Definition: Lösungsstrategien für digitale Technologien Was ist Digitalisierung?

Autor / Redakteur: Blue Floyd / Florian Karlstetter

Das breite Feld der Digitalisierung stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor Herausforderungen. Was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie Menschen heute und in Zukunft damit umgehen, verrät diese Definition.

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Lösungsstrategien für den Wandel von analogen Arbeitsschritten hin zu digitalen Technologien.
Lösungsstrategien für den Wandel von analogen Arbeitsschritten hin zu digitalen Technologien.
(Bild: gemeinfrei (© Gerd Altmann) / Gratisography)

Unter dem Begriff der Digitalisierung versteht der Mensch den Wandel, der durch digitale Technologien in Wirtschaft, Gesellschaft und vielen weiteren Bereichen vollzogen wird. Das Industriezeitalter mit seinen größtenteils analogen Merkmalen wird in einer Übergangsphase – der Digitalisierung – hinter sich gelassen, um ein Zeitalter von Informationen, Wissen und kreativen Lösungsstrategien einzuläuten.

Digitalisierung: ein weit verzweigter Oberbegriff

Da wir in einer komplexen Gesellschaft leben und diese vollständig von der Digitalisierung erfasst wird, ist es nicht einfach, diesen Begriff einzugrenzen. Die digitale Transformation – ein Teilbegriff der Digitalisierung – beschreibt etwa den Übergang von Wirtschaftssystemen in ein digitales Zeitalter.

Ein einfaches Beispiel dafür ist die E-Mail: Unternehmen greifen auch heute noch auf analoge Briefsendungen zurück, um Marketing zu betreiben. Gleichzeitig hat die E-Mail den gewöhnlichen Brief jedoch – vor allem in modernen Unternehmen ohne stationäre Ladengeschäfte – weitgehend verdrängt. Der Inhalt fällt identisch aus, das dafür genutzte Medium ist nun jedoch die E-Mail und damit ein digitales Instrument.

Vereinfacht ausgedrückt ist die Digitalisierung ein Prozess, der ehemals analoge Arbeitsschritte durch digitale Technologien ersetzt. Da die Digitalisierung stets technologiegetrieben ist, geht sie einher mit den Fortschritten in Hard- und Software. Bezahlprozesse etwa können Menschen heute mit Smartphones abschließen, was jedoch erst durch die notwendige Technik (in diesem Fall: NFC - Near Field Communication) möglich wurde. Wie Menschen in der Zukunft leben, ist somit eng verzahnt mit den Entwicklungen, die Technologieführer auf den Markt bringen.

Konkrete Beispiele der Digitalisierung

Die Digitalisierung umfasst unter anderem die folgenden Branchen und Gesellschaftszweige:

Mobilität
Automobilität wird durch neue Konzepte deutlich verändert. In Großstädten und unter jungen Menschen geht der Trend zum individuellen Fahrzeug bereits zurück. Car-Sharing-Modelle sind umweltfreundlicher und günstiger, allerdings verlangen sie nach dem Umgang mit einer passenden App. Auch das autonome Fahren, das bereits in Ansätzen funktioniert und im kommenden Jahrzehnt zuverlässig arbeiten wird, läutet eine große Veränderung in der Automobilität ein. Mit den richtigen Strategien würde jedes selbstfahrende Auto zu einem öffentlichen Verkehrsmittel werden.

Finanzen
Trotz anhaltender Kritik haben Kryptowährungen den Umgang mit der Finanzbranche bereits in Teilen verändert. Zahlungen auch an renommierte Händler sind heute häufig mit Währungen wie Bitcoin möglich. Investitionen in Unternehmen sind über ICOs gang und gäbe in der Welt der Kryptowährungen. Sobald Baustellen wie die Akquise der Währungen oder die Aufbewahrung der Währungen beseitigt sind, wird sich die Finanzbranche nicht mehr ausschließlich nach Kreditinstitutionen ausrichten. Damit geht ein Zugewinn an Privatsphäre bei Transaktionen einher.

Bildung
In der Bildung und vor allem in den Zeiten einer Pandemie haben sich neue Konzepte für die Vermittlung von Wissen auf digitalem Weg etabliert. Grundschulen ebenso wie Universitäten sind in der Lage, online zu lehren und Materialien herauszugeben. Große Hochschulen laden heute bereits einen beträchtlichen Anteil der Vorlesungen auf Plattformen wie YouTube hoch. Präsenzzeiten werden geringer aus- oder komplett entfallen. Rein digitale Universitäten könnten damit langfristig ebenso etabliert werden wie bestehende Hochschulen.

