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Eigene Clouds sicher und effektiv betreiben 7 kostenlose Lösungen für die Private Cloud

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Nicht für alle Einsatzgebiete sind Public-Cloud-Lösungen die richtige Wahl. Viele Unternehmen und Organisationen wollen Cloud-Funktionen nutzen, aber die Kontrolle über die Infrastruktur und Daten behalten. Wir zeigen in diesem Beitrag sieben Lösungen, mit denen sich Cloud-Funktionen im eigenen Netzwerk bereitstellen lassen.

Open Source treibt die Cloud oder umgekehrt – der Anwender profitiert jedenfalls von kostengünstigen Angeboten für die Einrichtung privater Clouds.
Open Source treibt die Cloud oder umgekehrt – der Anwender profitiert jedenfalls von kostengünstigen Angeboten für die Einrichtung privater Clouds.
(Bild: © mast3r - stock.adobe.com)

Nach einer Umfrage des Bitkom nutzten 2018 bereits über 50 Prozent der Unternehmen eine private Cloud-Lösung, Tendenz steigend. Immer mehr Firmen und Organisationen nutzen Lösungen, um Cloud-Funktionen im eigenen Netzwerk effektiv bereitzustellen. Wer die Kosten niedrig halten will, kann die eigene Cloud im Unternehmen betreiben und beispielsweise auf Open-Source-Lösungen setzen.

Kostenlose Private-Cloud-Varianten

Cloud Foundry – Cloud-Lösung für Anwendungsentwickler
Cloud Foundry wird vor allem als Plattform für Entwickler verwendet, um dabei zu unterstützen Apps zu entwickeln. Dabei sollen Entwickler komplett vom Betrieb einer eigenen Infrastruktur entlastet werden, und sich nur noch um ihren Code kümmern. Entwickler, die Anwendungen für Container-Umgebungen entwickeln, oder ihre Anwendungen über Cloud Foundry bereitstellen wollen, sollten sich die Möglichkeiten von Cloud Foundry näher anschauen.

Die Plattform unterstützt Kubernetes und Docker. Cloud Foundry kann auf virtuellen Umgebungen wie VMware vSphere bereitgestellt werden, aber auch in Amazon AWS oder Microsoft Azure. Die Authentifizierung kann mit einem internen OAuth-Server durchgeführt werden.

Cloudify – Orchestrierungslösung für die eigene Cloud
Unternehmen, die auf Basis verschiedener Technologien eine eigene Cloud betreiben, benötigen ab einer gewissen Größe ein Orchestrierungswerkzeug, das bei der Bereitstellung und Verwaltung hilft. Ein solches Tool ist Cloudify. Geht es um die Automatisierung von Clouds im eigenen Netzwerk ist Cloudify eine der bekanntesten Lösungen. Sie arbeitet auch mit Automatisierungslösungen wie Jenkins zusammen, kann Container mit Kubernetes zusammen bereitstellen und verwalten, bietet aber auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Cloud-Lösungen wie Amazon AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud Platform.

Red Hat OpenShift und Istio – Die eigene Container-Cloud
Red Hat OpenShift ist eine Plattform für die Bereitstellung von Containern in einer privaten Cloud-Umgebung. OpenShift arbeitet dazu auch mit Docker und Kubernetes zusammen. Bestandteil von OpenShift ist auch Istio, ein Verwaltungsprogramm für Container-Umgebungen und Microservices. Istio wird zum Beispiel häufig in Kubernetes-Clustern für die Verwaltung der Service-Meshes verwendet, um zum Beispiel Apps, die in Containern unter Kubernetes laufen, effektiv zu verwalten.

ownCloud – Private Cloud mit Datenspeicher, Kalender und Mail

OwnCloud bietet mächtige Funktionen für die private Cloud.
OwnCloud bietet mächtige Funktionen für die private Cloud.
(Bild: ownCloud / Joos)

Bei ownCloud handelt es sich um eine klassische Private Cloud-Lösung, die ähnliche Funktionen, wie zum Beispiel Microsoft 365 oder SharePoint bietet. Im Fokus von ownCloud steht vor allem die zentrale Datenspeicherung und das Bereitstellen von Speicher in einer privaten Cloud. Zusätzlich lassen sich in ownCloud auch Zusatzfunktionen wie ein gemeinsamer Kalender oder eine gemeinsame Kontakte-Verwaltung einbinden. Dazu kommen Apps für Smartphones und Tablets, mit denen Anwender auf den Cloudspeicher zugreifen können, ähnlich wie bei OneDrive oder Dropbox. Auch Apps für die Online-Bearbeitung von Office-Dokumenten, die im Cloud-Speicher von ownCloud gespeichert sind, können in ownCloud angebunden werden.

Nextcloud – Alternative zu ownCloud

Nextcloud ist der private Cloudspeicher für das eigene Netzwerk.
Nextcloud ist der private Cloudspeicher für das eigene Netzwerk.
(Bild: Nextcloud / Joos)

Nextcloud gehört zu den bekanntesten Alternativen von ownCloud und stellt ähnliche Funktionen zur Verfügung. Die private Cloud-Lösung wurde durch den ownCloud-Gründer entwickelt, nachdem er ownCloud verlassen hat. Wir haben im Beitrag „Nextcloud Hub – Private Cloud mit zusätzlichen Funktionen“ bereits die Funktionen von Nextcloud behandelt. NextCloud bietet ebenfalls Möglichkeiten zur zentralen Datenspeicherung und kann gleichzeitig Funktionen wie Video- und Audiochat bereitstellen. Auch das Bearbeiten von Office-Dokumenten, die in Nextcloud gespeichert sind, können mit Nextcloud durchgeführt werden.

FileCloud – ownCloud-Alternative und Dropbox für die private Cloud
FileCloud bietet ähnliche Funktionen wie Dropbox für private Cloud-Umgebungen. Grundsätzlich entspricht FileCloud den Möglichkeiten, die auch ownCloud und Nextcloud bieten. Die Lösung kann unter Windows, Linux oder in einer Public Cloud-Umgebung betrieben werden. FileCloud ist eine der besten Alternativen zu OwnCloud. Sie verfügt nicht nur über alle Standardfunktionen, die Sie von OwnCloud erhalten, sondern FileCloud unterstützt auch Windows- und Linux-Server. FileCloud unterstützt im Gegensatz zu ownCloud Multi-Tenancy-Hosting, und die Möglichkeit Anwendungen auf Docker auszuführen. Dazu kommt die Möglichkeit einer integrierten Datensicherung und die Unterstützung für Office Online. Mit der Community-Edition können fünf Benutzer die volle Leistung von FileCloud nutzen, gleichzeitig kann eine unbegrenzte Anzahl von Benutzern mit den eingeschränkten Funktionen der Community Edition arbeiten.

Pydio – Privater Cloud-Speicher
Pydio bietet in der kostenlosen Version die Möglichkeit auf eigener Hardware einen privaten Cloud-Speicher bereitzustellen. Die Cloud-Lösung wurde mit PHP entwickelt und speichert seine Konfiguration in einer MySQL-Datenbank. Für den Cloud-Speicher gibt es Synchronisierungsclients für Windows, Linux und macOS. Auch Apps für iOS und Android stehen zur Verfügung. Die Daten werden verschlüsselt übertragen.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist