Google Cloud Summit München 2017

Google Cloud macht fit für die Zukunft durch Machine Learning und KI

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Willkommen in München – zum ersten Mal macht der Google Cloud Summit Station in Deutschland.
Willkommen in München – zum ersten Mal macht der Google Cloud Summit Station in Deutschland. (Bild: VIT)

Mit einem umfangreichen Angebot cloud-basierter Services und Tools, die weltweit von über einer Milliarde Nutzer verwendet werden, will sich Google als Cloud-Provider und ernstzunehmender Business-Partner für deutsche Unternehmen empfehlen.

Zum ersten Mal veranstaltete Google seine Fachkonferenz auf deutschem Boden, um interessierte Firmen gezielt anzusprechen und über die Möglichkeiten der Google Cloud auch anhand zahlreicher Vorträge von Partnern und Kunden zu informieren. Die Veranstaltung in München betont nicht zuletzt den hohen Stellenwert, den der deutsche Markt für die US-Amerikaner einnimmt. Google will das Feld nicht den Mitspielern AWS und Microsoft alleine überlassen, die sich hier bereits erfolgreich etabliert haben.

In seiner Botschaft an die vorwiegend aus der DACH-Region stammenden Summit-Teilnehmer unterscheidet sich Google kaum von der Mission anderer Anbieter in Sachen Cloud-Nutzung: mehr Wettbewerbsfähigkeit, bessere Zusammenarbeit, höhere Sicherheit und steigende Agilität sollen cloud-basierte Infrastrukturen und -Lösungen bringen. Insofern sollten Unternehmen gar nicht mehr darüber nachdenken, ob sie cloud-basierte Technik für ihre digitale Transformation einsetzen wollen, sondern nur noch wann – „und wann ist jetzt“, stellt Michael Korbacher, Director DACH Google Cloud, fest. Und für Paul Strong, Technical Director at the office of the CTO Google Cloud, ist es gar „die aufregendste Zeit in der Evolution der Informationstechnologie“ und die beste Gelegenheit, dass Unternehmen ihr Geschäft digital transformieren und mit Cloud- und Mobile-Services, Social Networking sowie Lösungen rund um Internet-of-Things, Big Data und Künstlicher Intelligenz optimieren.

Wohin des Wegs?

Im Allgemeinen wird Google hauptsächlich als Betreiber der gleichnamigen Suchmaschine und der Videoplattform Youtube wahrgenommen. Was viele aber nicht wissen: Dahinter steckt ein riesiges globales Computernetzwerk, welches über mehrere tausend Kilometer Glasfaserkabel verfügt und das Google selbst betreibt. 40 Prozent des weltweiten Internetverkehrs laufen über dieses Netzwerk. Damit können Unternehmen auf der gleichen Infrastruktur aufbauen, die Google selbst nutzt, um Milliarden von Suchergebnissen in Millisekunden zu beantworten oder 6 Milliarden Stunden YouTube-Videos pro Monat auszuspielen. Global sorgen mehr als 700 Top-Experten dafür, dass die Google Cloud sicher und zuverlässig bleibt. Und die Rechenzentren gehören zu den energieeffizientesten der Welt.

Für Google eigentlich die besten Voraussetzungen und eine strategisch richtige Entscheidung, sich weiter auf das Cloud-Geschäft zu fokussieren. Dass Google gut daran tut, seine Stärken als extrem datengetriebenes Unternehme im inzwischen – wer hätte das noch vor fünf Jahren gedacht – hart umkämpften Cloud-Markt gezielt auszuspielen, zeigt ein Blick auf die aktuelle Forbes-Liste der führenden Cloud-Anbieter. Gehörte man in den vergangenen Jahren noch zu den Top-Playern, ist Google in diesem Jahr aus dem Ranking der Top 5 Cloud-Anbieter des US-amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes herausgefallen und rangiert nur noch auf dem siebten Platz. Forbes-Experte Bill Evans erklärt auch warum: Google habe „tonnenschweres Potenzial“, kommuniziere aber nicht klar genug, ob beziehungsweise wie das Unternehmen künftig im Enterprise-Geschäft mitspielen wolle. Evans erklärt die Veränderungen im Ranking aber auch damit, dass sich die Medienaufmerksamkeit in den frühen Tagen der Cloud bisher vor allem auf die führenden Public-Cloud-IaaS-Anbieter Amazon Web Services, Microsoft und Google richtete. Jetzt verschiebe sich die Machtbalance zu den Technologieanbietern, die Geschäftskunden über die Infrastrukturphase hinaus in den Bereich führen, wo sie durch intelligent gesteuerte Prozesse mehr Wettbewerbsvorteile gewinnen könnten. Heute berücksichtige das Ranking daher auch solche Cloud-Anbieter, die das boomende Potenzial für Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Blockchain nutzten.

Google erklärt auf dem Summit in München nicht umsonst unermüdlich, wie wichtig die Cloud als Basis für die digitale Transformation der Geschäftsprozesse und als Grundlagentechnologie für Big Data, Machine Learning und Künstlicher Intelligenz sei. Es gebe kein Google-Cloud-Produkt mehr, wo nicht Machine Learning und Künstliche Intelligenz drinstecke, sei es Spracheingabe und -erkennung bei Google Search und dem mobilen Betriebssystem Android, Informationsverknüpfung und -bewertung bei Google Maps oder Drive oder zum Aufspüren von Spam in Gmail.