Gesundheit
Im Gesundheitsbereich existieren für die breite Bevölkerung Smartwatches und Fitnessarmbänder, die Informationen wie die Herzfrequenz, den Blutdruck und andere Daten sammeln. Diese werden Ärzten, die sich E-Health-Anwendungen öffnen, zur Verfügung gestellt. Bei der Diagnose und bei Therapiemöglichkeiten stehen Ärzten somit umfangreichere Informationen bereit, was die Versorgung von Patienten verbessert.

Digitalisierung ist überall

Diese Beispiele zeigen, dass die Digitalisierung in praktisch jedem Bereich denkbar ist und oft schon zu weiten Teilen umgesetzt wird. Da dieser Prozess niemals aufhören und durch neue Technologien weiter angetrieben wird, ist ein konkretes Ende der Digitalisierung nicht zu erwarten.

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Leuchtturmprojekte im Zeichen der Corona-Krise

Auch die durch das Corona-Virus bedingte Pandemie hat dem Thema Digitalisierung einen deutlichen Schub verpasst. Dies zeigt sich in unzähligen Beispielen, darunter:

  • Stichwort Homeoffice: vermehrter Einsatz diverser Collaboration-Tools wie Online-Meetings (z.B. Zoom), Projektmanagement (z.B. Microsoft Teams), oder Microsoft Office 365 in seiner Gesamtheit.
  • Remote-VPN-Zugänge ins Firmennetz und die Absicherung der neu genutzten Kommunikationskanäle.
  • Homeschooling: eLearning-Plattformen, „Distanz-Lernen“ und der virtuelle Austausch mithilfe digitaler Technologien.
  • Shift hin zum kontaktlosen Bezahlen: weg vom Bargeld hin zur digitalen Kartenzahlung oder mittels Smartphone (Apple Pay, Google Pay, Paypal & Co.).
  • die millionenfache Nutzung der Corona-Warn App der Bundesregierung (ein Gemeinschaftsprojekt von SAP und der Deutschen Telekom).
  • Videosprechstunden anstelle oder in Ergänzung zu einem herkömmlichen Arztbesuch.
  • Lieferkettenoptimierung: Digitalisierung derselben und durchgehender Datenfluss (u.a. bis hin zum Field Service Management).
  • Augmented Reality: Erweiterte Realitäten schaffen, um das Fehlen der räumlichen Nähe zu kompensieren.
  • ungebrochener Boom des Online-Handels: E-Commerce at its best am Beispiel von Amazon (laut Forbes ist Amazon-Gründer Jeff Bezos der reichste Mann der Welt),
  • und viele weitere ...

Gekommen, um zu bleiben

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Corona-Krise der so genannten App Economy einen deutlichen Zuwachs beschert hat, sprich immer mehr (Cloud) Apps kommen zum Einsatz, auch Cloud-native Technologien sind klar im Vormarsch. All das sind Trends, die höchstwahrscheinlich auch nach der Pandemie fest zum Arbeitsalltag gehören werden.

Handeln in der Digitalisierung

Je größer die Unternehmen, desto schwieriger tun sie sich im Allgemeinen (ausgenommen sind Betriebe aus der IT-Branche) mit Veränderungen. Eine erfolgreiche Digitalisierung der Arbeits-, Produktions- und Innovationsprozesse setzt jedoch voraus, dass eine Innovationskultur im Unternehmen Einzug hält. Veränderungen müssen nicht geduldet, sondern erwünscht sein. Digitale Abläufe sollten nicht als störendes Element wahrgenommen werden, sondern als Entwicklungschance. Sie machen das Unternehmen bereit für digitale Geschäftsmodelle in der Zukunft.

Weiterhin sind folgende Punkte zu beachten:

  • Innovationsstrategien sorgen dafür, dass konkrete Handlungspläne erfasst werden. Sie sorgen dafür, dass der Umgang mit der Digitalisierung - in welcher Form auch immer - einem bestehenden Ablauf folgt.
  • Die Weiterbildung von Mitarbeitern muss besser gefördert werden. Die Digitalisierung wird oft als digitale Disruption wahrgenommen, sodass sehr schnell Änderungen eintreten. Nicht jeder kann aus eigenem Antrieb heraus schritthalten.
  • Veränderungen im Umgang mit Kunden der Zukunft sind unerlässlich. Vor allem junge Zielgruppen werden sich schwer auf traditionellem Weg erreichen lassen. Marketing und Vertrieb müssen eng zusammenarbeiten, um Werbung auf den Plattformen der Zielgruppe auszuliefern.

