiraterie "echter" Software vorzubeugen. Die zentrale Verwaltung der Software lässt sich ohne Zugriff auf die Server des Betreibers praktisch nicht emulieren. Ergo entfällt die Möglichkeit, die Software selbst in Betrieb zu nehmen. Da es sich häufig um Abo-Modelle handelt, über die SaaS-Lösungen verteilt werden, besteht außerdem ein konstanter Strom von Einnahmen, die oft über Monate oder Jahre planbar sind. Entwickler, die klassische Software über das Lizenzmodell verkaufen, erleben hingegen in der Regel große Umsatzspitzen zu Neuveröffentlichungen und anschließend einen drastisch einbrechenden Umsatz.

Es besteht jedoch ein nicht zu vernachlässigendes Umsatzrisiko, da der Servicebetreiber nicht nur die Software selbst entwickelt, sondern auch die IT-Infrastruktur im Hintergrund bereitstellen muss. Bewährt sich das SaaS-Konzept für diesen Betreiber nicht, droht ein hoher Kapitalverlust. Derzeit müssen SaaS-Betreiber außerdem die noch nicht zu 100 Prozent gegebene Akzeptanz auf dem Markt berücksichtigen. Als vergleichsweise neues Vertriebsmodell für Software kann Software as a Service noch nicht auf das Vertrauen schauen, das "klassische" Softwarelösungen erhalten. Weitere Investitionen sind im Bereich der Sicherheit notwendig, da der Betreiber nun auch für die Sicherheit der Daten der Kunden haften muss.

Bedeutung von Software as a Service

Weltweit befindet sich SaaS im Wachstum. Im Jahr 2010 konnte die gesamte SaaS-Branche global auf ein Umsatzvolumen von 10,75 Milliarden US-Dollar schauen. Fünf Jahre später hatte sich das Marktvolumen bereits auf 31,4 Milliarden US-Dollar gesteigert. Im Jahr 2017 werden es nach Schätzungen 46,33 Milliarden US-Dollar. Bis ins Jahr 2020 prognostizieren Auswertungen des derzeitigen Wachstums einen Anstieg auf 75,73 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 750 Prozent innerhalb von zehn Jahren. In Deutschland selbst ist ebenfalls ein wachsender Trend über die kommenden Jahre zu verzeichnen, der in naher Zukunft auch nicht abnehmen wird.

Was ist Platform as a Service?

Definition: Platform-as-a-Service (PaaS)

Was ist Platform as a Service?

18.07.17 - Platform as a Service (abgekürzt PaaS) bezeichnet eine Cloudumgebung, die eine Plattform für die Entwicklung von Anwendungen im Internet bereitstellt. PaaS ist eng mit anderen Services, wie SaaS oder auch IaaS verwandt. lesen

Was ist Infrastructure as a Service?

Definition: Infrastructure as a Service (IaaS) - IT-Ressourcen aus der Cloud

Was ist Infrastructure as a Service?

12.05.17 - Infrastructure as a Service, abgekürzt IaaS, ist eines der drei Servicemodelle des Cloud Computings. Es bietet dem Nutzer die typischen Komponenten einer Rechenzentrumsinfrastruktur wie Hardware, Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkressourcen aus der Cloud. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

So geht die Datenspeicherung in der Multicloud

Cloud 2019 Technology & Services Conference

So geht die Datenspeicherung in der Multicloud

Am 10. September beginnt in Bonn die Veranstaltungsreihe „Cloud 2019 Technology & Services Conference“ mit Fachvorträgen, Live Demos und Technologie Outlooks statt. Jeweils um 11:45 Uhr startet ein Roundtable zum Thema „Wie speichere ich Daten (effizient) in Cloud-Infrastrukturen?“ unter Leitung von Harald Seipp, Gründer & Leiter Kompetenzzentrum für Cloud-Speichertechnologien bei IBM. lesen

