Definition: Tools von Microsoft zur Verwaltung der Cloud-Kosten Was ist Azure Cost Management?

Azure Cost Management ist eine Sammlung von Microsoft-Tools zur Verwaltung der Cloud-Kosten. Die für die Nutzung der Azure-Cloud-Services anfallenden Kosten lassen sich verwalten, analysieren, vorhersagen und optimieren.

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Azure Cost Management - Cloudkosten analysieren, verwalten, vorhersagen und optimieren
Azure Cost Management - Cloudkosten analysieren, verwalten, vorhersagen und optimieren
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

Azure Cost Management ist der Name einer Sammlung cloudbasiert arbeitender Microsoft-Tools, mit denen sich die Kosten für in Anspruch genommene Azure-Cloud-Services managen lassen. Der vollständige Name lautet „Azure Cost Management und Billing“". Die Tools gestatten es, die Cloud-Kosten nicht nur zu verwalten, sondern auch zu prüfen, zu analysieren, vorherzusagen und zu optimieren. In der Kostenverwaltung können die Zuständigkeiten und Strukturen eines Unternehmens abgebildet werden.

Azure Cost Management unterstützt Governance-Richtlinien und das Einrichten von Kostenbudgets. Ein weiteres Leistungsmerkmal des Azure Cost Managements ist, dass sich die Kosten für Dienste der Amazon Web Services (AWS) integrieren und mit den Tools an zentraler Stelle verwalten lassen. Für Microsoft Enterprise-Kunden und Kunden mit nutzungsbasierter Bezahlung ist das Azure Cost Management per Default aktiviert. Direkt bei der Registrierung für die Nutzung von Azure-Services wird ein Abrechnungskonto angelegt.

Das Abrechnungskonto bildet die Basis für das Management und die Nachverfolgung der Azure-Kosten. Mit Hilfe von Berichten lassen sich die Kosten der Azure-Dienste detailliert anzeigen. Es werden Vorhersageanalysen unterstützt und über Empfehlungen Möglichkeiten zur Optimierung der Kosten aufgezeigt. Die programmtechnische Abfrage der Informationen und Daten des Azure Cost Managements aus anderen Anwendungen heraus ist über APIs möglich. Mit diesen APIs lassen sich die Kostendaten beispielsweise in eigene Systeme zur Kostenverwaltung integrieren oder Datenexporte automatisieren.

Für Azure-Kunden fallen für das Azure Cost Management keine zusätzlichen Kosten an. Soll die Kostenverwaltung von AWS-Diensten in das Azure Cost Management integriert werden, betragen die Kosten ein Prozent der verwalteten AWS-Kosten. Der Zugriff auf die AWS-APIs verursacht unter Umständen weitere Kosten.

Monitoring auf Basis von Cloudyn

Viele der Funktionen des Azure Cost Managements stammen ursprünglich aus dem Cloud-Monitoring- und -Analyse-Tool Cloudyn. Microsoft übernahm Cloudyn im Jahr 2017 und integrierte es in das Azure Cost Management. Der separate Cloudyn-Azure-Dienst wurde für Neukunden eingestellt. Bis zur vollständigen Einstellung des Dienstes bleibt die grundsätzliche Unterstützung für Cloudyn erhalten.

Die zentralen Funktionen des Azure Cost Managements

Die Tools des Azure Cost Managements bieten eine Vielzahl an Funktionen. Zentrale Funktionen sind:

  • das Erledigen von administrativen Abrechnungsaufgaben,
  • das Verwalten der Zugriffe auf die Abrechnungskosten,
  • das Abfragen der den Rechnungen zugrundeliegenden Nutzungs- und Kostendaten,
  • das Definieren von Kostenbudgets und -schwellwerten,
  • das Analysieren der anfallenden Kosten,
  • das Vorhersagen zukünftiger Kosten,
  • das Optimieren der Kosten.

Grundsätzlich lassen sich die Verantwortlichkeiten und Strukturen einer Organisation hinsichtlich der Kostenrechnung und des Billings im Azure Cost Management abbilden. Die Abbildung ist über Kostenobjekte (cost entities) und Kostenmodelle (cost models) möglich. Anwender erhalten die Möglichkeit, die Kosten zu analysieren und zu verwalten, für die sie jeweils zuständig sind.

