Toms Wochentipp: Opt-out-Vorschau über PowerShell steuern Copilot erreicht jetzt jede SharePoint-Site automatisch – so steuern Sie dagegen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Microsoft hat Copilot in SharePoint Mitte Juni 2026 von der Freischaltung auf einen Widerspruch umgestellt. Jeder Anwender mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz sieht die Assistenz dann automatisch auf Seiten, in Bibliotheken und in Listen. Administratoren brauchen vorab ein Konzept.

Copilot in SharePoint ist ab sofort bei jedem Anwender mit M365-Copilot-Lizenz automatisch verfügbar.(Bild:  Joos)
Copilot in SharePoint ist ab sofort bei jedem Anwender mit M365-Copilot-Lizenz automatisch verfügbar.
(Bild: Joos)

Mit dem Wechsel auf eine Opt-out-Vorschau verschiebt Microsoft die Standardeinstellung für Copilot in SharePoint. Bisher mussten Organisationen die Assistenz aktiv freischalten. Seit Mitte Juni 2026 erhält jeder Tenant die Funktion automatisch, sofern die Nutzer eine aktive Microsoft-365-Copilot-Lizenz besitzen. Microsoft berechnet dafür im Vorschau- und im Verfügbarkeitsstadium keine zusätzlichen Kosten. Ein zuvor gesetzter Widerspruch auf Tenant- oder Site-Ebene bleibt erhalten.

Funktionen auf Seiten, Bibliotheken und Listen

Copilot in SharePoint erweitert die vorhandenen Oberflächen um eine Assistenz in natürlicher Sprache. Anwender mit Lizenz finden einen schwebenden Copilot-Knopf rechts unten auf Seiten, in Dokumentbibliotheken und in Listen. Über diesen Einstieg lassen sich Inhalte erzeugen, bearbeiten und pflegen, ohne den Umweg über getrennte Werkzeuge.

In Bibliotheken fasst die Assistenz Dokumente zusammen und beantwortet Fragen zum Bestand. Auf Seiten hilft sie beim Aufbau und bei der Aktualisierung von Texten. In Listen ordnet sie Einträge und liefert Auswertungen. Der Chat bündelt diese Aufgaben an einer Stelle und greift dabei auf den Inhalt der jeweiligen Site zu.

Oversharing als zentrales Risiko

Die Reichweite der Assistenz hängt direkt an den Berechtigungen einer Site. Copilot in SharePoint zeigt einem Anwender genau die Inhalte, auf die sein Konto ohnehin Zugriff hat. Aus dieser Logik ergibt sich das Kernproblem vieler Tenants. Über Jahre gewachsene Freigaben, offene Bibliotheken und vergessene Gastzugänge fallen im Tagesgeschäft kaum auf.

Eine Assistenz, die Inhalte aktiv durchsucht und zusammenfasst, macht solche Schwachstellen sichtbar. Ein Anwender stößt über eine einzige Anfrage auf Dokumente, die er per manueller Suche kaum gefunden hätte. Mit dem Wechsel auf Opt-out wächst diese Angriffsfläche ohne ausdrückliche Entscheidung der IT. Vor der breiten Aktivierung empfiehlt sich daher eine Bestandsaufnahme der Freigaben und eine Prüfung sensibler Sites.

Steuerung über PowerShell und Restricted Content Discovery

Microsoft liefert mehrere Optionen, um die Funktion bewusst zu steuern. Auf Tenant-Ebene deaktiviert der Befehl Set-SPOTenant -KnowledgeAgentScope NoSites die Assistenz vollständig, sodass keine Site Copilot in SharePoint anzeigt. Für einen selektiven Betrieb setzt der Administrator Set-SPOTenant -KnowledgeAgentScope ExcludeSelectedSites und pflegt die Ausnahmen über die Liste KnowledgeAgentSelectedSitesList. Der Parametername KnowledgeAgentScope bleibt aus Gründen der Abwärtskompatibilität während der Vorschau bestehen.

Ergänzend wirkt Restricted Content Discovery auf einzelne Sites. Ist diese Funktion für eine Site gesetzt, erscheinen Copilot in SharePoint und die zugehörigen KI-Aktionen dort nicht, auch wenn der Tenant insgesamt aktiv bleibt. Die Kombination beider Ansätze erlaubt einen stufenweisen Start, bei dem unkritische Bereiche zuerst öffnen und sensible Sites geschützt bleiben.

Zusammenfassung

Mit der Opt-out-Vorschau macht Microsoft Copilot in SharePoint zum Standard für jeden lizenzierten Tenant. Der Nutzen einer Assistenz direkt an Seiten, Bibliotheken und Listen steht damit breit zur Verfügung. Im selben Schritt rückt die Qualität der Berechtigungen in den Vordergrund, denn die Assistenz folgt jeder bestehenden Freigabe. Tenant-Schalter und Restricted Content Discovery halten die Steuerung in der Hand der IT.

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