Definition: IT-Infrastruktur für Cloud Computing

Was ist eine Cloud-Infrastruktur?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Der Begriff Cloud-Infrastruktur - aus Nutzersicht und Betreiber-Perspektive erklärt.
Der Begriff Cloud-Infrastruktur - aus Nutzersicht und Betreiber-Perspektive erklärt. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Einerseits stellt die Cloud Ressourcen bereit – andererseits benötigt die Cloud selbst Ressourcen, um überhaupt zu existieren. Der Begriff „Cloud-Infrastruktur“ beschreibt beide Aspekte.

Je nachdem wie man sich dem Thema nähert, kann Cloud-Infrastruktur für zwei komplett unterschiedliche Dinge stehen. Aus Nutzersicht sind Cloud-Infrastrukturen gleichbedeutend mit einem abstrakten Ressourcenpool, aus dem man sich beliebig bedienen kann. Cloud-Betreiber dürften mit dem Thema jedoch eher die Hard- und Software verbinden, von denen die Nutzer eines Clouddienstes keine konkrete Vorstellung haben.

Cloud-Infrastruktur aus Betreibersicht

Für Betreiber zählt zur Cloud-Infrastruktur alles was nötig ist, um eine Cloud aufzusetzen und zu betreiben. Um entsprechende Dienste zu liefern braucht es einerseits Hardware. Hierzu gehören Standardserver, Netzwerkkomponenten und Speichersysteme (Compute, Network, Storage). Hinzu kommen selbst realisierte oder über Drittanbieter angemietete Verbindungen zwischen Rechenzentren (Data Center Interconnect, DCI). Schließlich benötigen Provider auch entsprechende Software, um ihre Geräte effizient zu betreiben und zu skalieren – sowie erbrachte Leistungen beim Kunden abzurechnen.

In der Regel sitzt direkt auf der Serverhardware eine Virtualisierungsschicht, auf der virtuelle Maschinen laufen. Damit Workloads und Anwendungen tatsächlich elastisch und mit garantierter Leistung bereitgestellt werden können, erleichtern Verwaltungswerkzeuge das Management und realisieren den Zugriff auf Schnittstellen und Sicherheitsfunktionen. Entsprechende Tools müssen insbesondere auch gewährleisten, dass die Cloud auch dann noch verfügbar ist, wenn Wartungen nötig sind oder Updates und Patches eingespielt werden.

Überdies sollten Rechenzentrumsbetreiber auch die Hardware riesiger Cloud-Infrastrukturen möglichst effizient installieren und erweitern können: Das gelingt beispielsweise mit hyperkonvergenten Systemen (Hyperconverged Infrastructure; HCI): Die bündeln Rechenleistung, Massenspeicher und Netzwerk in vorkonfigurierten Appliances und erleichtern so eine lineare Skalierbarkeit. Zudem sind am Markt weitere, vorkonfigurierte Cloud-Infrastrukturlösungen erhältlich, die Hard- und Software bereits vereinen.

Manchmal ist der Leidensdruck von Rechenzentrumsbetreibern offenbar auch so groß, dass diese eigene Lösungen für ihre Clouds entwerfen. So arbeitet das ursprünglich von Facebook initiierte Open Compute Project an standardisierten, effizienten und bezahlbaren Hardware-Designs für rasant wachsende Rechenzentren. Mit OpenStack haben Rackspace und NASA zudem ein Cloudbetriebssystem ins Leben gerufen, das die Hardware verschiedenster Hersteller zu einem einheitlichen Ressourcenpool zusammenfassen kann.

Was ist OpenStack?

Definition: OpenStack - vom Softwareprojekt zum Cloud-OS

Was ist OpenStack?

