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Nutanix-Cluster auf AWS verfügbar, auf Azure in Vorbereitung Hybride Cloud-Infrastruktur für die Multi-Cloud-Ära

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Covid-19 hat unser aller Perspektive verschoben. In der IT richtet sich das Augenmerk nun verstärkt auf Admin-Teams, die noch innovativer, agiler und flexibler als früher sein müssen.

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Nutanix Clusters bietet einen der derzeit schnellsten Wege in die Hybrid- und Multi Cloud.
Nutanix Clusters bietet einen der derzeit schnellsten Wege in die Hybrid- und Multi Cloud.
(Bild: Nutanix)

Es gilt, den geschäftlichen Anforderungen für immer mehr im Homeoffice befindliche Mitarbeiter gerecht zu werden, während die Admins gleichzeitig selbst aus der Ferne arbeiten. Um dabei die Kontrolle zu behalten, werden Public Clouds wie AWS, Azure, GCP und andere verstärkt genutzt.

Die IT-Teams müssen daher heute in der Lage sein, ihre vorhandenen lokalen Umgebungen und Anwendungen auf öffentliche Clouds ihrer Wahl auszudehnen und verschiedene Public Cloud-Dienste zu nutzen. Dabei ist eine einheitliche Verwaltungsebene für die Infrastruktur unabdingbar. Bei einer solchen Lösung muss es sich um eine echte Hybrid & Multi Cloud-Lösung handeln.

Nutanix Clusters ist ein neues Angebot, das ein nahtloses Hybrid Cloud-Deployment ermöglicht und nativ in Public Clouds integriert ist. Die Lösung wurde so entwickelt, dass Anwender agil die Kapazität Ihres Rechenzentrums mithilfe der Public Cloud elastisch erweitern und so die betriebliche Effizienz maximieren können. Ihnen stehen dieselben Funktionen und Tools in Private wie Public Clouds zur Verfügung.

Nutanix Clusters offeriert eine konsistente Erfahrung zwischen lokalen und öffentlichen Cloud-Umgebungen. Anwendungen können in diesen Umgebungen verschoben werden, ganz ohne Risiko und mit praktisch null Kosten- und Zeitaufwand, der ansonsten für die Umgestaltung von Anwendungen in Anspruch genommen werden müsste.

Zunächst unterstützt Nutanix Clusters die Amazon Web Services (AWS), weitere – wie zum Beispiel Microsoft Azure – werden in Kürze folgen. Anwender können so mit Ihren vorhandenen Virtual Private Clouds (VPCs) den Nutanix HCI-Stack direkt auf AWS EC2 Bare Metal-Instances ausführen. Dazu kommt Prism Central zum Einsatz, um öffentliche und private Cloud-Deployments zu managen und zu vereinen. Nutanix Clusters können in allen weltweit verfügbaren AWS-Regionen mit verschiedenen Speicher- oder rechenintensiven Baremetal-Instance-Konfigurationen bereitgestellt werden, wie es eben für den jeweiligen Workloads erforderlich ist.

Nutanix Clusters helfen nicht nur, Anwendungen von der zugrunde liegenden Plattform zu entkoppeln, sie entkoppeln auch die Investments davon. In anderen Worten: Anwender haben die Möglichkeit, Ihre Nutanix-Softwarelizenzen in jeder beliebigen Cloud zu verwenden. Darüber hinaus können Sie flexibel zwischen Pay-as-you-go oder Abonnement-basierten Bezahlmodelle wählen. Bestehenden Investitionen in Public Cloud-Anbieter bleiben erhalten, während Credits, Rabatte und das Zahlungsmodelle für die genutzten Bare-Metal-Instanzen und Cloud-Ressourcen verwendet werden.

