Tricentis Quality Transformation Report Mangelhafte Softwarequalität kostet Unternehmen Millionen

Von Ira Zahorsky 2 min Lesedauer

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Der massive Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung führt zu einem riskanten Ungleichgewicht zwischen Liefergeschwindigkeit und Softwarequalität. Wer bewusst ungetesteten Code in Kauf nimmt, riskiert hohe finanzielle Verluste.

Unter dem Druck des Managements wiegt die schnelle Veröffentlichung von Software oft mehr als ihre Qualität.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Unter dem Druck des Managements wiegt die schnelle Veröffentlichung von Software oft mehr als ihre Qualität.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) beschleunigt die Software-Entwicklung enorm und 76 Prozent der deutschen Unternehmen (weltweit 82 %) fühlen sich dazu bereit, KI-Agenten einzuführen. Weil Unternehmen – auch kritische Branchen – aber häufig Geschwindigkeit vor Qualität stellen, leidet das Vertrauen und finanzielle Risiken nehmen zu, ergab der Quality Transformation Report von Tricentis. In Deutschland verliert fast jedes dritte Unternehmen (weltweit 20 %) jährlich mehr als eine Million US-Dollar, durch resultierende Sicherheitsverstöße, technische Schulden, hohen Wartungsaufwand sowie Kundenabwanderung. Grund für diese Probleme sei der „immense Druck des Managements zur schnelleren Lieferung“, so die Ergebnisse der Befragung. Doch wie kommen die Fehler zustande?

Geschwindigkeit vs. Qualität

Steigende Komplexität und wachsendes Code-Volumen führen zu neuen Risiken, denn die Zeit zur vollständigen Prüfung des Codes fehlt aufgrund des hohen Veröffentlichungsdrucks. Fast 70 Prozent der deutschen Unternehmen (60 % weltweit) schalten Code produktiv, ohne ihn vorher zu testen. Finanzdienstleister (64 %), der Handel (63 %) und die Energiewirtschaft (58 %) sind der Studie zufolge am stärksten betroffen. Neben dem schnellen Code-Wachstum (28 %) gehören, Tool-Wildwuchs (33 %), fehlendes Fachwissen (33 %) und fehlende Qualitätsmetriken (26 %) zu den größten Herausforderungen.

Unterschiedliche KI-Wahrnehmung

Der Druck durch das Management entsteht auch durch die Diskrepanz in der Wahrnehmung von KI: 81 Prozent der Führungskräfte vertrauen den Systemen, bei den Entwicklern sind es nur 56 Prozent. 44 Prozent der Manager sehen auch die organisatorische Reife deutlich höher als die Praxisanwender (24 %).

Wenn Qualitätsprozesse nicht mit dem Entwicklungstempo Schritt halten, nehmen Unternehmen oft Abkürzungen, die das Vertrauen in die Softwarequalität messbar untergraben.

Kevin Thompson, Tricentis-CEO

„Die Beschleunigung von Initiativen zur Business-Transformation gehört zu den obersten Prioritäten auf C-Level-Ebene. KI hat das Potenzial, Softwareentwicklungsteams schneller voranzubringen als je zuvor“, kommentiert Kevin Thompson, CEO bei Tricentis. „Mit höherer Geschwindigkeit steigt jedoch auch das Risiko. Wenn Qualitätsprozesse nicht mit dem Entwicklungstempo Schritt halten, nehmen Unternehmen oft Abkürzungen, die das Vertrauen in die Softwarequalität messbar untergraben. Unsere Studie zeigt den wachsenden Druck auf Teams, Geschwindigkeit, Qualität und Kontrolle in der Softwareentwicklung in Einklang zu bringen. Da Risiken wie finanzielle Einbußen und der Verlust von Kundenvertrauen immer sichtbarer und messbarer werden, kann Softwarequalität nicht länger als reine Engineering-Frage behandelt werden. Sie muss Chefsache sein.“

Konkret empfiehlt der CEO, „Geschwindigkeit und Kontrolle gemeinsam zu skalieren“ sowie „Vertrauen, Kontrolle und Quality Assurance in KI-Releases im großen Maßstab aufrechtzuerhalten“.

Über den Tricentis Quality Transformation Report

Der 2. jährlich erscheinende Tricentis Quality Transformation Report 2026 basiert auf einer Befragung von mehr als 2.500 Führungskräften und Fachexperten weltweit – darunter CEOs, CIOs, CTOs, Engineering-VPs sowie Verantwortliche aus DevOps, Quality Assurance und Softwareentwicklung.
Die Befragten stammen aus Deutschland (250 Befragte), Irland, Japan, Singapur, dem Vereinigten Königreich und den USA. Branchenseitig sind Fertigung, Energie- und Versorgungswirtschaft, Handel, Finanzdienstleistungen und der öffentliche Sektor vertreten.

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