Studie: Zu hohe Cloud-Ausgaben bremsen KI-Initiativen Europas Unternehmen verschwenden ein Viertel ihrer Cloud-Kapazität

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Einem Bericht von Insight zufolge können Cloud-First-Strategien in europäischen Unternehmen zu anhaltenden Effizienzverlusten führen. Der Report beschreibt ein sogenanntes Trilemma, in dem sich Wirtschaftlichkeit, Resilienz und Datensouveränität gegenseitig unter Druck setzen.

Adrian Gregory, President von Insight EMEA: „Um KI nachhaltig zu skalieren, muss die Infrastruktur als strategischer Vermögenswert betrachtet werden.“(Bild:  Insight)
Adrian Gregory, President von Insight EMEA: „Um KI nachhaltig zu skalieren, muss die Infrastruktur als strategischer Vermögenswert betrachtet werden.“
(Bild: Insight)

Laut einer neuen Studie des IT-Dienstleisters Insight bleiben in europäischen Unternehmen durchschnittlich 24 Prozent der gebuchten Cloud-Kapazität ungenutzt. Angesichts steigender KI-Infrastrukturkosten und wachsender Anforderungen an digitale Souveränität gerät diese Ineffizienz zunehmend zum strategischen Problem.

Erhebliche Budgetverluste trotz hoher Cloud-Ausgaben

Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen in der EMEA-Region gibt laut Studie jährlich bis zu fünf Millionen Euro für Cloud-Dienste aus. Bei angenommenen Durchschnittsausgaben von 3,75 Millionen Euro entsprächen die ungenutzten Kapazitäten rund 901.000 Euro pro Jahr und Organisation – Mittel, die nach Einschätzung von Insight für KI-Plattformen, Dateninfrastruktur oder Souveränitätsmaßnahmen fehlen.

Gleichzeitig steigen die Hosting-Kosten durch KI-Workloads laut Report jährlich um zwölf Prozent. Dieser Kostendruck trifft auf strukturelle Defizite: 56 Prozent der Unternehmen führen demnach vor wichtigen Workload-Entscheidungen keine Gesamtbetriebskostenanalysen (TCO) durch, 41 Prozent sind durch Legacy-Systeme in ihrer Flexibilität eingeschränkt.

Drei konkurrierende Prioritäten

Der Report zum „Trilemma der digitalen Souveränität“ identifiziert drei Bereiche, die Unternehmen bei der KI-Einführung gleichzeitig managen müssen, sich dabei aber häufig gegenseitig behindern:

  • Wirtschaftliche Effizienz: Fast ein Viertel der Cloud-Kapazität bleibt ungenutzt. Dies reduziert unnötig die finanziellen Mittel für kostenintensive KI-Innovationen und fortschrittliche Datenplattformen.
  • Operative Resilienz: Um Verfügbarkeit zu gewährleisten, überdimensionieren 47 Prozent der Organisationen ihre Infrastruktur und integrieren kostspielige „Just-in-Case“-Architekturen.
  • Datensouveränität: Zunehmende regulatorische Anforderungen an Datenresidenz und KI-Governance verlagern Workloads auf dedizierte oder souveräne Plattformen und erzwingen häufig Kompromisse zwischen Kontrolle, Kosten und Performance.

Was früher als vertretbare Kosten der Cloud-Agilität galt, ist heute eine strukturelle Einschränkung, heißt es im Bericht: Überdimensionierung (47 %), eingeschränkte Transparenz (47 %) und inaktive Ressourcen (46 %) treiben die Ausgaben weiter in die Höhe und schränken die Flexibilität ein.

„Souveränität, Resilienz und Kosteneffizienz ziehen oft in unterschiedliche Richtungen“, sagt Gernot Hofstetter, Co-CEO des Cloud-Anbieters Yorizon. Ohne bewusstes Infrastrukturdesign riskierten Organisationen Abhängigkeiten genau in dem Moment, in dem digitale Grundlagen eng mit wirtschaftlicher Stabilität verknüpft werden.

DACH: Souveränität als strategisches Thema etabliert

In der DACH-Region ist digitale Souveränität laut Studie bereits breit verankert: Zwei Drittel der befragten Unternehmen (66 %) bewerten sie aktuell als strategisch relevant. In den nächsten ein bis zwei Jahren werde dieser Wert auf 75 Prozent, langfristig auf 84 Prozent steigen. Für ganz Europa gilt: 67 Prozent der Unternehmen betrachten digitale Souveränität bereits als strategische Priorität; in drei Jahren sollen es 82 Prozent sein.

Hybride Architekturen als Antwort

Als Reaktion auf das beschriebene Trilemma evaluieren oder implementieren laut Studie bereits 85 Prozent der Unternehmen dedizierte Infrastrukturen für KI-Workloads. Insight sieht darin den Beginn einer Bewegung hin zu souveränitätsorientierten hybriden Architekturen.

Adrian Gregory, President von Insight EMEA, weist darauf hin, dass Infrastruktur als strategischer Vermögenswert betrachtet werden müsse: Verschwendung reduzieren, TCO-Disziplin einführen und einen bewussten Ausgleich zwischen Performance, Souveränität und Wirtschaftlichkeit herstellen.

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