Schatten-IT: Herausforderung für IT-Leiter

Riskante Praktiken

Schatten-IT: Herausforderung für IT-Leiter

Ein Phänomen in vielen Unternehmen: Anwender nutzen trotz bereits zur Verfügung gestellter Dienste vermehrt Lösungen von Dritten. Cybersecurity-Hersteller Stormshield verweist auf die Gefahren einer solchen Schatten-IT und nennt Möglichkeiten, wie IT-Leiter dagegen vorgehen können. lesen

Die fünf (oder sechs) möglichen Wege in die Cloud

Cloud 2019 Technology & Services Conference

Die fünf (oder sechs) möglichen Wege in die Cloud

Bei der Cloud-Migration gilt es, technische, aber auch organisatorische Perspektiven zu beachten. Was ändert sich in der Art zu arbeiten? Welche Strukturen müssen aufgebaut werden, um Lücken in den Prozessen und Fähigkeiten zu finden und diese anzugehen? Welcher Weg in die Cloud ist in Ihrer Lage der Richtige? lesen

Security as a Service wächst am stärksten

Softshell Vendor Report 2019

Security as a Service wächst am stärksten

Der Value Added Distributor Softshell veröffentlicht den „Vendor Report 2019“. Der Report, der schon zum fünften Mal in jährlicher Folge erscheint, gibt einen Überblick über den globalen Markt der Cybersecurity-Anbieter. lesen

Spät aber umfassend: Oracles Blockchain-Technik

Oracle Blockchain Platform

Spät aber umfassend: Oracles Blockchain-Technik

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, seit Oracle seine Blockchain-Technik vorstellte. Zu dem Zeitpunkt waren die Lösungen der Mitbewerber wie IBM, SAP, HPE, Microsoft oder Amazon Web Services bereits am Markt. lesen

Was ist Container as a Service (CaaS)?

Definition: Container-basierte Virtualisierung aus der Cloud

Was ist Container as a Service (CaaS)?

CaaS ist ein Cloud-Computing-Modell, das Container-basierte Virtualisierungsleistungen als Service aus dem Netz bereitstellt. Es ist zwischen den Modellen Infrastructure as a Service und Platform as a Service angesiedelt. Zahlreiche Public-Cloud-Anbieter wie Microsoft, Google und Amazon stellen Kunden CaaS-Angebote zur Verfügung. lesen

Verschlüsselung und Tokenisierung reichen nicht!

CLOUD Act vs. DSGVO

Verschlüsselung und Tokenisierung reichen nicht!

Der CLOUD Act stellt Unternehmen in Europa vor Herausforderungen. US-Behörden dürfen auf Daten zugreifen, die auf Servern in Europa liegen, solange sie von US-Hostern oder Cloud-Anbietern bzw. deren ausländischen Ablegern verarbeitet oder gespeichert wurden. US-Anbieter empfehlen daher, Daten technisch zu verschleiern. Doch schützt das die Daten vor dem Zugriff? lesen

Rechtliche und technische Hürden beim Betreiben mehrerer Clouds meistern

CLOUD 2019 – Technology & Services Conference

Rechtliche und technische Hürden beim Betreiben mehrerer Clouds meistern

Wir sind mittendrin im großen Zeitenwechsel – von On Premises sicher in die Cloud. Uwe Scheuber, Director Microsoft Business & Cloud, Fujitsu Technology Solutions, zeigt im Vorfeld der CLOUD 2019, rechtliche und technische Hürden beim Multi-Cloud-Management auf. lesen

Hybride IT und Multi-Cloud-Umgebungen verwalten

Navigationssystem für das digitale Unternehmen

Hybride IT und Multi-Cloud-Umgebungen verwalten

Die IT-Welt in Unternehmen wird immer komplexer. Neben traditionellen IT-Systemen kommen Private Clouds sowie Public-Cloud-Dienste unterschiedlicher Anbieter zum Einsatz. Daher ist eine Lösung unverzichtbar, mit der sich alle diese Ressourcen „orchestrieren“ lassen. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44733515 / Definitionen)