AI-Security-Report 2026 von Hornetsecurity by Proofpoint Sicherheitsrisiken von Microsoft 365 werden unterschätzt

Von Ira Zahorsky 4 min Lesedauer

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Die Cloud-Infrastruktur der Microsoft-365-Plattform ist abgesichert. Doch vielen Nutzern ist nicht klar: Die Verantwortung für den Schutz ihrer E-Mail-Postfächer, Datenbestände und Benutzerkonten tragen sie selbst. Was Unternehmen gegen die Awareness-Lücke tun können.

Die Awareness-Lücke bezüglich der Sicherheitsrisiken durch die Nutzung von M365 sollte zügig geschlossen werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Awareness-Lücke bezüglich der Sicherheitsrisiken durch die Nutzung von M365 sollte zügig geschlossen werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Microsoft 365 (M365) kombiniert vertraute Office-Anwendungen mit Cloud-Diensten und KI-Funktionen. Doch die Nutzung der M365-Cloud-Plattform bringt zahlreiche Sicherheitsrisiken mit sich. 17 Prozent der im Rahmen des AI-Security-Reports 2026 von Hornetsecurity by Proofpoint befragten Entscheider sind sich dieser Gefahren nicht bewusst. 10 Prozent sehen überhaupt keine Risiken im Zusammenhang mit Microsoft 365, 7 Prozent kennen sich in der Thematik nicht aus.

Strategische Gefahren nicht im Fokus

51 Prozent der Entscheider sehen Gefahren primär in der E-Mail-Kommunikation, beispielsweise durch Phishing, schädliche Links oder Dateien, Identitätsdiebstahl oder zunehmend auch durch KI-gestützte Täuschungsversuche wie gefälschte Videos. Daniel Hofmann, CEO von Hornetsecurity by Proofpoint, macht klar: „Den befragten Entscheidern ist nicht bewusst, dass Microsoft ein Shared-Responsibility-Modell verfolgt, das in erster Linie die Plattform selbst absichert, während die Unternehmen die Verantwortung für den Schutz ihrer E-Mail-Postfächer, Datenbestände und Benutzerkonten tragen.“

Daniel Hofmann, CEO von Hornetsecurity by Proofpoint(Bild:  Honetsecurity by Proofpoint)
Daniel Hofmann, CEO von Hornetsecurity by Proofpoint
(Bild: Honetsecurity by Proofpoint)

Auch die Zusammenarbeit und der Datenaustausch via Microsoft Teams (32 %) sowie die Dateiablage und -freigabe über OneDrive oder SharePoint (29 %) werden teils kritisch gesehen. Auf der Strecke bleiben häufig strategische Aspekte wie das Identitäts- und Zugriffsmanagement. Hier hat nur rund ein Viertel der Führungskräfte Bedenken. Diese Awareness-Lücke sollte dringend geschlossen werden, meint Hofmann: „Es müssen alle potenziellen Risiken durch die konsequente Optimierung von Sicherheitseinstellungen, den Einsatz zusätzlicher Schutz- und Monitoring-Mechanismen der nächsten Generation sowie ein effektives Management von Identitäten, Daten und Zugriffsrechten innerhalb der Organisation adressiert werden.“

Nachholbedarf bei Mitarbeitern

Beim Umgang mit Sicherheitsanforderungen rund um M365 hält gut die Hälfte der Führungskräfte ihre Mitarbeiter für sehr gut (13 %) oder eher gut (39 %) vorbereitet. 44 Prozent der Befragten sehen eine begrenzte oder fehlende Kompetenz.

Die Angestellten selbst schätzen ihr Knowhow diesbezüglich kritischer ein. Sehr gute oder eher gute Fachkenntnisse schreiben sich 12 beziehungsweise 34 Prozent zu. Mehr als die Hälfte (51 %) sehen sich begrenzt oder nicht fähig, Vorfälle zu erkennen und angemessen zu reagieren.

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Auch beim Melden von Sicherheitsvorfällen deckte die Umfrage Defizite bei der Selbsteinschätzung der Angestellten auf. Während sich ein Viertel sicher ist, Ereignisse richtig adressieren zu können, beurteilen 57 Prozent ihr Wissen als tendenziell sicher oder unsicher. 8 Prozent fühlen sich sogar komplett unsicher, wenn es darum geht, Cybervorfälle zu melden. Den Experten zufolge sei dies ein „deutlicher Hinweis auf bestehende Awareness- und Prozesslücken“. Hofmann empfiehlt parallel zu integrierten technischen Sicherheitslösungen „wirksame Security-Awareness-Programme, die Mitarbeitende kontinuierlich auf ihrem jeweiligen Wissensstand abholen, Orientierung geben und sie gezielt befähigen, Risiken früh zu erkennen und angemessen zu reagieren“.

So nutzen Sie Microsoft 365 sicher

Um die Awareness-Lücke zwischen Management und Mitarbeitenden zu schließen und die Handlungssicherheit im Umgang mit Cyberrisiken zu erhöhen, empfiehlt der Report eine Kombination aus organisatorischen Weiterbildungsmaßnahmen und technischer Unterstützung:

Checkliste zum Schließen der Awareness-Lücke

  • Wirksame Security-Awareness-Programme etablieren: Unternehmen müssen Schulungsprogramme anbieten, die die Mitarbeitenden kontinuierlich auf ihrem individuellen Wissensstand abholen. Diese Programme sollen klare Orientierung geben und die Angestellten gezielt befähigen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
  • Strukturen und Meldeprozesse klären: Da derzeit nur 25 Prozent der Mitarbeitenden sicher wissen, wie sie Cybervorfälle richtig adressieren sollen, müssen strukturelle und prozessuale Unklarheiten beim Melden von Vorfällen beseitigt werden.
  • Integrierte technische Sicherheitslösungen implementieren: Organisatorische Maßnahmen und Schulungen müssen durch ganzheitliche technische Lösungen unterstützt werden. Diese sollten E-Mail-Kommunikation, Identitäten, Datenzugriffe und Kollaborationsplattformen vollumfänglich absichern.

Über die Befragung

Die Daten basieren auf einer Online-Befragung, die YouGov Deutschland im Auftrag von Hornetsecurity by Proofpoint für den AI-Security-Report 2026 durchgeführt hat.

Befragt wurden im Zeitraum vom 3. bis 11. März 2026 insgesamt 517 Unternehmensentscheider sowie 533 Arbeitnehmende ohne Führungsverantwortung.

Von den befragten Arbeitnehmenden nutzen 424 Microsoft Office oder Microsoft Teams.
Die Erhebungen wurden quotiert durchgeführt und die Ergebnisse gewichtet.

Die Stichproben sind repräsentativ hinsichtlich Beschäftigtenanteil nach Unternehmensgröße, Geschlecht und Altersgruppen, sechs NACE-Wirtschaftszweigen sowie der Nielsen-Regionsverteilung.

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