Amazon EC2 für Windows Server 2016 & Co. nutzen

Windows-Server mit Amazon Web Services virtualisieren

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Mit Amazon Web Services lassen sich auch Windows Server-Umgebungen komfortabel betreiben. Der Beitrag beschreibt die wichtigsten Möglichkeiten.
Mit Amazon Web Services lassen sich auch Windows Server-Umgebungen komfortabel betreiben. Der Beitrag beschreibt die wichtigsten Möglichkeiten. (Bild: © Tomasz Zajda - stock.adobe.com)

Mit Amazon Web Services (AWS) lassen sich problemlos auch Windows-Server virtualisieren. Dazu steht der Webdienst Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) zur Verfügung.

Unternehmen, die Windows-Server in der Cloud betreiben wollen, können neben Microsoft Azure auch auf Amazon Web Services (AWS) und den darin enthaltenen Dienst Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) setzen. Hier lassen sich alle Windows-Server ab Windows Server 2003 R2, bis hin zu Windows Server 2016 problemlos virtualisieren.

Windows-Server mit AWS betreiben

Amazon rechnet die tatsächliche Nutzung ab, die ein Windows-Server im Webdienst beansprucht. Die Skalierung kann flexibel angepasst werden. Der Betrieb von Amazon EC2 mit Windows Server ist vergleichbar mit der Verwendung von Amazon EC2 mit jedem anderen Betriebssystem. Alle relevanten Komponenten in EC2 lassen sich auch mit Windows-Servern nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Amazon Elastic Block Store (EBS), Amazon CloudWatch, Elastic Load Balancing und Elastic IP-Adresse.

Das kostenlose Nutzungskontingent für AWS umfasst Amazon EC2-Instanzen mit Microsoft Windows Server. Hier lassen sich bis zu 750 Stunden pro Monat t2.Micro-Instances mit Microsoft Windows Server kostenlos nutzen. Mehr dazu ist auf der WebseiteKostenloses Nutzungskontingent für AWS“ zu finden. Hier kann auch gleich ein kostenloses Konto für AWS erstellt werden.

Die Vorgehensweise zum Erstellen einer Amazon EC2-Instance mit Windows-Servern ist im „EC2 Windows Guide“ beschrieben.

Amazon Machine Images und Instances

Amazon bietet in EC2 Vorlagen mit Windows-Installationen, auf deren Basis sich schnell und einfach virtuelle Windows-Server in der Cloud betreiben lassen. Die Vorlagen werden als „Amazon Machine Images“ (kurz AMI) bezeichnet, die virtuellen Server als „Instances“. Dadurch lassen sich sehr schnell flexible und vorkonfigurierte Windows-Server als „Instances“ betreiben. Die AMIs umfassen nicht nur das Betriebssystem, sondern auf Anforderung auch Microsoft-Server-Lösungen, wie zum Beispiel SQL Server 2017. Eine Liste aller Windows-AMIs ist auf der Seite „Windows AMIs“ zu finden.

Die Erstellung einer Windows-Instance aus einem AMI erfolgt in der AWS Management Console, die als zentrales Verwaltungsinstrument für Amazon Web Services genutzt wird. Hier besteht auch die Möglichkeit mehrere Instances zu gruppieren, zum Beispiel um einen gemeinsamen Workload darzustellen. Amazon stellt auch Befehlszeilen-Tools (API-Tools) zur Verfügung, um die Einrichtung und Verwaltung von virtuellen Server mit Skripten durchzuführen.

Microsoft-Support in AWS nutzen

Natürlich gehört Amazon EC2 zu den unterstützten Umgebungen für Windows-Server. Daher ist der Einsatz von Windows-Servern in AWS ein voll unterstütztes Szenario. Der Microsoft-Support und der Support bei Amazon arbeiten eng zusammen. AWS ist Mitglied des Microsoft Partner Network. Amazon kann daher Microsoft Software im Rahmen des Services Provider Licensing Agreement vertreiben. Dazu kommt, dass AWS als Microsoft Gold Certified-Partner für Hosting-Leistungen zertifiziert ist. AWS ist außerdem autorisierter Microsoft License Mobility Partner und verfügt über eine Premier Support-Vereinbarung mit Microsoft. Der-AWS Support kann direkt mit Support-Technikern von Microsoft zusammenarbeiten, um Probleme mit Windows-Server, SQL-Servern oder Windows-Desktops zu lösen.

Unterschiedliche Microsoft-Software in AWS nutzen und lizenzieren

In AWS lassen sich verschiedene Microsoft-Produkte nutzen und auf Instances mit Windows-Servern installieren und betreiben. Zu den unterstützten Lösungen gehören in verschiedenen Versionen: Office, Windows Server, SQL Server, Exchange, SharePoint, Lync, Skype for Business, Microsoft Dynamics-Produkte, System Center, BizTalk und Remote Desktop Services. Unternehmen, die SQL Server auf Instanzen mit Amazon EC2- oder Amazon RDS-Lizenz verwenden, benötigen keine Client Access Licenses (CALs) für SQL-Server.

Unternehmen können Lizenzen für Windows-Server und SQL-Server direkt aus AWS zahlen. Außerdem lassen sich Microsoft-Volumenlizenzen auf Amazon EC2 Instances nutzen. License Mobility-Lizenzen können in Mehrmandantenumgebungen in AWS genutzt werden.

Amazon EC2 bietet Instances für Windows-Server, in deren Kosten die entsprechenden Lizenzgebühren bereits enthalten sind. Das gilt auch für AMIs, in denen bereits SQL-Server installiert ist. Mit dem „Bring your own license“-Ansatz (Verwendung der eigenen Lizenz) können Kosten in AWS reduziert werden, da hier keine Lizenzierung der Software erfolgen muss. In diesem Fall sind Unternehmen aber für das Verwalten der eigenen Lizenzen verantwortlich. License Mobility ermöglicht Unternehmen das Verlagern von Microsoft-Software zu anderen Cloud-Anbietern wie beispielsweise AWS. Zu den License Mobility-fähigen Produkten zählen SQL Server, Remote Desktop Services, System Center, Exchange und SharePoint.

VMs importieren und exportieren

Mit AWS ist es möglich VMs aus anderen Umgebungen, auch von virtuellen Infrastrukturen in Amazon EC2 zu importieren. Amazon stellt dazu den „AWS Server Migration Service“ zur Verfügung. Der Service ist ohne zusätzliche Kosten nutzbar. Amazon EC2 bietet Dedicated Hosts und Dedicated Instances. Ein Dedicated Host ist ein physischer EC2-Server, der ausschließlich für einen Kunden reserviert ist. Dedicated Instances sind Instances auf einem Dedicated Host.

Aktualität der Windows-AMIs in AWS

Amazon aktualisiert regelmäßig die Images für Windows-Server in AWS. Dazu stellt AWS Windows-AMIs mit allen Updates und Patches innerhalb von fünf Tagen nach dem monatlichen Patch-Tag von Microsoft bereit. Dabei handelt es sich um den zweiten Dienstag im Monat. Nach 10 Tagen werden die älteren AMIs nicht mehr zur Verfügung gestellt. Das Datum der Aktualisierung wird im Namen des Images angezeigt. Natürlich können Unternehmen auch eigene Vorlagen erstellen und diese selbst aktuell halten.

Windows-Container ausführen mit AWS

In AWS stehen auch AMIs zur Verfügung, mit denen Windows Server 2016 als Container-Host betrieben werden kann. Außerdem unterstützt Amazon Elastic Container Service (ECS) den Betrieb von Windows-Containern mit Windows Server 2016.

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