Wichtige bereitgestellte Methoden des Azure Cost Managements sind Kostenanalysen, Budgets, Empfehlungen und Datenexporte. Die Kostenanalyse zeigt die für eine Organisation oder Organisationseinheit anfallenden Kosten und analysiert diese. Sie stellt akkumulierte Kostenansichten, Ist-Kosten und Prognosen dar. Kostentrends können dank der Kostenanalyse nachvollzogen und zukünftige Kosten abgeschätzt und vorhergesagt werden. Der Prognosezeitraum ist wählbar. Über Filteroptionen lassen sich Gruppierungen beispielsweise nach Lokationen, Ressourcen oder Namen vornehmen. Zur Darstellung sind Visualisierungsoptionen wie verschiedene Arten von Diagrammen nutzbar.

Mit Budgets richten Anwender im Azure Cost Management geplante Kostenlimits für bestimmte Services und Bereiche ein. Das Azure Cost Management ist dank der definierten Budgets in der Lage, ausgewählte Adressaten beim Erreichen oder Überschreiten von Kostenschwellenwerten automatisiert per E-Mail zu informieren. Budgets lassen sich monatlich, vierteljährlich oder jährlich definieren. Sie sind auch einsetzbar, um andere über die Kosten zu informieren und sie gemeinsam zu analysieren.

Empfehlungen des Azure Cost Managements weisen auf Optimierungsmöglichkeiten der Kosten hin. Ungenutzte oder nicht ausreichende Cloud-Ressourcen werden ermittelt und Empfehlungen zur Steigerung der Effizienz abgeleitet. Inhalte der Empfehlungen sind beispielsweise das Herunterskalieren von nicht benötigten oder nicht genutzten Cloud-Ressourcen.

Die ermittelten Daten des Azure Cost Managements sind automatisiert exportierbar. Sie können nach dem Export mit Hilfe anderer Systeme und Anwendungen verarbeitet und geprüft werden. Die Daten lassen sich beispielsweise im CSV-Format im Azure-Storage ablegen und dort von externen Systemen abfragen.

Die verschiedene Arten der Abrechnungskonten im Azure Cost Management

Das Azure Cost Management unterstützt verschiedene Arten von Abrechnungskonten. Die Abrechnungskonten bilden die Basis für das Management und die Nachverfolgung der Azure-Kosten. Folgende Arten von Abrechnungskonten sind im Azure Cost Management verfügbar:

  • Individuelle Abrechnungskonten für ein Microsoft Online-Services-Programm: Diese Konten werden bei der Registrierung für Azure angelegt. Beispielsweise sind das Konten für die nutzungsbasierte Bezahlung der Services.
  • Abrechnungskonten für Enterprise Agreements: Diese Konten werden angelegt, sobald ein Unternehmen oder eine Organisation ein Enterprise Agreement (EA) zur Nutzung von Microsoft Azure unterzeichnet.
  • Abrechnungskonten für Microsoft-Kundenvereinbarungen: Diese Konten werden erstellt, sobald ein Unternehmen oder eine Organisation eine Micorosoft-Kundenvereinbarung unterzeichnet.

Die Azure Cost Management-APIs

Für die programmtechnische Abfrage von Daten des Azure Cost Managements stellt Microsoft spezielle APIs (Application Programming Interfaces) bereit. Über definierte Schnittstellen kann beispielsweise aus eigenen Anwendungen heraus auf das Azure Cost Management zugegriffen werden. Die Nutzungs- oder Kostendaten lassen sich auf diese Art extern verarbeiten und analysieren. Um die APIs zu nutzen, müssen entsprechende Berechtigungen für das Azure Cost Management vorliegen.

Die APIs arbeiten REST-basiert (Representational State Transfer). Auf Basis erstellter Abfragen liefern die APIs Daten wie aggregierte Nutzungs- oder Kostendaten. Es bestehen Möglichkeiten zur Gruppierung, Filterung und Sortierung der Daten. Über die Azure-Nutzungs-APIs kann beispielsweise auf Budgets, Vorhersagen, Preisblätter oder Nutzungsdetails zugegriffen werden. Die Daten lassen sich für den aktuellen Abrechnungszeitraum und für selbst definierte Zeiträume mit angegebenem Start- und Enddatum abfragen. Das Erstellen von Budgets ist über die Budget-API automatisierbar. Bezüglich der Abfragemengen und der Abfragehäufigkeit der Daten über die APIs des Azure Cost Managements bestehen Limitierungen. Bei Überschreitung der Limits werden Fehlermeldungen ausgegeben.

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