Definition: Cloud Foundry (multi cloud application platform as a service)

Was ist Cloud Foundry?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Als „Project B29“ bei VMware konzipiert, liegt Cloud Foundry nun in den Händen einer nicht auf Gewinn ausgerichteten Organisation.
Als „Project B29“ bei VMware konzipiert, liegt Cloud Foundry nun in den Händen einer nicht auf Gewinn ausgerichteten Organisation. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Cloud Foundry ist eine quelloffene Plattform as a Service (PaaS) mit der sich Enterprise-Anwendungen bequem entwickeln, ausrollen und skalieren lassen. Die Lösung orientiert sich an DevOps sowie dem Paradigma „The Twelve-Factor App“.

Ihre Macher beschreiben Cloud Foundry als Open Source Application Platform, mit der sich Enterprise-Anwendungen entwickeln und ausrollen lassen. Die Lösung soll dabei Cloudanwendungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg automatisieren, skalieren und verwalten. Als Grundlage hierfür dienen unter anderem auch Entwicklungen der Projekte Docker und Kubernetes.

Programme können in unterschiedlichsten Sprachen geschrieben und in Container-Images auf beliebigen Infrastrukturen ausgeführt werden. Unterstützt werden dabei Java, Ruby, Node.js, .NET, Python, PHP und Go. Zu den Mitbewerbern von Cloud Foundry zählen Heroku (Salesforce) und die von Red Hat entwickelte Plattform OpenShift.

Geschichte

Cloud Foundry wurde zunächst von einer Arbeitsgruppe bei VMware konzipiert. Ursprünglich als „Project B29“ gestartet, übernahm man später den Namen eines – komplett eigenständigen und schließlich eingestellten – Projekts, das VMware 2009 mit SpringSource übernommen hatte. Cloud Foundry wurde 2011 vorgestellt, ein Jahr darauf folgte mit BOSH ein Open-Source-Werkzeug für das Lifecycle-Management verteilter Systeme.

2013 wurde die Software schließlich an Pivotal übertragen, ein von EMC und VMware gegründetes Unternehmen an dem sich im gleichen Jahr auch General Electric finanziell beteiligte. Nachdem 2014 eine Open Governance Foundation angekündigt wurde, liegen Source Code und Markenrechte von Cloud Foundry seit 2015 in den Händen der Cloud Foundry Foundation – einer nicht auf Gewinn ausgerichteten Organisation (IRC 501(c)(6) Organization, gemäß US-Bundessteuerbehörde), zu deren Platinmitgliedern unter anderem Cisco, IBM und SAP zählen.

Nutzersicht

Entwickler nutzen Cloud Foundry per Konsole und schicken ihre Anwendungen mit einem simplen „cf push“ unverändert in Cloudumgebungen verschiedener Anbieter. Cloud Foundrys „Elastic Runtime“ übernimmt dabei Bundling und Staging von Apps sowie die Spreicherung größerer binärer Dateien. Mit demselben Kommandozeilenwerkzeug lassen sich Apps auch skalieren und auf mehrere Instanzen verteilen: „cf scale -i10“.

Anwendungen sind dabei in der Regel stateless, speichern also keine Daten für die nächste Sitzung. Das erleichtert Entwicklung und horizontale Skalierbarkeit. Sollen Statusinformationen dauerhaft abgelegt werden, greifen Apps auf sogenannte Services zu – über einen „marketplace“ stellt Cloud Foundry dabei etwa Schnittstellen zu verschiedenen Datenbankmanagementsystemen oder Monitoringlösungen bereit. Die Verbindung zu diesem Marktplatz wird über eine einheitliche Service Broker API definiert.

Den am „The Twelve-Factor Apps“ ausgerichteten „Cloud native“-Ansatz weichen die PaaS-Entwickler jedoch mitunter auf. So sollen die mit der kommerziellen Distribution Pivotal Cloud Foundry 1.10 als Beta verfügbaren „Volume Services“ einen ein Stateful Storage für Apps erlauben, etwa um Legacy-Apps, CMS-Workloads oder Anwendungen Dritter zu nutzen.

Plattform als Software oder Service erhältlich

Während sich die Nutzung von Cloud Foundry aus Entwicklersicht vergleichsweise einfach gestaltet, ist das Aufsetzen der Plattform selbst mit einigem Aufwand verbunden. Cloud Foundry ist in wahlweise Form von Open Source Software oder herstellerspezifischen Distributionen erhältlich.

On-Premise lässt sich die PaaS über eine virtualisierte Infrastruktur (VMware vSphere) oder OpenStack mit BOSH deployen. Per BOSH-Lite Vagrant VM ist auch eine Installation auf VirtualBox oder AWS möglich.

Kunden können und sollen die Lösung freilich auch direkt aus der Cloud nutzen, als entsprechenden Private Service oder Public Service verschiedener Anbieter. Die Offerten tragen Namen, wie: Atos Cloud Foundry, Huawei FusionStage, IBM Bluemix Cloud Foundry, Pivotal Cloud Foundry, SAP Cloud Platform oder Swisscom Application Cloud.

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