Application Delivery im Cloud-Zeitalter

Apps effizient und sicher in die Cloud migrieren

| Autor / Redakteur: Ralf Baumann* / Florian Karlstetter

Anwendungsbereitstellung in Multi-Cloud-Umgebungen.
Anwendungsbereitstellung in Multi-Cloud-Umgebungen. (Bild: gemeinfrei (PIRO4D / pixabay) / CC0)

Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen sind längst in den Unternehmen angekommen – und mit ihnen eine zunehmend zersplitterte IT-Infrastruktur. Gerade bei der Anwendungsbereitstellung kann diese empfindlich Sand ins Getriebe bringen.

Ralf Baumann, Director Cloud Networking CEE bei Citrix erläutert, wie IT-Organisationen dank einer ganzheitlichen App-Delivery-Strategie mit der technischen Entwicklung Schritt halten und Raum für Innovation schaffen können.

Agil sein, IT-Ressourcen schnell und elastisch skalieren, die Produktivität der IT-Organisation steigern – mit diesen Zielen setzen laut IDC Info Brief (PDF) inzwischen fast drei Viertel der Unternehmen auf Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen. Dabei werden On-Premises- und Off-Premises-Clouds verschiedener Anbieter kombiniert. Der Vorteil: Die unterschiedlichen Anforderungen einzelner Unternehmensanwendungen lassen sich auf diese Weise gezielt und zu überschaubaren Kosten adressieren. Auch umgehen viele Unternehmen durch eine solche Strategie eine zu große Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.

Hemmschuh Netzwerk-Infrastruktur

Was auf der einen Seite große Flexibilität bedeutet, bringt auf der anderen aber auch Einschränkungen mit sich. Dies verdeutlicht die aktuelle IDC Studie im Auftrag von Citrix zum Thema End-to-End Application Delivery. Hier beklagten 82 Prozent der Befragten, dass die zunehmende Komplexität ihrer Netzwerk-Infrastruktur sie bei der Migration von Apps in die Cloud blockiert.

In der Tat stehen IT-Abteilungen vor der Herausforderung, im Dickicht ihrer IT-Infrastruktur den Überblick über die Leistung und Funktion ihrer Anwendungen zu bewahren. Wo früher eine monolithische Architektur bestand, sprießen heute die Micro Services. Wo vormals ein zentrales Rechenzentrum den Takt vorgab, rauschen heute massenhaft Daten parallel durch vielfältige Kombinationen von Private und Public Clouds. Dies erschwert es zusehends, flächendeckend Compliance zu gewährleisten, Engpässe frühzeitig zu erkennen und die Kompatibilität der verschiedenen Komponenten zu sichern.

Gerade im Hinblick auf die Anwendungsbereitstellung kann eine zersplitterte Netzwerk-Infrastruktur somit schnell zum ernstzunehmenden Hemmschuh werden. So glauben nur 24 Prozent der von IDC befragten Unternehmen, dass ihr Netzwerk den Anforderungen ihrer App Delivery in die Hybrid-Cloud entspricht. Alle anderen fürchten, aufgrund ihrer bestehenden Infrastruktur in den neuen Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen den Anschluss zu verlieren und das Potenzial der Digitalisierung nicht vollständig nutzen zu können. Dementsprechend sind bereits 94 Prozent der Studienteilnehmer aktiv geworden und prüfen, modifizieren oder überholen ihr bestehendes Netzwerk im Hinblick auf App Delivery. 98 Prozent wollen dabei einen Multi-Vendor-Ansatz vermeiden.

Zukunftsmodell: End-to-End-Anwendungsbereitstellung

Eine ganzheitliche Lösung rückt bei der Suche nach einem erfolgversprechenden Netzwerk-Modell für in der Cloud aktive Unternehmen somit in den Fokus. An einer End-to-End-Strategie für ihre Application Delivery zeigten sich 79 Prozent der Befragten sehr oder sogar extrem interessiert, und zwar unabhängig von Branche, Unternehmensgröße und Land. Davon versprechen sich die Unternehmen Effizienzgewinne in ihrer IT-Organisation, sinkende Betriebskosten, mehr Zeit für strategische Initiativen sowie ein minimiertes Risiko durch potenzielle Sicherheitslücken.

Um dies zu erreichen, geht eine ganzheitliche App-Delivery-Strategie weit über die reine Anwendungsinstallation beim Nutzer und die Verarbeitung der angefragten Daten hinaus. Neben dem On-Premises Rechenzentrum schließt sie auch die Public Cloud und Unternehmensniederlassungen mit ein. Zusätzliche Technologien gewährleisten bei der App-Auslieferung die Transparenz und beschleunigen sie signifikant.

Mehr Tempo, mehr Security, mehr Ausfallschutz

So ist zum einen per Single-Sign-On (SSO)-Gateway sichergestellt, dass externe Nutzer immer authentifiziert werden, ohne jedes Mal ein Passwort eingeben zu müssen und es entsteht eine unmittelbar in den Prozess integrierte Schutzhülle um die gesamte App Delivery.

Zum anderen muss sich die IT-Abteilung dank eines softwaredefinierten WAN (SD-WAN) keinerlei Gedanken mehr darüber machen, welches der beste Kanal für die zuverlässige Bereitstellung einer bestimmten Anwendung ist. Alle Applikationen werden automatisch gebündelt und über den richtigen Kanal ausgeliefert. Fällt dieser aus, leidet das SD-WAN den Traffic – ebenfalls automatisch – um.

Und schließlich agieren moderne Application-Delivery-Controller (ADC) im Rahmen einer übergreifenden Management-und-Analytics-Klammer. Der Traffic lässt sich dank Micro-Services-Architektur nicht nur vertikal im Stack bewegen, sondern auch horizontal dem geeigneten Stack zuweisen. Das bedeutet ein deutlich höheres Auslieferungstempo, mehr Performance, kürzere Wartezeiten und eine optimale Auslastung.

Hohe Anforderungen an Anbieter

Ralf Baumann, Director Cloud Networking CEE, Citrix.
Ralf Baumann, Director Cloud Networking CEE, Citrix. (Bild: Citrix)

Die nachhaltige Umsetzung einer durchgängigen App-Delivery-Lieferkette – vom Nutzer, den Außenstellen und die Cloud über Gateways und Authentifizierung bis hin zu Server und Workload – stellt hohe Anforderungen an entsprechende Anbieter. So bleiben neben den neuen Micro-Services-Architekturen und Containern in aller Regel auch statische monolithische Systeme weiterhin im Einsatz. Daher sollte gewährleistet sein, dass möglichst viele Systeme und Services miteinander kompatibel und vielfältig miteinander kombinierbar sind.

Zudem sollte Application Delivery geräteunabhängig funktionieren. Sprich: Virtuelle und physische Server müssen auf x86-Standardhardware genauso laufen wie auf speziellen Rechenzentrums-Appliances – oder in der Cloud bei Amazon Web Services, Azure oder anderen Cloud-Service-Anbietern. Dies können nur Netzwerk-Provider mit einem klaren Software-Fokus ermöglichen. Unternehmen, die mit der rasant fortschreitenden Digitalisierung Schritt halten und Innovation auch morgen leben wollen, sollten bei der Transformation ihrer IT-Infrastruktur im Sinne einer End-to-End Anwendungsbereitstellung daher besonders genau hinschauen.

* Ralf Baumann, Director Cloud Networking CEE, Citrix

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