Dr. Markus Pleier, Director, System Engineering Central Europe bei Nutanix
Dr. Markus Pleier, Director, System Engineering Central Europe bei Nutanix
(Bild: Nutanix)

„Die Cloud ist kein Ort, sondern ein Betriebsmodell, das die wirtschaftlichen Ziele von Flexibilität und Kostenmanagement zu erfüllen hat“, so Dr. Markus Pleier, Director, System Engineering Central Europe bei Nutanix. „Doch natürlich setzt jedes Betriebsmodell auf Software-Stacks und Hardware-Plattformen auf. Je mehr es davon gibt, um so unübersichtlicher wird die Situation für die IT, die immer mehr Ressourcen aufwenden muss, um wieder Ordnung in das drohende Chaos zu bringen. Das war beim Umstieg von Mainframes auf Büro-Server und -Desktops der Fall und droht, sich bei der Multicloud zu wiederholen. Dem sagen wir mit unseren neuen Angeboten den Kampf an, damit die Vorteile des Betriebsmodells Cloud nicht in einer neuen Unordnung verloren gehen.“

Hauptmerkmale von Nutanix Clusters:

  • Native Netzwerkintegration: Nutanix Clusters ermöglicht es, die gesamte Nutanix-Software in vorhandene AWS-VPCs auszuführen und die Komplexität der Netzwerk-Overlays vollständig zu eliminieren. Vorhandenes AWS-Netzwerk-Setup – Cloud-Konten, VPCs, Subnetze und Direct Connect - können wiederverwendet werden.
  • Rack Awareness & Auto Host-Sanierung: Nutanix Clusters wählt die Nodes in AWS-Racks intelligent aus, um ein hochverfügbares Rack-fähiges Design zu gewährleisten, selbst wenn ein komplettes Rack nicht mehr verfügbar ist. Wenn eine einzelne AWS-Hostinstanz von EC2 als nicht reaktionsfähig gemeldet wird, löst sie einen Node-Ersatzvorgang aus, um die Clusterintegrität sicher wiederherzustellen.
  • Just-in-Time-Skalierung: Neue Nodes können bei Bedarf einfach hinzugefügt werden, entweder manuell mit nur einem Klick oder automatisch und Trigger-basiert.
  • Stillstand on-Demand: Auch der Ruhezustand kann mit nur einem Klick hergestellt werden, was die Kosteneffizienz der Hybrid Cloud maximiert. Zudem gibt es eine Wiederaufnahmefunktion (derzeit noch in einem frühen Stadium), sodass nur für wirklich benötigte EC2-Bare-Metal-Instanzen bezahlt werden muss. Die Funktion sendet Daten an einen kosteneffizienten S3-Speicher, deinstalliert Nutanix-Software und stoppt die EC2-Bare-Metal-Instanzen, sodass keine Bare-Metal-Compute-Kosten mehr anfallen. Bei einem neuen Bedarf kann der Cluster wieder mit nur einem Klick aus dem Ruhezustand zurückgeholt werden, wobei alle Daten erhalten bleiben.

Nutanix Clusters unterstützt vier AWS EC2-Bare-Metal-Instance-Typen. Das ermöglicht unterschiedliche Anwendungsfälle und eine globale Abdeckung in mehr als 20 AWS-Regionen.

Governance und Kosten

Nutanix Clusters macht viele der Kosten, die mit der Administration von Apps in Multi Clouds verbunden sind, obsolet. Innerhalb von Cloud-Umgebungen gibt es nämlich viel Verkehr – Anwendungen wechseln im Lauf ihrer Existenz von einer Test- und Entwicklungsphase in der Public Cloud in eine Private Cloud oder sogar in eine dedizierte Umgebung. Bei ständig benötigten Applikationen mit vielen Server-, Storage- oder sonstigen Ressourceninstanzen, die als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) bezogen werden, können die Infrastrukturkosten richtig wehtun. Dazu kommen nicht mehr benötigte Public-Cloud-Ressourcen, etwa Serverinstanzen, die wegen mangelnden Ressourcenmanagements weiterbezahlt werden müssen. Nutanix Clusters sorgt hier für Abhilfe.

Hinzu kommt, dass sich die großen Public Clouds hinsichtlich Protokollumgebungen, Managementumgebungen und funktionale Details unterscheiden. Anwendungen müssen aufwändig modifiziert werden, wenn sie von Public Clouds in interne Umgebungen transferiert werden, es sei denn, sie wurden von Anfang an für den Betrieb sowohl in On-premises- als auch Off-premises-Umgebungen gebaut. Auch hier sorgt Nutanix Clusters für eine einfache Portierung.

