Wer ist der günstigste? Wer ist der sicherste?

10 Cloud-Speicher im Vergleich – Teil 2

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Kosten, Sicherheit und andere Kriterien: 10 Cloud-Speicheranbieter im Vergleich.
Kosten, Sicherheit und andere Kriterien: 10 Cloud-Speicheranbieter im Vergleich. (Bild: ©bluebay2014 - stock.adobe.com)

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Beim Ablegen privater oder unternehmensrelevanter Daten in der Cloud geht es vorrangig um den Preis – wie viel verlangt der Anbieter pro Gigabyte, was pro Terabyte? Als nächstes stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Daten. Sind sie beim günstigsten Anbieter auch gut aufgehoben? Und welche weiteren Features offeriert die jeweilige Plattform? Im zweiten Teil unseres Cloud-Speichervergleiches betrachten wir fünf führende Anbieter, die Server außerhalb Deutschlands betreiben.

Es gibt wirklich viele Cloud-Speicher-Angebote auf dem Markt. Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Beitrags fünf wichtige Angebote angesehen haben, deren Rechenzentren innerhalb der deutschen Landesgrenzen zu finden sind, wollen wir uns nun noch fünf Angebote mit Servern außerhalb Deutschlands ansehen: Amazon Drive, Apple iCloud, Dropbox, Google One und Microsoft OneDrive. Um den Überblick übersichtlich zu gestalten, führen wir die Anbieter alphabetisch auf.

10 Cloud-Speicher im Vergleich – Teil 1

Wer ist der günstigste? Wer ist der sicherste?

10 Cloud-Speicher im Vergleich – Teil 1

29.08.19 - Beim Ablegen privater oder unternehmensrelevanter Daten in der Cloud geht es vorrangig um den Preis; darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Daten. Außerdem spielt bei der Wahl des Anbieters auch eine Rolle, welche weiteren Features die jeweilige Plattform offeriert. Wir untersuchen das Angebot der fünf wichtigsten Cloud-Anbieter mit Servern ausschließlich in Deutschland. lesen

Für Privatanwender wie Sie und ich ist es in der Regel nicht ganz so ausschlaggebend, wo unsere Bilder, Lieder, Videos, Notizen und sonstige Inhalte abgelegt werden. Natürlich ist und bleibt der Zugriff Fremder auf unsere Daten ein Unding, aber ganz ehrlich: Meine darf auch der chinesische Geheimdienst durchforsten; die einzige Voraussetzung dafür ist ein Verständnis für die bayerische Sprache.

Amazon Drive

Amazon ist der weltgrößte Anbieter von Public-Cloud-Ressourcen, wir müssen daher auch seinen Online-Speicher unter die Lupe nehmen. Unterstützt werden Windows, Mac, iOS und Android. Die Bedienung ist simpel, der Funktionsumfang im Vergleich mit anderen Cloud-Speichern sehr eingeschränkt. Zum Verschlüsseln müssen Anwender selbst zum Boxcryptor greifen.

Leider wurden der unbegrenzte (!) Speicherplatztarif (für lachhafte 70 Euro im Jahr) und die Probemitgliedschaft 2017 durch verschiedene Jahresmitgliedschaften ersetzt, die bei 100 Gigabyte (GB) Speicherplatz anfangen. Diese kosten 19,99 Euro, ein Terabyte (TB) schlägt mit 99,99 Euro zu Buche, und bis zu 30 TB fallen zusätzliche 99,99 Euro pro TB an. Alle Kunden erhalten 5 GB kostenlosen Speicher, Prime-Mitglieder haben unbegrenzten Fotospeicherplatz.

Somit fällt das Fazit einfach aus: Für Privatanwender und Prime-Mitglieder ist Amazon Drive eine Option. Für Firmen und Abteilungen ist das Angebot eher nichts; es fehlen selbst Synchronisationsfunktionen, zudem stehen die Server irgendwo in der Welt.

Apple iCloud

Ähnlich wie bei Amazon wird der Cloud-Speicher iDrive von Apple an Anwender von iPhone oder iPad praktisch mitgeliefert, die ersten 5 GB sind auch hier kostenlos. Unterstützt werden iOS, MacOS und Windows. Verschlüsselt wird mit TLS, auf den Servern mit dem üblichen 128-Bit-AES.

Anwender zahlen für 50 GB 0,99 Euro, für 200 GB 2,99 Euro und für 2 TB 9,99 Euro im Monat.

Die Anwender sollten wissen, dass iDrive seit neuestem die Google Cloud als Speicherplatz nutzt; vorher wurden die Daten der iCloud-Nutzer auf Microsoft Azure geparkt. Die Server stehen daher mutmaßlich in den USA oder sonstwo in der Welt. Ist aber vielen egal, das Angebot richtet sich ja nicht an Firmenkunden.

