Workloads zuverlässig sicher und leistungsstark verlagern 9 Risiken für die Cloud-Strategie

Von Thomas Joos

Immer mehr Unternehmen verlagern zumindest Teile ihrer Infrastruktur in die Cloud. Im Fokus stehen dabei Kostensenkung und ständige Verfügbarkeit. Für die Umstellung ist eine klare Strategie notwendig. In diesem Beitrag durchleuchten wir einige Risiken, und wie diese umgangen werden können.

Die Strategie „Augen zu und durch“ kann bei der Cloud-Migration schnell gefährlich werden; wer die Risiken kennt und vermeidet, kommt erfolgreicher ans Ziel.
Die Strategie „Augen zu und durch“ kann bei der Cloud-Migration schnell gefährlich werden; wer die Risiken kennt und vermeidet, kommt erfolgreicher ans Ziel.
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Die Nutzung der Cloud kann weitreichende Vorteile für Unternehmen bieten. Gleichzeitig birgt die Umstellung auch hohe Risiken was Verfügbarkeit, Datenschutz und Datensicherheit betrifft. Die Verwaltung von Cloud-Lösungen ist sicherlich einfacher als der Betrieb von Workloads im lokalen Rechenzentrum.

Risiko 1: Vor der Umstellung keine Roadmap definieren

Dennoch ergeben sich viele Fallstricke, die eine erfolgreiche Cloud-Umstellung gefährden können. Bereits vor der Umstellung in die Cloud sollte ein Plan existieren, der eine Roadmap mit Zielen definiert und wie diese Ziele erreicht werden können. Ohne Plan wird die Umstellung in die Cloud schnell chaotisch und zum Teil auch teurer und instabiler.

Der Einsatz von Cloud-Infrastrukturen kann Kosten deutlich reduzieren und gleichzeitig die Infrastruktur von Unternehmen und damit die Arbeit der Anwender modernisieren. Neue Trends fließen häufig zunächst in der Cloud ein, bevor sie auch in Workloads für Rechenzentren zur Verfügung stehen.

Risiko 2: Kosten nicht genau planen

Cloud-Lösungen sind nicht in jedem Fall günstiger. Es besteht durchaus das Potenzial sehr viel höherer Kosten, wenn vor der Umstellung nicht genau geplant wird, welche Ressourcen in welchem Umfang zum Einsatz kommen sollen. Die Planung und Verwaltung der Kosten in einem Azure-Abonnement sind zum Beispiel im Azure-Portal zunächst über den Menüpunkt „Kostenanalyse“ zu finden.

Während Azure Cost Management die angefallenen Kosten anzeigt und bei der Analyse hilft, ermöglich Azure Pricing Calculator das Kalkulieren von Investitionen. Hier erhalten Verantwortliche alle notwendigen Informationen, um den Betrieb von Azure-Ressourcen zu planen. Im Azure-Portal steht über den Menüpunkt „Kostenverwaltung + Abrechnung“ der Menüpunkt „Kostenverwaltung“ zur Verfügung. Hierüber lassen sich für bestimmte Abteilungen auch Budgets erstellen, die maximal verwendet werden dürfen. Diese und weitere Möglichkeiten stehen auch bei anderen Diensten zur Verfügung, zum Beispiel auch in AWS oder Google Cloud Platform (GCP).

Risiko 3: Stabilität vernachlässigen

Bei der Umstellung in die Cloud wollen Verantwortliche möglichst viele Innovationen und neue Funktionen des Cloudanbieters nutzen. Das kann aber schnell zu Lasten der Stabilität und der Umgang mit den Cloud-Funktionen führen. Es ist selten sinnvoll umfassend alle Funktionen zu implementieren. Besser ist es auch hier Schritt für Schritt vorzugehen, um sicherzustellen, dass alle verwendeten Dienste und umgestellten Workloads auch problemlos funktionieren. Dazu kommt, dass auch die Anwender erst lernen müssen mit den neuen Funktionen umzugehen.

