Welche Cloud darf´s denn sein?

Velten: „Enterprises setzen massiv auf Public Clouds“

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Abkehr von der Private Cloud? Auf dem Prüfstand: die Public Cloud als gängiges Betriebsmodell.
Abkehr von der Private Cloud? Auf dem Prüfstand: die Public Cloud als gängiges Betriebsmodell. (Bild: © ktsdesign - stock.adobe.com)

Seit Jahren lesen wir, dass die Public Cloud sicher ist – und seit Jahren glauben dies Enterprise-Kunden nicht. Zu groß ist die Angst vor Datenverlust. Neue Angebote und Allianzen werden dies aber sehr schnell ändern, erklärte Dr. Carlo Velten, CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research, bereits vor knapp einem Jahr. An dieser Prognose hat sich nichts geändert - im Gegenteil.

Insbesondere für Deutschland mit seiner Stärke im Bereich der Export- und technologieorientierten Unternehmen im Maschinenbau, der Automobil- und Elektroindustrie gelte, dass für Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation so viele Daten anfallen werden, dass der Gang in die Public Cloud unausweichlich erscheine - der Ressourcenbedarf an IaaS-, PaaS- und Analytics-Diensten im Kontext von IoT und Industrie 4.0 lasse gar keine andere Chance.

Denn viele Unternehmen sind durch die steigende Komplexität überfordert, so das Analystenhaus ISG vor wenigen Tagen. Dies gelte speziell für die Konzeption, Integration und auch Nutzung von Multi-Cloud-Plattformen. Hier seien Service-Provider gefragt, die technologisch versiert sind und eigene oder veredelte Tools und Managed Services mit Services der Public Cloud-Provider verbinden können.

Crisp-Chef Velten sieht die großen Public Cloud-Provider, allen voran AWS und Google, auf diese Nachfrage reagieren: Bereits Ende 2016 hätten sich auf der AWS Re:Invent viele der relevanten Ankündigungen auf die Bedürfnisse der Enterprise-IT ausgerichtet.

Auf der AWS-Plattform sollen insbesondere die Management- und Security-Funktionen und -Dienste immer weiter ausgebaut werden, um den hohen Sicherheits- und Datenschutz-Standards zu genügen. Die „AWS Managed Services“ sollen zudem Enterprise-Kunden die AWS-Engineering-, Consulting- und Support-Ressourcen zur Verfügung stellen, die bislang nur ausgewählten Großkunden „unter der Hand“ vorbehalten waren.

Google hat die ehemalige VMware-Chefin Diane Greene angeheuert und als „SVP Google Cloud“ auf große Unternehmenskunden angesetzt. Die Customer Realiability Engineers (CRE) von Google sollen künftig auf der Kundenseite für einen effizienten Wissenstransfer und eine „hands-on“-Unterstützung beim Betrieb und der Optimierung der IT-Operations auf der Google Cloud-Platftorm sorgen.

Auch ein bekannter deutscher Provider soll hier genannt werden, der gezielt Enterprise-Kunden in seine sichere, da in Deutschland beheimatete Public Cloud holen will – zur Abdeckung von Lastspitzen, wie es seitens T-Systems lockend heißt. Die Open Telekom Cloud fungiere dabei zunehmend als „Überlaufbecken„ für Unternehmensdaten.

Prognosen bestätigt

Velten sieht seine Analyse von Anfang 2017 aktuell bestätigt: So plane die Mehrheit der Hidden Champions und deutschen Top-Unternehmen die nächste Generation ihrer Digital- und IoT-Plattformen auf Basis der globalen Public Clouds zu entwickeln und zu betreiben. Die Public Cloud werde damit zur Infrastrukturbasis des Digitalgeschäfts der deutschen Wirtschaft. Der Shift von Private Clouds in Richtung hybrider und -Multi-Cloud-Umgebungen sei in vollem Gange.

Crisp liefert auch Zahlen: Die globalen Ausgaben für IaaS und PaaS sollen von 34,7 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf 83,2 Milliarden Dollar im Jahr 2020 steigen, danach gehe es steil auf die 100 Milliarden Dollar zu.

„Die globalen Cloud Plattformen von AWS, Azure, Google, IBM, Alibaba und Co. sind bis 2030 das Gravitationszentrum und Operating System für nahezu alle neuen digitalen Workloads und Plattformen - auch wenn im IoT-Zeitalter viel Rechenleistung und Intelligenz ‚on Edge‘ erbracht wird“, so Velten. „Nachdem in der ersten Dekade des Cloud-Computing von 2006-2016 vor allem Startups und Internetunternehmen die Public Cloud-Plattformen genutzt haben, steht die nächste Dekade ganz im Zeichen der Transition der Enterprise-IT. Zudem avanciert die Public Cloud zum zentralen Bau- und Steuerelement für komplexe IoT-Netzwerke und Architekturen.“

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