Public Clouds[Gesponsert]

Ein Überlaufbecken für Private Clouds

| Autor: Dr. Dietmar Müller

In der Praxis hat es sich bewährt, zuerst eine Private Cloud zu installieren, dann (Teile daraus) per OpenStack in die Public Cloud auszulagern.
In der Praxis hat es sich bewährt, zuerst eine Private Cloud zu installieren, dann (Teile daraus) per OpenStack in die Public Cloud auszulagern. (© Jürgen Fälchle - stock.adobe.com)

Laut dem Cloud Monitor 2017 von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hat die Cloud-Nutzung durch Unternehmen in Deutschland stark zugenommen – das ist nun aber nicht die bahnbrechendste Erkenntnis. Spannender ist es zu sehen, dass die vielen privaten Clouds zunehmend an die Public Cloud anflanschen, diese wird mehr und mehr zum Überlaufbecken für Firmendaten.

Laut dem Monitor haben zwei von drei Unternehmen (65 Prozent) in Deutschland im Jahr 2016 Cloud Computing genutzt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um elf Prozentpunkte, in diesem Jahr dürfte es mit Sicherheit ähnliche Zuwächse gegeben haben.

„Cloud Computing hat sich durchgesetzt und sich innerhalb weniger Jahre zur Basis-Technologie der Digitalisierung entwickelt“, sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research bei der Vorstellung der Studienergebnisse. „Die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen über Datennetze bietet enorme Vorteile. Cloud Computing macht die betrieblichen Prozesse effizienter und ermöglicht die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle.“

Interessant ist auch, dass sich der Mittelstand und die Großkonzerne in Sachen Cloud-Nutzung immer weiter angleichen, man könnte auch sagen, KMU holen bei der Cloud-Kompetenz auf: Firmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern haben die Cloud-Nutzung im Jahr 2016 um 12 Prozentpunkte auf 64 Prozent nach oben getrieben. Unternehmen mit 100 bis 1999 Angestellten legten um sieben Punkte auf 69 Prozent zu. Bei Konzernen mit 2000 und mehr Beschäftigten liegt der Anteil der Cloud-Nutzer bei 67 Prozent – dieses Segment weist ein überraschendes, aber kleines Defizit von zwei Punkten hin.

Welche Art von Cloud wird in Deutschland genutzt?

Welche Art von Cloud wird denn in Deutschland genutzt? Laut der Umfrage, die Bitkom Research unter 554 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern durchgeführt hat, setzten im Jahr 2016 44 Prozent auf eine Private Cloud, im Jahr davor lediglich 38 Prozent. Dieser Anstieg geht mit einer Neigung zum Outsourcing einher: „Der Trend in den Unternehmen geht seit einigen Jahren dahin, den Betrieb von Private Clouds an externe IT-Dienstleister zu vergeben“, sagte Pols. Laut Studie verwalten lediglich noch 13 Prozent der Anwender Private Clouds komplett in Eigenregie. 2012 lag dieser Anteil mit 26 Prozent noch doppelt so hoch!

Ein weiterer großer Trend ist in Sachen Nutzung von Public Clouds festzustellen, 29 Prozent der Anwender haben im Jahr 2016 entsprechende Dienste genutzt, 2015 waren es 26 Prozent und 2014 lediglich 16 Prozent. „Nach dem Durchbruch für die Public Cloud im Vorjahr legt die Nutzung weiter zu“, so Pols. Experten berichten zudem, dass die Public Cloud immer mehr zum „Überlaufbecken“ für Unternehmensdaten werden. Kann die Private Cloud in Peak-Zeiten nicht mehr alle einlaufenden Daten erfassen, müssen diese eben in die angeflanschte öffentliche Cloud verschoben werden.

Laut Umfrage speichern aktuell 84 Prozent der Unternehmen vermeintlich unkritische Business-Informationen in der Public Cloud. 67 Prozent der Public-Cloud-Nutzer speichern Kommunikationsdaten wie E-Mails, 27 Prozent personenbezogen Daten und 19 Prozent auch kritische Business-Informationen. 49 Prozent der Public-Cloud-Nutzer greifen online auf Software-Anwendungen zu (Software as a Service), 47 Prozent auf technische Services wie Datenspeicher oder Rechenleistung (Infrastructure as a Services) und 28 Prozent auf spezielle Entwickler-Tools oder Betriebssysteme (Platform as a Service). 23 Prozent verlagern bestimmte Geschäftsprozesse in die Cloud (Business Process as a Service).

Sicherheit wird großgeschrieben

Und das weitgehend ohne Risiko, denn die Cloud selbst sorgt mittlerweile für Sicherheit: 2016 nutzten ganze 44 Prozent Security as a Service in der Public Cloud, das Jahr zuvor waren das lediglich 29 Prozent. „Immer mehr Unternehmen erkennen die Chance, die Datensicherheit mit Public-Cloud-Lösungen zu verbessern“, sagte Marko Vogel, Director Cyber Security bei KPMG.

Nach den Ergebnissen der Umfrage halten 57 Prozent der befragten CEOs und CIOs ihre Unternehmensdaten in der Public Cloud für „sehr sicher“ oder „eher sicher“. Lediglich vier Prozent halten ihre Daten für „sehr unsicher“ oder „eher unsicher“. „Die große Mehrheit der Unternehmen hat Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten in der Cloud“, so Vogel. Tatsächlich scheiden interne IT-Systeme in der Praxis bei der Sicherheit im Vergleich zu Public-Cloud-Lösungen nicht besser ab, im Gegenteil: In der Umfrage erklärten 22 Prozent aller Befragten, dass es in den vergangenen 12 Monaten Datensicherheitsvorfälle in ihren Private Clouds gegeben hat. Unter den Nutzern von Public-Cloud-Lösungen finden sich aber nur 19 Prozent, die von Sicherheitsvorfällen berichten können.

„Unternehmensdaten sind in der Public Cloud genauso gut geschützt wie in internen IT-Systemen“, resümiert daher Vogel. „Unternehmen benötigen für ihre Public-Cloud-Anwendungen aber ein angepasstes Sicherheitsmanagement.“ Etwa zwei von drei Unternehmen haben Methoden installiert, um die Datensicherheit in der Wolke zu erhöhen. So kontrollieren 63 Prozent die unerlaubte Nutzung von Public-Cloud-Diensten im Unternehmen. Neben klaren internen Vorschriften für die Auswahl und Nutzung von Cloud-Diensten kommen dabei die Auswertung von Firewall-Logins oder spezielle Sicherheitsüberprüfungen der genutzten Cloud-Anwendungen zum Einsatz. „Die Unternehmen sollten einen Wildwuchs bei der Nutzung von Cloud-Diensten vermeiden, um Sicherheitslücken zu vermeiden“, so Vogel.

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