Effiziente Multi-Cloud-Strategie

Mit Cloud Foundry zur schnelleren Bereitstellung von Anwendungen

| Autor / Redakteur: Adel Adamou* / Florian Karlstetter

Eine effiziente Multi-Cloud-Strategie für die schnellere Bereitstellung von Anwendungen auf Basis von Cloud Foundry.
Eine effiziente Multi-Cloud-Strategie für die schnellere Bereitstellung von Anwendungen auf Basis von Cloud Foundry. (Bild: gemeinfrei (stux / pixabay) / CC0)

Unter dem Druck, immer kürzere Produkteinführungszeiten zu erreichen, greifen IT-Abteilungen vermehrt auf Cloud Foundry zum Erstellen, Testen, Bereitstellen und Verwalten von IT-Anwendungen zurück.

Herkömmliche Cloud-Plattformen ermöglichen es Entwicklern bereits, sich ganz auf die Anwendungen zu konzentrieren, ohne sich mit der zugrundeliegenden IT-Infrastruktur auseinandersetzen zu müssen. Immer mehr Unternehmen setzen beim Aufbau ihrer IT-Strategien auf Multi-Cloud-Strategien. Die Open Source-Plattform Cloud Foundry und ihre kommerziellen Derivative bringen den Abstraktionsgrad auf eine neue Ebene indem sie Anwendungen in sogenannten „Microservices” strukturieren.

Entwickler können die „atomisierten” Dienste zu höher entwickelteren Diensten aggregieren, sie installieren und, ohne den Code zu verändern, transparent skalieren. Das sind gute Nachrichten für alle, denn die durch Cloud Foundry ermöglichten schnelleren IT-Lieferzyklen eignen sich nicht nur für Start-up-Unternehmen mit unerschlossenen IT-Landschaften. Auch größere, etablierte Unternehmen mit bestehender IT-Infrastruktur können davon profitieren. Zu den Vorteilen des Aufbaus und Betriebs von Anwendungen in der Cloud gehören verbesserte Automatisierung, Effizienz, Agilität, Sicherheit und Resilienz sowie geringere Kosten.

Leistungsmerkmale von Cloud Foundry

Ein Großteil der Software in Unternehmen wurde für eine andere Ära entwickelt. Verantwortliche in den Unternehmen, die Betriebsstörungen vermeiden wollen, sollten darüber nachdenken, Software für die digitale Wirtschaft zu schaffen.

Herkömmliche Cloud-Lösungen binden Unternehmen häufig an eine bestimmte Cloud-Plattform, ein bestimmtes Rahmenwerk und einen bestimmten Code und Anbieter; Wechsel werden hierdurch erschwert. Cloud Foundry wurde als Platform as a Service (PaaS) entwickelt, um dieser Problematik zu begegnen und den Bereitstellungsprozess von Anwendungen zu optimieren und zu beschleunigen, und zugleich auch das Scale-up schneller zu machen.

Cloud Foundry geht aber noch weiter. Es überschreitet die Grenzen des PaaS-Konzepts und mit seiner Hilfe können Unternehmen ihr vielsprachiges Kapital nutzen: So kann der Code in Sprachen wie Java, PHP, Python, Ruby, Node.js, Perl, Googles Golang und Go oder .Net Core auf ein und derselben Plattform ausgeführt werden. Mit Cloud Foundry können viele der Beziehungsfehler, die häufig beim Aktualisieren oder Wiederholen komplexerer Codes auftreten, eliminiert werden, wodurch Software und Anwendungen schneller getestet, überwacht und bereitgestellt werden können. Zusätzlich hat Cloud Foundry durch die vereinfachte Integration der Assets von Dritten das Potential, die gesamte Dynamik von Verteilung und Integration zwischen Drittanbietern und Kunden zu verändern.

Dadurch positioniert sich Cloud Foundry als wichtiger Faktor für DevOps: Kontaktpunkte zwischen IT-Gruppen und -Disziplinen werden optimiert und die taktische und operative Integration von DevOps unterstützt.

Angleichung an bestehende Cloud-Strategien

Cloud Foundry tritt just in dem Moment auf die Bühne, in dem Unternehmen beginnen, Multi-Cloud-Strategien zu entwickeln. Einige Unternehmen greifen auf Public Clouds zurück, um externen Stakeholdern den Zugang zu bestimmten Inhalten zu ermöglichen und setzen gegebenenfalls auch Private Clouds ein, um internen Stakeholdern gehostete Dienste zur Verfügung zu stellen. Andere wiederum verwenden Hybrid-Cloud-Plattformen um interne wie externe Dienste zu verwalten und aggregierte Services anzubieten.

Durch Cloud Foundry gewinnen Unternehmen große Flexibilität für den Wechsel zwischen Public und Private Clouds. Auf portable Microservices unterteilte Anwendungen können sofort und jederzeit zu einer anderen Plattform wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure, Google Compute Platform (GCP), SoftLayer, OpenStack oder VMware vSphere transferiert werden. Wo Unternehmen früher viel Zeit, Geld und Aufwand investieren mussten, ermöglicht Cloud Foundry flexible und sofort umsetzbare Entscheidungen. Der Wechsel von einer Private zur Public Cloud und zurück kann in Minuten- oder gar Sekundenschnelle erfolgen.

Nicht nur Start-ups sollten jetzt an den Start gehen

Die Vorteile von Cloud Foundry kann jedes Unternehmen in Anspruch nehmen. Besonders jüngere Unternehmen sind hier aktiv und nutzen Microservices von Anfang an, da sie keine Legacy-Anwendungen oder andere Software pflegen müssen.

In Deutschland und der Schweiz, wo es viele kleine und mittelständische Unternehmen gibt, nehmen die Medienbranche sowie der Telekommunikations- und Pharmaziebereich bei Cloud Foundry eine Vorreiterrolle ein, bedingt durch den hohen Durchsatz von immer neuen Anwendungen. Im Bank-, Finanz- und Versicherungswesen könnten grundlegende Änderungen der IT-Landschaften durch Compliance- und Budgetfragen ausgebremst werden, doch viele Banken haben Cloud Foundry bereits für die Bereitstellung einiger ihrer Anwendungen übernommen.

Wie können also etablierte Unternehmen, die immer noch mit veralteten Mainframe-Anwendungen kämpfen, profitieren? Cloud Foundry ist ein Bereich, in dem große Unternehmen gut beraten sind, wenn sie klein anfangen, um Erfahrungen mit der Plattform zu sammeln. Die IT-Landschaft ist in beständigem Wandel, weshalb es sich zunächst anbietet, Anwendungen im Hinblick auf Services und Microservices zu strukturieren. Jedes Unternehmen mit einer serviceorientierten Architektur (SOA) wird ohnehin schon serviceorientiert denken und Fortschritte in Richtung Microservices schneller erreichen als bei anderen Arten von Anwendungen. SOA-Dienste bieten – obwohl sie „dicker” sind als Microservices – einen akzeptablen Ausgangspunkt für die Arbeit mit Cloud Foundry.

Ausblick

Adel Adamou, Country Delivery Head, Cognizant Schweiz.
Adel Adamou, Country Delivery Head, Cognizant Schweiz. (Bild: Cognizant)

Immer mehr Unternehmen versuchen, sichtbare und verborgene Barrieren zwischen den IT-Disziplinen einzureißen, damit die Mitarbeiter nahtloser zusammenarbeiten können. Das Potential von Cloud Foundry als Wegbereiter für DevOps macht es im Hinblick auf Komplexität von Entwicklungen, Versionenmanagement, Deployment, Skalierbarkeit und Leistungsvermögen zu einem wertvollen Beschleuniger.

Eine Reihe von Accelerator-Tools unterstützen Unternehmen bei der Einführung von Cloud Foundry und seinen kommerziellen Derivativen. Unternehmen, denen die Erfahrung und das Fachwissen im Bereich serviceorientierte Architekturen fehlen, werden auf dem Weg zur Cloud Foundry-Umsetzung eine durchaus erschwingliche Lernkurve bewältigen müssen. Das Ergebnis wird die Mühen lohnen.

Allerdings ist es unabhängig vom Status Quo nicht ratsam, sofort im großen Maßstab mit dem Deployment zu beginnen. Eher ist angesagt, zunächst mit einem Projekt von geringer Reichweite zu experimentieren und Erfahrung mit den unvermeidlichen Fallgruben zu sammeln, die sich auftun werden. Um eine breite Eingliederung in die Cloud-Strategie des Unternehmens zu ermutigen, ist es ratsam, zunächst auf schnelle Erfolge zu setzen und Cloud Foundry dort einzuführen, wo Ergebnisse früh und messbar sichtbar gemacht werden können.

*Der Autor: Adel Adamou ist Country Delivery Head bei Cognizant Schweiz.

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