Definition: Kostenverwaltung für die Google Cloud Services Was ist Google Cloud Billing?

Google Cloud Billing wird zur Kostenverwaltung in Anspruch genommener Services der Google Cloud Platform (GCP) eingesetzt. Über Cloud-Rechnungskonten lassen sich die verschiedenen genutzten Cloud-Ressourcen und die Kosten der Services einem Unternehmen und seinen Funktionseinheiten zuordnen.

Google Cloud Billing ermöglicht es, die Kosten in Sachen Google Cloud zu verwalten, zu verstehen, zu analysieren und zu prognostizieren.
Google Cloud Billing ermöglicht es, die Kosten in Sachen Google Cloud zu verwalten, zu verstehen, zu analysieren und zu prognostizieren.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

Google Cloud Billing ist der Name eines umfassenden Tools zur Kostenverwaltung der in Anspruch genommenen Services der Google Cloud Platform (GCP). Die Google Cloud Platform bietet eine Vielzahl an verschiedenen Services aus den Bereichen Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS). Die Kosten für diese Services und für die genutzten Cloud-Ressourcen lassen sich mit Google Cloud Billing dem Unternehmen und seinen Funktionseinheiten zuordnen. Hierfür verwendet Google Cloud Billing sogenannte Cloud-Rechnungskonten.

Die Rechnungskonten sind mit Google-Cloud-Projekten verlinkt und definieren, wer für welche Services zahlt. Google Cloud Billing sorgt für Transparenz in der Kostenverwaltung und gestattet es, die Kosten zu verwalten, zu verstehen, zu analysieren, zu kontrollieren und zu prognostizieren. Es lassen sich nahezu beliebige Organisationsstrukturen eines Unternehmens in der Kostenverwaltung abbilden. Typische Fragestellungen, die das Tool beantwortet sind:

  • Wie hoch sind die entstandenen Kosten?
  • Welche Services oder Ressourcen verursachen welche Kosten?
  • Wie haben sich die Kosten entwickelt?
  • Welche zukünftigen Kosten sind zu erwarten?

Für den programmtechnischen Zugriff auf Google Cloud Billing aus anderen Anwendungen heraus und für die Realisierung eigener Abrechnungstools bietet Google eine Google Cloud Billing API bestehend aus verschiedenen Einzel-APIs.

Das Konzept des Google Cloud Billings

Das Google-Cloud-Billing-Konzept basiert auf der hierarchischen Struktur der Ressourcen der Google Cloud bestehend aus Domain, Organisation, Folder, Projekte, Ressourcen und Label. In dieser Hierarchie ist die Domain die primäre Identität einer Organisation. Sie wird auch zur Verwaltung der Nutzer einer Organisation verwendet. Unter der Domain bildet die Organisation den Stammknoten der Hierarchie der Google Cloud-Ressourcen. Unterhalb der Organisation befinden sich die Folder, die zur Gruppierung von Projekten einsetzbar sind.

Die Projekte unterhalb der Folder dienen zur Verwaltung der Ressourcen auf Dienstebene. Ressourcen sind die einzelnen Komponenten, aus den die Cloud-Services hervorgehen. Typische Ressourcen sind virtuelle Maschinen, Cloud-Storage oder Datenbanken. Label sind ein Hilfsmittel bestehend aus einen Schlüssel-/Wert-Paar, die sich zur Kategorisierung und Filterung den verschiedenen Projekten und Ressourcen zuweisen lassen. Über die Ressourcen-Hierarchie ist die Struktur eines Unternehmens oder einer Organisation in der Google-Kostenverwaltung abbildbar. Sie stellt zudem die logische Struktur für das Management der Zugriffsrichtlinien zur Verfügung.

Zur Rechnungs- und Kostenverwaltung mit Google Cloud Billing kommt das sogenannte Cloud-Rechnungskonto (Cloud Billing Account) zum Einsatz. Es legt fest, wer die für die Nutzung der einzelnen Cloud-Ressourcen entstehenden Kosten zu zahlen hat. Ein Rechnungskonto ist mit einem oder mehreren Projekten der Ressourcen-Hierarchie verknüpft. Ein Projekt kann die zugeordneten Ressourcen nur verwenden, wenn ein aktives und gültiges Cloud-Rechnungskonto verknüpft ist. Das Rechnungskonto erfasst alle Kosten (Gebühren und Gutschriften) der Nutzung der Cloud-Ressourcen. Pro Rechnungskonto entsteht eine Rechnung in einer definierten Währung.