Neben der Überwindung der Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Protokollen erfordert das Abziehen von Daten aus der einen Cloud-Umgebung in eine andere unter Umständen manuelle Prozeduren wie das physische Versenden von Speichereinheiten, weil die verfügbaren Bandbreiten für die vorhandenen Datenmassen schlicht nicht ausreichen und den Migrationsvorgang zu sehr in die Länge ziehen oder zu kostspielig machen würden.

Auch auf der Personalseite zeigen sich negative Auswirkungen der Inkompatibilität von Public Clouds – welches Unternehmen könnte schon behaupten, über Admins mit zu viel Tagesfreizeit zu verfügen? Nutanix Clusters hilft, Applikationen möglichst reibungslos und somit schnell und kostengünstig zu migrieren.

Silo-Problematik in der Public oder Multi Cloud

Der Nutanix Enterprise Cloud Index 2019 zeigte uns, dass drei Viertel der deutschen Unternehmen Workloads aus der Public Cloud in das eigene Rechenzentrum zurückholen wollen. Gleichzeitig machen die unternehmenseigenen Infrastrukturen einen Wandel durch: Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen wollen sich in den kommenden fünf Jahren vom traditionellen Dreischichtenmodell verabschieden. Und immer mehr Public-Cloud-Anbieter versuchen, ihre Infrastruktur-Stacks in die Rechenzentren ihrer Kunden zu verpflanzen.

Damit droht die Errichtung eines IT-Silos, dass durch Public Clouds eigentlich verhindert werden sollte. Denn die Infrastruktur-Stacks der verschiedenen Public-Cloud-Angebote sind nicht miteinander kompatibel.

Aus Anwendersicht besteht das Interesse darin, die eigenen IT-Umgebungen kompatibel mit den diversen Public Clouds oder der Multi Cloud zu machen. Hier kommt Nutanix Clusters ins Spiel. Der AHV-Hypervisor macht den lokalen NVMe-Speicher Controller-VMs (CVMs) verfügbar, um Speicher über verschiedene Bare-Metal-Instanzen hinweg zu verwalten. Die CVMs clustern zusammen und bieten eine Speicher-Fabric über alle Knoten hinweg mit allen Enterprise-Speicherfunktionen, die Unternehmens-Apps benötigen.

Die Speicher-Fabric eines Nutanix-Clusters in AWS kann mit einem Nutanix-Cluster verbunden werden, der lokal die Backup- und Replikationsfunktionen von Nutanix AOS DR unterstützt, was eine nahtlose Mobilität von lokalen Anwendungen zu AWS und zurück ermöglicht. Während AHV in den Nutanix-Clustern in AWS installiert ist, kann jeder unterstützte Hypervisor in lokalen Nutanix-Clustern verwendet werden.

Die Netzwerkarchitektur von Nutanix Clusters

Nutanix Clusters offeriert die gesamte erforderliche Netzwerkintegration, sodass keine Overlays verwaltet werden müssen. Das macht Management-VMs unnötig, was wiederum Komplexität und Kosten reduziert. Nutanix Clusters installiert den AHV auf den AWS Bare Metal-Instances mit Benutzer-VMs, denen IP-Adressen zugewiesen sind, die von der nativen AWS-Netzwerkinfrastruktur bereitgestellt werden. Für die Kommunikation von Benutzer-VMs innerhalb von zwei Nutanix-Clustern auf AWS oder mit einem Nutanix-Cluster und Cloud-nativen EC2-VMs können nativ Cloud-Services genutzt werden, ohne Gateways oder Paketübersetzungen durchlaufen zu müssen. Das hat eine hohe Leistung und geringe Latenz zur Folge.

AHV wurde so ausgelegt, dass er eine umfassende Integration in AWS-Netzwerke erlaubt. AHV verfügt über einen effizienten embedded distributed Controller, der das VM-Netzwerk von Benutzern mit AWS-Netzwerken integriert. Der Controller erstellt wie gesagt kein Overlay-Netzwerk, und der eingebettete AHV-Netzwerkcontroller leitet die Pakete einfach an die richtige VM auf dem Host oder wo immer er migriert wurde. Das IP-Adressmanagement ist in AWS VPC integriert, daher werden alle VM-IPs des Benutzers aus den AWS-Subnetzen in den vorhandenen VPCs zugewiesen. So sind keine Controller-VMs, Edge-Gateways oder andere Verwaltungs-VMs für eine nahezu native Netzwerkleistung zwischen AHV-Benutzer-VMs und EC2-Instances erforderlich.