Weiterhin stellt die Digitalisierung hohe Anforderungen an die Datensicherheit. Die DSGVO ist vor diesem Hintergrund eine der markantesten Änderungen der letzten Zeit. Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie die Datensicherheit von Kunden und internen Geschäftspraktiken gewährleisten. Ohne externe Berater ist dieser Punkt meist nicht umsetzbar, was Kosten verursacht. Dies wiederum stellt vor allem kleine und junge Unternehmen vor Herausforderungen.

Herausforderungen der Digitalisierung

Sowohl für durchschnittliche Verbraucher als auch für Mitarbeiter in Unternehmen bringt die Digitalisierung große Herausforderungen mit sich. Menschen müssen im Alltag lernen, mit neuen Gerätetypen und Software umzugehen. Da die technologische Entwicklung sehr schnell voranschreitet, ist es für unbedarfte Nutzer schwierig, schrittzuhalten. So stehen Möglichkeiten in Bereichen wie Zahlungsdienstleistungen, Automobilität, Commerce, Gesundheit und Bildung zur Verfügung – aber Menschen müssen lernen, damit umzugehen.

Ebenso müssen Mitarbeiter durch teilweise aufwendige Schulungen lernen, mit neuen Arbeitsprozessen, Systemen und Software umzugehen. Das papierlose Büro ist zwar noch immer nicht zu 100 Prozent erreicht, aber in den meisten Unternehmen läuft die interne Kommunikation digital ab. Vor allen ein schneller Wandel ist für einige Mitarbeiter schwer umzusetzen, wodurch der Umbruch in digitale Prozesse stets mit Schwierigkeiten einhergeht.

Potenzielle langfristige Schwierigkeiten der Digitalisierung

Mit der fortschreitenden Digitalisierung schreiten auch Bedenken in Richtung des „gläsernen Nutzers“ weiter voran. Ohne die Übermittlung und Speicherung von Daten ist es schwierig, die Vorteile der Digitalisierung in vollem Umfang zu nutzen. Zahlreiche Geschäftsmodelle bauen auf individualisierten Angeboten auf und für die Nutzung von Apps müssen Nutzer ebenfalls zwangsläufig eigene Daten übertragen. So wird es einfach, Vorlieben herauszufinden, Bewegungsprofile zu erfassen oder auch sensible Daten – man denke an E-Health-Anwendungen – auszuwerten.

Diese Tatsachen erfordern einen umsichtigen Umgang mit den Daten, die Unternehmen und Institutionen sammeln. Da eine vollständige Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, sollten Menschen nicht jede Neuerung der Digitalisierung unreflektiert übernehmen. Dass das Thema der Privatsphäre stetig in den Fokus rückt, erkennt die Gesellschaft auch daran, dass immer wieder anonyme Technologien entwickelt werden. Die Zahlung via Kryptowährung und daran angeschlossene Blockchain-Datensätze zum Beispiel läuft deutlich anonymer ab als die SEPA-Überweisung über die Bank.

Die Zukunft der Digitalisierung

Die Digitalisierung ist ein Prozess, der bereits in den 1990ern begonnen hat. Heute, 30 Jahre später, hat die Digitalisierung nichts von ihrem „Schwung“ eingebüßt. In bestimmten Bereichen beschleunigt sich dieser Prozess sogar bzw. er hat gerade erst begonnen. Das Thema der Künstlichen Intelligenz erreicht die Gesellschaft in den unterschiedlichsten Bereichen und Alltagsgeräte wie Smartphones sind heute mit Co-Prozessoren für die Berechnung von KI-Anwendungen ausgestattet. Smart-Home-Anwendungen sind noch immer nicht im Mainstream der Bevölkerung angekommen und führen nach wie vor ein Nischendasein.

Auch das autonom fahrende Auto ist bislang nur in Teilbereichen der Mobilität angekommen. Bis sich Fahrer auf einer Fahrt durch die Stadt zurücklehnen und Zeitung lesen können, werden noch einige Jahre vergehen. Die Gesellschaft und auch Unternehmen in der Zukunft werden damit weiterhin mit der Herausforderung eines kontinuierlichen Veränderungsprozesses konfrontiert. Auch die Frage, inwiefern Roboter die Arbeitsplätze von Menschen übernehmen – etwa in der Logistik – und inwieweit diese Menschen neuen Aufgaben zugeführt werden können, wird die Gesellschaft heute und morgen beschäftigen.

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