Fazit: Wem seine Fotos und sonstigen Aufnahmen auf dem iPhone wichtig sind, der kann die iCloud sehr einfach als Backup-Möglichkeit nutzen – sie ist tief in macOS und iOS integriert. Schnell werden dabei die 5 GB kostenlose Speicher-Ressourcen überschritten, aber hoch sind die danach anfallenden Kosten im Vergleich eher nicht.

Dropbox

Der Klassiker: Dropbox war der erste populäre Cloud-Speicher; an ihm haben sich viele Anbieter gemessen. Unterstützt werden die Betriebssysteme Windows, MacOS, Linux, iOS, Android und Windows Phone. Die Verschlüsselung erfolgt bei der Übertragung mit SSL/TLS, serverseitig mit 256-Bit-AES. Darüber hinaus gibt es eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und die Möglichkeit, zusätzlich Boxcryptor zu nutzen.

Das Pricing ist erfreulich überschaubar: 1 TB Speicherplatz kostet 10 Euro im Monat.

Obwohl Dropbox in den vergangenen Jahren immer mehr Features hinzugefügt hat, die Unternehmen zugutekommen, handelt es sich doch immer noch tendenziell um ein Angebot für Privatanwender, was an der Möglichkeit abzulesen ist, den Speicher der Basisversion durch das Werben von Freunden zu erweitern. Europäische Business-Kunden können anweisen, Daten ausschließlich in Deutschland zu speichern, ansonsten stehen die Server vorzugsweise in den USA.

Storage-Insider bewertete Dropbox bereits vor zwei Jahren. Das Fazit damals: „Dropbox ist praktisch und vielseitig einsetzbar: Das zeigt sich am einfachen Filesharing oder beim gemeinsamen Zugriff auf freigegebene Daten, durch die an Berechtigte mögliche Verteilung von Dokumenten und das automatische Backup bei jeder Veränderung.“

Google One/Google Drive

„Google One“ nennt sich das kostenpflichtige Cloud-Speicher-Angebot von Google mit unterschiedlichen Größen und Funktionen. Das kostenlose Cloud-Angebot mit 15 GB Storage heißt weiterhin Google Drive.

Bei Google One fangen die Preise bei 19,99 Euro pro Jahr für 100 GB an und skalieren bis zu 30 TB. Bis zu fünf Familienmitglieder können sich den Speicherplatz teilen. Damit ist auch schon klar, dass das Angebot eher nicht auf Firmen zugeschnitten ist; es fehlen auch die dafür üblicherweise angebotenen Funktionen.

Google verschlüsselt Übertragungen mit HTTPS, Anwendern wird zum Einsatz von Boxcryptor oder anderen vergleichbaren Tools geraten. Der Inhalt von Google Drive umfasst ein Office-Softwarepaket mit Sync-Funktionen. CloudComputing-Insider hat die beiden Angebote ausführlich verglichen.

Microsoft OneDrive

Microsoft OneDrive steht als Version für Privatanwender und für Firmenkunden bereit. Für letztere hat Storage-Insider bereits einige Praxistipps veröffentlicht. Unterstützt werden Windows, MacOS, Windows mobile, iOS und Android. Das große Alleinstellungsmerkmal des Angebotes ist natürlich die nahtlose Integration des Office-Paketes von Microsoft, weswegen es sich oft in kleinen und mittleren Unternehmen findet. In Windows 10 ist es bereits vorinstalliert, in den OneDrive-Angeboten ist wiederum mit Einschränkungen Office inklusive.

Das rückt den Fokus auf die Sicherheit des Angebotes: Abgesehen davon, dass die Server nur auf ausdrücklichen und kostenintensiven Wunsch in Deutschland stehen, ist die Verschlüsselung der Daten umstritten; Microsoft äußert sich dazu hier und hier. Storage-Insider hat sich das Angebot genau angesehen und rät dazu, mit Zusatztools für mehr Sicherheit zu sorgen.

Bei der Version für Privatanwender gibt es 5 GB kostenlosen Speicherplatz. Das Upgrade auf 50 GB wird mit zwei Euro im Monat verrechnet. Für 69 Euro im Jahr erhalten private Anwender maximal 1 TB Speicherplatz. Business-Kunden zahlen 99 Euro jährlich oder 10 Euro pro Monat für die Variante mit insgesamt 5 TB, verteilt auf Pakete von jeweils 1 TB, sowie der Möglichkeit, Office-Lizenzen an bis zu fünf Personen zu verteilen. Von Dritten werden beide Pakete auch für weniger Geld angeboten.

Individuelle Anforderungen

Laut IDC steigt das weltweite Datenwachstum weiterhin rasant an. Die gespeicherte Datenmenge aus geschäftlichen und privaten Anwendungen soll sich in den kommenden fünf Jahren verdoppeln – Onliner-Speicher helfen dabei, diese Massen zu bewältigen.

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