Die Nutanix Clusters-Konsole

Die Nutanix Clusters-Konsole orchestriert die Bereitstellung von Clustern in AWS-Konten. Dieser globale Service bietet Bereitstellungsautomatisierung, Cluster Lifecycle Management, Identity Access Management (IAM), RBAC, Sicherheit, Skalierung, Messung, Protokollierung und andere Funktionen im Zusammenhang mit der Cloud-Verteilung. Es überwacht kontinuierlich den Zustand der Bare-Metal-Instanzen im Cluster und führt die erforderlichen Aktionen aus, wenn etwa eine der Instanzen herabgestuft wird. Auch die täglichen Verwaltungs- und Workload-Vorgänge für das Cluster können über Prism Central durchgeführt werden.

Zentrale Anwendungsfälle für Nutanix Clusters

  • Lift and Shift: Es besteht keine Notwendigkeit, Anwendungen neu zu erfinden, sie können mit Nutanix Clusters einfach in die Cloud verschoben werden, was die Konsolidierung von Rechenzentren vorantreibt. Dazu werden bestehende Anwendungen einfach „gehoben und verschoben", ohne dass Änderungen daran vorgenommen werden müssen. Das spart in erheblichem Maße Kosten und Zeit.
  • On-Demand-Elastizität: In wenigen Minuten können unter Einsatz diverser Public Clouds Kapazitäten skaliert oder in verschiedene geografische Regionen expandiert werden, etwa um saisonalen Anforderungen zu begegnen.
  • Business Continuity: Public Clouds können für High Availability und Disaster Recovery genutzt werden, und zwar ohne die Komplexität, die sich aus der Verwaltung eines sekundären Rechenzentrums oder einer eigenständigen Disaster Recovery-Lösung ergibt.
  • Cloud-native Services: Alte lokale Anwendungen lassen sich durch einen direkten Zugriff auf Cloud-native Services wie künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen (ML), Analysen und mehr modernisieren.

Typische Workloads für Nutanix Clusters

Nutanix Clusters eignet sich allen voran für virtuelle Desktops in der Cloud: Public Cloud-Ressourcen werden herangezogen, um die VDI-Infrastruktur einfach zu skalieren. Auch E/A-intensive Anwendungen gehören zu den typischen Anwendungsfällen: High-End-Datenbanken, Big Data und anderen E/A-intensiven Apps können einfach in die Cloud geschoben werden, ohne deren Leistung zu beeinträchtigen.

„Die komplette Infrastruktur von den Unternehmen bis in verschiedene Public Clouds nahtlos miteinander zu verbinden und damit gleichsam unsichtbar zu machen, treibt nicht nur die Modernisierung der Rechenzentren voran. Vielmehr kann eine solche echte hybride Multicloud auch die Modernisierung der Anwendungslandschaften erleichtern und beschleunigen“, erklärt Dr. Pleier. „Ich denke hier natürlich an den Umstieg auf neue Softwaregenerationen wie SAP S/4HANA, aber auch an die Situation in regulierten Branchen wie Pharma und Chemie, die mit ihren IT-Umgebungen aufwändige Zertifizierungen durchlaufen müssen. Sie können davon profitieren, wenn die Stacks auf beiden Seiten der Infrastrukturlandschaft, der privaten wie der öffentlichen, praktisch identisch sind.“

Probefahrt möglich

Nutanix Clusters bietet einen der derzeit schnellsten Wege in die Hybrid- und Multi Cloud. Ein Test Drive des Nutanix-Cluster-On-AWS-Setups zeigt, wie Clusters verwendet wird, um einfach über Clouds hinweg zu migrieren. Eine kostenlose 30-Tage-Testversion lässt vorhandenen AWS-Konten mit Zugriff auf EC2-Bare-Metal-Instances nutzen und stellt eine hybride Konnektivität zwischen Nutanix on-premises und Nutanix in AWS her.

(ID:46905090)

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist