Definition: die Spielarten von Cloud-Anbietern

Was ist ein Cloud-Anbieter?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Wissenswertes rund um das Thema Cloud-Anbieter.
Wissenswertes rund um das Thema Cloud-Anbieter. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Der Begriff Cloud-Anbieter kann für verschiedenste Dienstleister und Anbieter stehen: Von Beratern und Brokern über Anbieter vorkonfigurierter Hardware bis hin zu klassischen IT-Herstellern welche die Cloud als zusätzliche Deploymentoption verstehen.

So leicht einem das Wort Cloud-Anbieter über die Lippen geht, so breit gefächert ist das Spektrum der dahinter stehenden Anbieter. Allein für ihren Cloud Vendor Benchmark 2016 hat beispielsweise die Information Services Group Germany GmbH (ISG) ganze 23 Marktkategorien definiert.

In diese fallen nicht nur die naheliegenden Angebote für IaaS, PaaS oder SaaS. Überdies betrachten die Analysten die Leistungen von Beratern und Integratoren, Marktplatzbetreibern und Brokern sowie Software- und Hardwarelieferanten.

Historie und neue Geschäftsfelder

Auch klassische IT-Hersteller können Cloudtechniken zum Teil ihres Angebotes machen oder selbst zum Cloud-Anbieter werden. Softwareanbieter Microsoft betreibt etwa unter der Bezeichnung Azure eine eigene Cloud-Computing-Plattform. Adobe überträgt mit der Creative Cloud nicht nur ein Abo-basiertes Nutzungsmodell auf klassische Software, sondern ermöglicht gänzlich neue Workflows per Cloudspeicher: Nutzer können ihrer eigenen Dokumente somit geräteübergreifend weiterbearbeiten. Netzwerkausrüster wie Aerohive verlagern schließlich Managementsoftware für (W)LANs in die Cloud.

Marktkategorien laut ISG

Die nachfolgende Aufzählung soll die verschiedenen Ausprägungen von Cloud-Anbietern illustrieren. Die Liste orientiert sich dabei an an der bereits zuvor erwähnten Kategorisierung der ISG. Laut dieser lassen sich grob folgende Oberkategorien zusammenfassen:

Cloud Transformation

Hierunter sind Anbieter zu verstehen, die nicht nur Cloudlösungen integrieren – sondern ihre Kunden zu auch beraten. Teil dieser Betrachtungen können neben technischen Herausforderungen auch neue Geschäftsmodelle oder Anforderungen von Informationssicherheit und Compliance sein.

Cloud Operations

Hier angesiedelte Anbieter agieren als Bindeglied zwischen Kunden und Cloud-Provider – können allerdings auch selbst als Betriebsanbieter auftreten. Managed Service Provider (MSP) agieren damit als (weitgehend) unabhängige Dienstleister, versorgen Unternehmen mit qualifiziertem Personal und halten ein auf Kundenbedürfnisse zugeschnittenes Lieferantenportfolio vor.

Cloud Services

Anbieter von Cloud Services offerieren Software as a Service (SaaS), Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS). Die Geschäftsmodelle lassen sich ihrerseits wieder auf unterschiedlichste Anwendungen herunterbrechen:

  • Als SaaS anbieten lassen sich etwa Anwendungen für: Enterprise Cloud Filesharing, ERP, CRM, Unfied Communications (UCaaS) respektive Cloud Workplaces (XaaS).
  • Beispiele der PaaS zuzurechnenden Laufzeit- und Entwicklungsumgebungen sind: Development Solutions (aPaaS), Enterprise Integration Solutions (iPaaS).
  • Auf der Infrastrukturebene (IaaS) zu nennen sind: Public Cloud (Self Service), (Hybrid Managed) Enterprise Cloud, (Managed) Private Cloud oder Public Storage Cloud.

Plattforms

Die Plattform-Anbieter agieren als beispielsweise als...

  • Hybrid Cloud Broker, das heißt: Betreiber unabhängiger Plattformen, über die Endkunden IaaS-Angebote per Self-Service buchen können.
  • Betreiber von Cloud Marketplaces, die sich mit standardisierten SaaS-Lösungen an breite Zielgruppen richten.
  • Lieferanten einer Managed SAP HANA Cloud; Kunden erhalten hier im Subskriptionsmodell Zugriff auf SAP HANA aus der Cloud.

Technologies & Access Services

Hierzu zählen Dienstleister, die Kunden dabei unterstützen selbst Clouds auszubauen. Das beinhaltet Dienste, Software und Hardware. Im Detail listet die ISG Anbieter von:

  • Als Cloud and Data Center Security geführte Produkte zur Absicherung physischer und virtueller Umgebungen in Rechenzentren.
  • Hybrid Cloud Management Systems, also Technologien zum Aufbau und Betrieb interner Cloud-Infrastrukturen. Das beinhaltet etwa Lösungen für Quota Management, Abrechnung, Orchestrierung oder Provisionierung.
  • Managed OpenStack Distributions, das heißt angepasste Versionen des Open-Source-Cloud-Betriebssystems OpenStack.
  • (Hyper-)konvergente Systemen, also eng aufeinander abgestimmte und vorkonfigurierte Appliances zum Aufbau skalierbarer Cloud-Infrastrukturen.
  • Cloud Colocation Hubs, also Colocationdiensten oder Community-Zugangspunkten für verschiedene Hoster, Systemhäuser, Carrier oder Endanwender.

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