Perspektive für Europa Bitkom legt Positionspapier zur Cloud‑Souveränität vor

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

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Der Bitkom-Verband hat ein Positionspapier mit fünf Forderungen zur Cloud-Souveränität in Europa veröffentlicht. Damit will die Interessensvertretung Akzente in der Debatte zur EU‑weiten Harmonisierung sowie bei Fragen der Portabilität und Resilienz setzen.

Der Bitkom-Verband hat ein Positionspapier mit dem Titel „Assessing Cloud Sovereignty“ veröffentlicht.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Der Bitkom-Verband hat ein Positionspapier mit dem Titel „Assessing Cloud Sovereignty“ veröffentlicht.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Der Digitalverband Bitkom hat ein englischsprachiges Positionspapier mit dem Titel „Assessing Cloud Sovereignty“ veröffentlicht und damit einen Akzent in der laufenden Debatte um digitale Souveränität in Europa gesetzt. In dem Papier, das sich auf jüngere Initiativen der EU und des deutschen BSI bezieht, fordert Bitkom eine einheitliche Herangehensweise der Cloud‑Dienste.

Fünf Kernforderungen

In dem Paper beschäftigt sich der Verband mit dem Status Quo und führt fünf zentrale Forderungen an, mit denen der Digitalverband die Debatte um digitale Souveränität in Europa prägen will. Das Papier zielt darauf ab, politische Vorgaben praktisch und technologieoffen zu gestalten — statt pauschaler Regeln sollen differenzierte Kriterien gelten.

  • Fallbezogenheit: Bitkom fordert einen risikobasierten, use‑case‑spezifischen Ansatz. Anforderungen an Cloud‑Dienste sollten dem Verband zufolge nicht einheitlich für alle Anwendungen gelten, sondern sich an der Sensitivität und Kritikalität des jeweiligen Einsatzszenarios orientieren: besonders schützenswerte staatliche oder geschäftskritische Workloads verdienen demnach strengere Regeln als unkritische Dienste.
  • Marktoffenheit: Der Verband mahnt eine Balance zwischen Souveränität, Offenheit und Innovation an. Schutzmaßnahmen dürften nicht in Marktabschottung oder fragmentierte nationale Regelwerke münden, da dies Wettbewerb und grenzüberschreitende Kooperation schwächen und Innovationen ausbremsen könnte.
  • Kontrollkriterien: Bitkom verlangt, dass technische und organisatorische Schutzmaßnahmen als gleichwertige Bewertungsgrundlage anerkannt werden. Aspekte wie Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Auditierbarkeit, Governance‑Mechanismen und vertragliche Zusicherungen sollen die reine Herkunft des Anbieters oder der Standort des Rechenzentrums ergänzen oder ersetzen.
  • EU‑Harmonisierung: Das Papier plädiert für einheitliche europäische Kriterien und Rechtssicherheit, damit widersprüchliche nationale Vorgaben vermieden, Angebote vergleichbar und Beschaffungsentscheidungen transparenter werden — eine Voraussetzung für einen funktionierenden digitalen Binnenmarkt.
  • Portabilität & Resilienz: Bitkom setzt auf Wahlfreiheit, Multi‑Cloud‑Strategien, offene Standards und diversifizierte Lieferketten, damit Kunden Anbieter wechseln oder kombinieren können und gleichzeitig Ausfallsicherheit und Versorgungskontinuität gewährleistet sind.

Zielrichtung

Bitkom will als Interessenverband der Digitalwirtschaft im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen Einfluss auf die Ausgestaltung regulatorischer Rahmen nehmen. In der Konsequenz fordert der Verband, dass Politik, Behörden und Wirtschaft gemeinsam einen umsetzbaren Rahmen entwickeln, der die im Papier formulierten Kernforderungen berücksichtigt. Im Interesse seiner Mitglieder plädiert Bitkom dabei ausdrücklich dafür, unnötige Bürokratie und technologische Abschottung zu vermeiden und stattdessen auf praktikable, interoperable und marktoffene Lösungen zu setzen.

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