11.09.17 - OpenStack wurde als Open-Source-Cloud-Betriebssystem konzipiert. Mit der Software sollen Organisationen aller Größen Clouddienste erstellen und anbieten können, die auf Standardhardware basieren. lesen

Cloud-Infrastruktur aus Verbrauchersicht

Für Cloudnutzer ist es zunächst einmal ganz gleichgültig und nicht direkt ersichtlich, über welche Hardware sie auf IaaS, PaaS oder SaaS zugreifen. Im Vordergrund stehen vielmehr Ressourcen, die sich flexibler und effizienter verwalten und nutzen lassen als die traditionelle IT im Serverraum.

In diesem abstrakteren Kontext lässt sich die IT-Infrastruktur über Service- und Liefermodelle charakterisieren. IaaS, PaaS und SaaS beschreiben etwa, ob Infrastrukturen, Plattformen oder Softwareprogramm als Dienstleistung genutzt werden. Das Liefermodell beantwortet die Frage, ob Kunden exklusiv (Private Cloud), mit anderen (Public Cloud) oder im kleineren Nutzerkreis (Community Cloud) auf Cloud-Infrastrukturen zugreifen.

Beide Rollen zugleich

Während Provider also IT-Ressourcen effizient bereitstellen müssen, wollen Nutzer flexibel auf Clouddienste zugreifen. Insbesondere für große Unternehmen kann es sinnvoll sein, beide Rollen einzunehmen – um strenge Compliance-Vorgaben zu erfüllen oder eigene Ressourcen im Rechenzentrum effizienter zu verwalten und zu nutzen als mit traditionellen Architekturen.

Auf Virtualisierungstechniken aufbauend können Organisationen ihre IT dementsprechend elastisch gestalten und Ressourcen flexibel zuweisen. In solch einer Private Cloud werden dann virtualisierte Ressourcen zusammengefasst und nach Bedarf den jeweiligen Fachabteilungen und Anwendern zur Verfügung gestellt. Nutzer beziehen Leistungen per On-demand self-service und können auf (aus Nutzersicht nahezu) unbegrenzte IT-Kapazitäten zugreifen, die sich automatisiert an Laständerungen anpassen können (Skalierbarkeit). IT-Verantwortliche sind derweil in der Lage, die genutzten Services zu messen und nach Kostenstellen abzurechnen.

Im Rahmen hybrider Clouds lassen sich Organisations-interne Cloud-Infrastrukturen überdies mit externen Dienstleistungen kombinieren.

Was ist eine Hybrid Cloud?

Definition: Hybrid Cloud - Mischform aus Private und Public Cloud

Was ist eine Hybrid Cloud?

23.08.17 - Bei der Hybrid Cloud handelt es sich um eine Mischform der beiden Cloud-Konzepte Private Cloud und Public Cloud. Sie versucht die Vorteile beider Cloud-Modelle in einem gemeinsamen Konzept zu vereinen und lässt sich auch für datenschutzkritische Anwendungen einsetzen. lesen

Was ist Infrastructure as a Service?

Definition: Infrastructure as a Service (IaaS) - IT-Ressourcen aus der Cloud

Was ist Infrastructure as a Service?

12.05.17 - Infrastructure as a Service, abgekürzt IaaS, ist eines der drei Servicemodelle des Cloud Computings. Es bietet dem Nutzer die typischen Komponenten einer Rechenzentrumsinfrastruktur wie Hardware, Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkressourcen aus der Cloud. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Google: „Wir zwingen Kunden nicht auf unsere Cloud“

Google Cloud Summit 2018 in München

Google: „Wir zwingen Kunden nicht auf unsere Cloud“

Ein Feuerwerk an Neuankündigungen war kaum zu erwarten. Der Google Cloud Summit 2018 in München sollte vielmehr von den Vorteilen und der Innovationskraft der Google-Cloud-Plattform überzeugen. lesen

Wie die Cloud hilft, den Kundenservice zu verbessern

Mit Contact-Center-Lösungen zu mehr Customer Experience

Wie die Cloud hilft, den Kundenservice zu verbessern

Cloud-basierte Contact Center bieten Unternehmen neue Möglichkeiten besseren Kundenservice über mehrere Kanäle wie Telefon, Text, Chat, Social Media sowie E-Mail anzubieten. Die Contact Center Agenten können zudem mit einer großen Menge an kundenbezogenen Daten arbeiten. lesen

Entwicklung einer Cloud-Strategie entlang moderner Datenanforderungen

Gastbeitrag von Huw Owen, Couchbase

Entwicklung einer Cloud-Strategie entlang moderner Datenanforderungen

Daten sind das Lebenselixier des digitalen Geschäfts. Sie sorgen für Wettbewerbsvorteile und sind für nahezu alle Points-of-Engagement erforderlich: von der Rückverfolgung von Waren in Produktionslinien und der Optimierung von Lieferketten über das Erfassen von Lagerbeständen in einem Store bis hin zur Bereitstellung individualisierter Dienste für Kunden. lesen

EU-DSGVO: Es kommt auch auf die Infrastruktur an

Public Cloud und der Datenschutz

EU-DSGVO: Es kommt auch auf die Infrastruktur an

Auch wenn es der Name nahelegt: Die europäische Datenschutz-Grundverordnung zielt zwar auf die Daten ab, meint aber mindestens ebenso die zugehörigen Unternehmensprozesse. Diese entsprechend anzupassen, hängt immer auch von den Infrastrukturen und der existierenden Applikationslandschaft ab, gerade in der anbrechenden Multi-Cloud-Ära. 100 Prozent Softwaresteuerung über alle Clouds hinweg liefert das dafür erforderliche Maß an Flexibilität und Geschwindigkeit. lesen

Eindrücke vom Google Cloud Summit

Bildergalerie

Eindrücke vom Google Cloud Summit

Der Google Cloud Summit fand Ende November in München statt. Auf dem Event trafen sich Branchenexperten, Führungskräfte und Interessierte zum Austausch über die Möglichkeiten, die die Cloud bietet. lesen

AWS wird hybrid

Nachbericht AWS re:Invent in Las Vegas

AWS wird hybrid

Die AWS-Fangemeinde versammelte sich Ende November zur weltweiten Kunden- und Partnertagung re:Invent in Las Vegas. Das Unternehmen hatte einen ganzen Sack voll Neuerungen im Gepäck. lesen

Der Cloud-Services-Markt in Deutschland

ISG-Studie

Der Cloud-Services-Markt in Deutschland

Im noch laufenden Jahr werden laut ISG deutsche Unternehmen rund 1,4 Milliarden Euro in Infrastructure-as-a-Service-Lösungen investieren. Das sind fast 30 Prozent mehr als 2017. Der Markt in Deutschland wächst dabei mittlerweile etwas schneller als das weltweite Geschäft, wie die Studie „ISG Provider Lens Germany 2019 – Cloud Transformation/ Operation Services & XaaS“ zeigt. lesen

Was ist AWS Lambda?

Definition: Datenverarbeitungsservice von Amazon Web Services

Was ist AWS Lambda?

Mit AWS Lambda können Anwender einen Code ausführen, ohne dass dabei Server verwaltet bzw. bereitgestellt werden müssen. Kosten fallen grundsätzlich nur für die tatsächliche Rechenzeit an, die ein Anwender verbraucht. Wird der Code demgegenüber nicht ausgeführt, entstehen auch keine Kosten. lesen

Orchestrierung: Managed Cloud Provider dringend gesucht

Eine Wissenschaft für sich

Orchestrierung: Managed Cloud Provider dringend gesucht

Die Cloud kommt und nimmt der IT-Abteilung die ganze Arbeit ab, Rechenleistung wird dabei wie aus der Steckdose bezogen. So lautete jahrelang das Versprechen der Anbieter an die Anwender. Mittlerweile sind viele Unternehmen in gleich mehrere Clouds verstrickt – und müssen diese inklusive den Workloads und Anwendungen darin aufeinander abstimmen, neudeutsch: orchestrieren. Das ist alleine kaum zu stemmen. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45274837 / Definitionen)