Ambitionen in Deutschland

Michael Korbacher, Director Google Cloud DACH, erklärt die Vorteile der Google Cloud für bessere Zusammenarbeit und optimierte Geschäftsabläufe in Unternehmen.
Michael Korbacher, Director Google Cloud DACH, erklärt die Vorteile der Google Cloud für bessere Zusammenarbeit und optimierte Geschäftsabläufe in Unternehmen. (Bild: Christian Rudnik/Google Cloud)

Der deutsche Markt hat für Googles Cloud-Geschäft einen hohen Stellenwert. Deshalb nimmt der Anbieter die besonderen Anforderungen hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit der Anwender sowie die daraus resultierenden speziellen Regularien sehr ernst. IT-Sicherheit werde nicht als Hindernis hingenommen, sondern in ihrer Erfüllung eher noch als Wettbewerbsvorteil begriffen, erklärt DACH-Chef Korbacher. Entsprechend selbstverständlich sei es daher, in die neue Cloud-Region Deutschland zu investieren, um insbesondere die Sicherheitskriterien und datenschutzrechtlichen Vorgaben zu erfüllen. Daher sei es auch selbstverständlich, dass alle Produkte geforderte Compliance im Zuge der EU-weiten General Data Protection Regulation (GDPR) ab kommenden Jahr uneingeschränkt erfüllen. Aus diesem Grund betreibt Google inzwischen auch eigene Rechenzentren in München und Frankfurt am Main. Diese physische Präsenz sei nicht nur in datenschutzrechtlicher Hinsicht wichtig und vorteilhaft, so Korbacher. Man habe auch die Latenzzeiten um mehr als die Hälfte reduzieren können.

Und nicht zuletzt die erst kürzlich angekündigte Partnerschaft mit SAP soll die Ambitionen auf dem deutschen Markt voranbringen. SAP integriert die Google Cloud Platform sowie die Google Suite in die eigenen Anwendungen. Im Rahmen der Partnerschaft wurde zudem die Lösung SAP Data Custodian angekündigt, um Datenzugriffe in der Cloud zu überwachen. Zudem empfiehlt SAP seinen Anwendern Googles Container-Lösung Kubernetes, die es erlaubt, bei Cloud-Anwendungen den Provider wechseln zu können. Dass SAP fast zeitgleich eine ähnliche Vereinbarung mit Microsoft getroffen hat, sieht Google entspannt. Multi-Cloud-Umgebungen in Firmen werden in Zukunft Standard sein, erklärt Korbacher. Und Vendor Lock-In sei sowieso keine Strategie für Google. Man verfolge seit eh und je einen offenen Plattformansatz, woran sich auch künftig nichts ändern werde. Zudem erleichtere die Container-Lösung Kubernetes die Anwendungsmigration für Unternehmen, so dass die Providerfrage für Nutzer sowieso eher zweitrangig werde.

Starke Referenzen

Die Leistungsstärke der Google-Plattform hat inzwischen mehrere deutsche Unternehmen überzeugt. Neben der Deutschen Börse AG, die Google Cloud für den Betrieb ihrer Digital Business Platform nutzt, wurden zum Summit in München gleich drei neue deutsche Großkunden vorgestellt.

Einer der weltweit größten Retailer für Nahrungsmittel, die Metro AG, hat ihre E-Commerce-Plattform in die Google Cloud migriert. Die großen Vorteile sieht das Unternehmen vor allem in den Bereichen Performance und Skalierbarkeit. Google habe zudem mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz, aber auch mit fairen Preisen überzeugt, erklärt Timo Salzsieder, CIO und CSO der Metro AG. Man sei nun in der Lage Tagesspitzen innerhalb des Webshops besser zu bewältigen, ohne die Infrastruktur selbst verwalten zu müssen.

Die Viessmann Group, weltweit agierender Produzent von Heiz-, Industrie- und Kühlsystemen, ist in den vergangenen Jahren vor allem international rasant gewachsen. Um die interne Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu verbessern und effizienter zu gestalten, nutzt das Unternehmen künftig die Google Suite und greift damit auf die Infrastruktur und Tools der Google Cloud zurück. Fast alle Daten und Anwendungen wurden innerhalb eines halben Jahres in die Cloud migriert und stehen nun allen Mitarbeitern weltweit zur Verfügung.

Den Kundendialog dank Künstlicher Intelligenz und Machine Learning zu verbessern, hat sich das Start-up BOTfriends zur Aufgabe gemacht und ist damit inzwischen führend in der Entwicklung von Chatbot-Anwendungen. Mit Hilfe von Chatbots wird vor allem der erste Kundenkontakt effektiver gestaltet. Zudem werden Fragen schneller beantwortet. Bei der Entwicklung der Chatbots setzt das Start-up auf das Machine Learning der Google Cloud, das besondere Vorteile bietet. Google nutzt nämlich Künstliche Intelligenz, um Anwendungsmodelle zu entwickeln und diese anhand der großen vorhandenen Datenmengen zu trainieren. Diese Modelle stehen dann als APIs den Anwendern zur Verfügung. BOTfriend verwendet diese selbstlernende Technologie, wodurch die Kommunikation mit den Chatbots natürlicher wirkt und die Nutzererfahrung verbessert wird. „Dank maschinellen Lernens entlasten wir auf diese Weise die Teams unserer Kunden in den Bereichen Kundensupport und Recruitment“, erläutert Mitgründerin Michelle Skodowski.

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