Risiko 4: Sicherheit nicht strategisch angehen

Viele Unternehmen und Organisationen verlassen sich bei der Sicherheit auf die Grundkonfiguration und die Einstellungen des Cloud-Anbieters. Allerdings ist Sicherheit kein Programm, kein Tool und keine Einstellung, sondern eine Strategie. Wer sein Netzwerk auf die Cloud umstellt, muss darauf achten, dass die Sicherheitsstrategie und die verknüpften Anwendungen mit der Bereitstellung mithalten. Die meisten Cloud-Plattformen bieten Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit. Diese sollten keinesfalls vernachlässigt werden, sondern im Fokus der Umstellung stehen.

Risiko 5: Datenschutz missachten

Unternehmen, die personenbezogene Daten speichern, müssen auch bei der Speicherung und Verarbeitung in der Cloud darauf achten, dass die Daten DSGVO-konform gesichert werden. Das ist nicht bei allen Cloud-Anbietern der Fall, vor allem wenn sie ihren Sitz in den USA haben. Aus diesem Grund sollte bereits frühzeitig darauf geachtet werden, dass der Datenschutz nach der DSGVO gewahrt bleibt.

Risiko 6: Backup nicht als Prio erkennen

Wir haben bereits im Beitrag „Backup für Microsoft 365: Unbedingt machen!“ umfassend besprochen, warum Backup mit zu den wichtigsten Funktionen beim Umstieg in die Cloud ist. Viele Kunden von SaaS-Anbieter überschätzen die in den Dienst integrierten Möglichkeiten für den Datenschutz und die Sicherung. Kunden sind selbst für die Datensicherung der Daten in der Cloud verantwortlich. Microsoft empfiehlt sogar ausdrücklich Daten aus Microsoft 365 über externe Anbieter zu sichern.

Risiko 7: Neue Funktionen ohne Strategie nutzen

Cloud-Anbieter wie Microsoft oder AWS bieten ständig neue Funktionen oder Tools, mit denen Anwender arbeiten können. Es macht aber selten Sinn, solche Tools ohne eine vernünftige Strategie zu implementieren. Im ersten Schritt sollten immer zuerst Tests erfolgen. Darüber hinaus müssen neue Tools auf Einhaltung der Datensicherheit, des Datenschutzes und auch bezüglich der Sicherung überprüft werden. Auch Berechtigungskonzepte spielen an dieser Stelle eine wichtige Rolle, um Wildwuchs zu verhindern.

Risiko 8: Auf die falsche oder zu viele Clouds setzen

Generell gibt es für die meisten Anwendungen in Unternehmen eine passende Cloud-Lösung. Viele Cloud-Anbieter stellen außerdem verschiedene Funktionen zur Verfügung. Es ist allerdings eher selten so, dass ein Cloud-Anbieter genau alle passenden Funktionen so bietet, wie es gefordert ist. In diesem Fall kann es sinnvoll sein auf mehrere Cloud-Lösungen zu setzen.

Dabei sollte aber auch keine Verzettelung stattfinden. Es ist nicht sinnvoll alle Tools auf einmal in die Cloud zu wechseln. Die Konzentration auf einen einzelnen Cloud-Anbieter kann sinnvoll sein, versperrt dann aber den Weg zu Lösungen, den andere Cloud-Anbieter zur Verfügung stellen. Multi-Cloud-Umgebungen sind in diesem Fall ein guter Weg. Aber auch hier gilt, dass nicht alle Umstellungen auf einmal durchgeführt werden sollten.

Risiko 9: Daten nicht optimal nutzen

Ein großer Vorteil bei der Verwendung der Cloud ist der Ansatz, auch alle Daten möglichst optimal zu nutzen. Der Datenschatz, den Unternehmen vorliegen haben, sollte bestmöglich gehoben werden. Die Nutzung des Schatzes sollte Bestandteil der richtigen Strategie sein. Die meisten Cloud-Anbieter stellen dazu verschiedene Analysetools zur Verfügung.

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