Jedes Cloud-Rechnungskonto ist mit einem Google-Zahlungsprofil (Google Payments Profile) verbunden. Im Zahlungsprofil sind Informationen wie Name, Adresse, Steuernummer und Zahlungsmethode (Kontonummer, Debitkarte) der für das Profil verantwortlichen Person oder Stelle gespeichert. Gleichzeitig dient es als Dokumentencenter, in dem sich die Rechnungen und die Rechnungshistorie anzeigen lassen.

Google Cloud Billing sieht auch Unterkonten vor. Die Cloud-Rechnungsunterkonten erlauben die Darstellung der Kosten einzelner Projekt als Gruppen. Gedacht sind die Unterkonten beispielsweise für Reseller, die die Kosten für ihre Kunden darstellen möchten.

Das Google Cloud Billing sieht im Rahmen des Identity and Access Managements (IAM) verschiedene Rollen vor. Definiert sind unter anderem diese Rollen:

  • Billing Account Creator,
  • Billing Account Administrator,
  • Billing Account User,
  • Billing Account Viewer,
  • Project Billing Manager.

Jede Rolle übt im Rahmen der Kostenverwaltung mit Google Cloud Billing spezifische Rechte aus und hat Zugriff auf bestimmte Funktionen. Ein Billing Account Creator darf beispielsweise Rechnungskonten neu anlegen und das initiale Rechnungs-Setup definieren. Der Billing Account Administrator verwaltet die Rechnungskonten und kann Projekte mit den Konten verbinden oder wieder trennen, hat aber nicht das Recht, neue Rechnungskonten anzulegen.

Die Rolle eines Billing Account Users ist es, Projekte mit den Rechnungskonten zu verbinden. Billing Account Viewer können die Kosten eines Rechnungskontos ansehen, haben aber nicht das Recht, Projekte zu verlinken oder die Eigenschaften eines Rechnungskontos zu verwalten. Oft nehmen Personen aus Finanzabteilungen eines Unternehmens die Rolle eines Billing Account Viewers ein. Der Project Billing Manager hat wie der Billing Account User das Recht, Projekte zu verlinken. Er hat aber keine sonstigen Rechte über die Ressourcen.

Eine weitere wichtige Komponente des Google Cloud Billings sind Budgets und Budget-Alarme. Cloud Billing Budgets lassen sich einsetzen, um die Kosten für die Cloud-Dienste zu überwachen, indem die geplanten Kosten mit den Istkosten verglichen werden. Wird eine gesetzte Budget-Schwelle überschritten, informiert Google Cloud Billing per E-Mail einen definierten Personenkreis.

Sogenannte Cloud Billing Reports kommen zum Einsatz, um sich über die aktuellen Kosten der Cloud-Nutzung zu informieren, Kosten zu analysieren und Trends sichtbar zu machen. Cloud Billing Reports basieren auf einem Cloud-Rechnungskonto und bieten über individuell einstellbare Diagramme zahlreiche Möglichkeiten der Visualisierung. Darüber hinaus lassen sich mit den Reports Vorhersagen über die voraussichtlichen Kosten der nächsten zwölf Monate treffen.

Die Google Cloud Billing API

Die Google Cloud Billing API bietet programmtechnischen Zugriff auf das Google Cloud Billing aus anderen Anwendungen heraus und gestattet Entwicklern, eigene Anwendungen zur Kostenverwaltung zu realisieren. Die Google Cloud Billing API basiert auf REST und besteht aus verschiedenen Einzel-APIs. Über die Schnittstellen können diverse Informationen der Rechnungskonten abgefragt werden. Für verschiedene Programmiersprachen wie Python, Ruby, PHP, Node.js, C#, JavaScript, Java oder Go existieren Clients und Code-Beispiele zur Nutzung der API.

Die Google Cloud Billing API setzt sich aus den einzelnen APIs Cloud Billing Account API, Cloud Billing Catalog API und Cloud Billing Budget API zusammen. Ihre Nutzung ist kostenlos.

Microservices, Cloud Native, REST API , Kubernetes & Co.: Cloud Computing Wiki

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