Das „Betriebssystem“ für gemischte Cloud-Umgebungen

Die Chaosbremse für hybride Multi-Clouds

| Autor / Redakteur: Christian Winterfeldt* / Elke Witmer-Goßner

Hybride Clouds sind problematisch, wenn ein einheitliches Management-Layer über alle Private und Public Clouds hinweg fehlt.
Hybride Clouds sind problematisch, wenn ein einheitliches Management-Layer über alle Private und Public Clouds hinweg fehlt. (Bild: © Кирилл Рыжов - stock.adobe.com)

Unternehmen kombinieren heute mehrere Cloud-Modelle, ohne die Dienste cloud-übergreifend administrieren, optimieren und automatisieren zu können. Das ist ineffizient, umständlich und kostenintensiv. Ein konsistenter, hyperkonvergenter Infrastruktur-Stack hilft, das Potenzial der hybriden Multi-Cloud voll auszuschöpfen.

Die meisten Unternehmen fahren heute eine Best-of-Breed-Strategie. Sie betreiben geschäftskritische Kernapplikationen on-premise und ergänzen diesen digitalen Kern nach den Wünschen des Business um Services aus der Cloud. Dabei bekommen diejenigen Cloud-Anbieter den Zuschlag, die die Anforderungen des Unternehmens am besten bedienen, seien es nun Salesforce, Microsoft, SAP, VMware oder andere. Das aktuell etablierte IT-Beschaffungsmodell ist die hybride Multi-Cloud, der optimale Mix aus on-premise, private Cloud und mehreren Public-Cloud-Anbietern wie Software-as-a-Service (SaaS) oder Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Laut IDC („Cloud Repatriation Accelerates in a Multicloud World”) nutzen über 70 Prozent der Unternehmen weltweit die Dienstleistungen mehrerer Cloud-Anbieter parallel, unter anderem für die Geschäftseinheiten Sales, Marketing, HR oder Financials.

IDC-Vergleich: Über einen Zeitraum von fünf Jahren reduziert eine konsistente Multi-Cloud-Infrastruktur die Kosten um 44 Prozent.
IDC-Vergleich: Über einen Zeitraum von fünf Jahren reduziert eine konsistente Multi-Cloud-Infrastruktur die Kosten um 44 Prozent. (Bild: IDC)

Was sich theoretisch optimal zusammenfügt, stößt im operativen Betrieb jedoch häufig auf Management-Probleme. Der Grund: Jeder Cloud-Provider stellt Kunden seine eigenen Management-Werkzeuge, Integratoren und Kostenkalkulatoren zur Verfügung; ein einheitliches Management-Layer über alle Private und Public Clouds hinweg fehlt. IT-Experten warnten deshalb schon vor Jahren, das neue Silo sei die Cloud. Dadurch können Synergien nicht genutzt und End-to-end-Geschäftsprozesse häufig nicht realisiert werden. Auch ein Preisvergleich zwischen konkurrierenden Cloud-Angeboten für bestimmte, unternehmensspezifische Workloads und die Migration zum kostengünstigeren Anbieter gestalten sich schwierig.

Cloud-Kunden wünschen sich Transparenz, Konsistenz und Flexibilität, auch in der hybriden Multi-Cloud. Das Rennen um das „Betriebssystem“ der hybriden Multi-Cloud ist in vollem Gang und einige Infrastrukturanbieter wie Dell Technologies und VMware präsentieren einsatzbereite Lösungen. Ein konsistenter SDDC-Infrastruktur-Layer (Software-defined Data Center) kombiniert mit einem ebenso konsistenten hyperkonvergenten Infrastruktur-Stack versetzt Kunden in die Lage, ihre Applikationen und Workloads über Private und Public Clouds hinweg dorthin zu migrieren, wo sie am Besten und kostengünstigsten konsumiert werden können.

Architektur der hybriden Multi-Cloud

Mit dem neuen, konsistenten Management-Software-Stack für hybride Multi-Cloud-Szenarien haben Kunden alle Clouds, die sie in ihrem Unternehmen einsetzen, über einheitliche Konsolen im Blick und operativ im Griff. Das Betriebsmodell für die hybride Multi-Cloud besteht aus mehreren Basis-Layern. Der hyperkonvergente Infrastruktur-Layer dient dazu, physische Infrastruktur zu jedem Zeitpunkt in sich konsistent und auf den aktuellsten Stand zu halten. Dieser Layer stellt eine aus virtualisierten Servern, Storage und Netzwerken bestehende Infrastruktur bereit, die skalierbar und leicht zu managen ist. Ein übergeordnetes Service-Layer verwaltet und automatisiert Dienstleistungen aus der Cloud und sorgt außerdem dafür, dass Service Level Agreements (SLAs), Policies und Sicherheitsvorgaben erfüllt werden. Auf einer weiteren, architektonisch höheren Ebene geben Infrastruktur- und Applikations-APIs Entwicklern die Möglichkeit, gezielt ganz bestimmte Funktionalitäten für die Erfüllung ihrer Aufgaben zu nutzen. Je nach Position und Funktion im Unternehmen werden zum Beispiel Service-Entwicklern, Service-Katalog-Managern, Automations-Ingenieuren oder Cloud-Administratoren unterschiedlichen Rollen zugewiesen und Rechte erteilt.

Grundlage für die konsistente, hybride Multi-Cloud ist die Cloud Foundation des Virtualisierungsspezialisten und -marktführers VMware. Die Foundation führt die Server-Virtualisierungslösung vSphere, den Storage-Virtualisierer vSAN und die Netzwerklösung NSX zusammen und schafft dadurch eine auf spezifische Workloads abgestimmte SDDC Infrastruktur. Cloud Foundation generiert für Cloud-Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität und Wahlfreiheit bei der Auswahl interner und externer Cloud-Modelle. VMWare Cloud Foundation läuft auf Appliances von Herstellern wie Dell EMC VxRail, Hitachi, NTT, Fujitsu und QTC. Durch VMware Cloud on AWS haben Kunden außerdem die Möglichkeit, temporäre Lastspitzen abzufedern, indem sie im Mietmodell Ressourcen der Amazon Web Services anmieten oder ihre Applikationen dorthin migrieren. AWS ist optimal in die konsistente, hybride Multi-Cloud integriert.

Konsistente Infrastruktur-Stacks bringen Kostenvorteile

In dem White Paper „Benefits oft he Consistent Hybrid Cloud: A Total Cost of Ownership Analysis oft the Dell Technologies Cloud“ vom April 2019 hat IDC evaluiert, wie in welcher Höhe Unternehmen durch den Einsatz eines konsistenten Infrastruktur-Stacks für hybride Multi-Cloud-Szenarien ihre Kosten reduzieren können. Grundlage des Kostenvergleichs war die hyperkonvergente Infrastruktur-Plattform VxRail mit einer Basiskonfiguration von 1500 Virtuellen Maschinen, von denen jede mit zwei vCPUs, 8 GB RAM und 50 GB SSD-Speicher ausgestattet war. IDC hat zwei typische Szenarien bewertet: Desaster Recovery für den katastrophalen Totalausfall und Bursting Workload, in dem Workload-Spitzen durch zusätzlich allozierte Ressourcen abgefangen werden mussten. Im Vergleich zum nativen Public-Cloud-Szenario reduzierte die konsistente hyperkonvergente VxRail von Dell EMC über einen Zeitraum von fünf Jahren signifikant die Betriebskosten: Im Bursting-Workload-Szenario um 44 Prozent, im Desaster-Recovery-Szenario um 47 Prozent.

Christian Winterfeldt, Dell Technologies Deutschland.
Christian Winterfeldt, Dell Technologies Deutschland. (Bild: Dell)

Multi-Cloud-Kunden eröffnet sich durch einen konsistenten Infrastruktur-Stack und einen cloud-übergreifenden Kostenkalkulator die Möglichkeit, Workloads und Applikationen nicht nur optimal provisioniert mit jederzeit kurzen Latenzzeiten, sondern auch sehr kostengünstig zu betreiben. Sie lösen gleich mehrere Probleme mit einer einzigen konsistenten Architektur. Durch die cloud-übergreifende Bereitstellung von IT-Services mit integrierter Sicherheit und automatisiertem Lifecycle-Management reduzieren sie das Geschäftsrisiko. Schließlich lassen sich Testumgebungen sehr schnell aufsetzen, was Innovationen fördert und die Time-to-Value für Produktneueinführungen und neue Geschäftsmodelle drastisch verkürzt.

* Christian Winterfeldt ist Director Sales Modern Datacenter (MDC) bei Dell Technologies Deutschland.

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