Synology-NAS-Systeme sind in vielen Unternehmen vor allem im Bereich der Datenspeicherung im Einsatz. Die NAS-Lösungen lassen sich auch als Schnittstelle zu Cloud-Diensten nutzen. Dazu stehen verschiedene Lösungen von Synology zum Einsatz, die sich sogar miteinander kombinieren lassen.
Synology-NAS wird mit C2-Diensten zum Hybrid-Cloud-Knotenpunkt – von Backup über Passwortmanagement bis hin zu KI-gestützter Analyse.
Mit Synology C2 steht eine Plattform zur Verfügung, die Dienste für Backup, Identitäts- und Passwortmanagement, Dateiübertragung, Objektspeicherung und Überwachung bündelt. In Verbindung mit der NAS-Hardware entsteht eine hybride Infrastruktur, die lokale Datenhaltung und Cloud-Funktionalität kombiniert. Diese Verbindung bringt neue Möglichkeiten, erweitert aber auch die Komplexität im Betrieb und erfordert ein differenziertes Sicherheits- und Compliance-Konzept.
Backup für Privatanwender, Freiberufler und kleine Büros
C2 Backup für Privatanwender sichert Windows-PCs, macOS-Systeme sowie Daten in Microsoft OneDrive. Die Lösung ermöglicht die Wiederherstellung kompletter Systeme, einzelner Dateien oder Ordner und unterstützt Bare-Metal-Recovery. Mehrere Versionen von Dateien werden gespeichert, sodass sich frühere Zustände jederzeit abrufen lassen. Externe Laufwerke können automatisch einbezogen werden, sobald sie angeschlossen werden.
Die Nutzung von C2 Backup als Ergänzung zu OneDrive ist insbesondere für Szenarien relevant, in denen Ransomware oder versehentliches Löschen Daten gefährdet. Daher eignet sich die Lösung nicht nur für Privatpersonen, sondern ist durchaus für KMU, Freiberufler und kleinere Niederlassungen durchaus sinnvoll. Gleichzeitig entstehen Herausforderungen: Backups großer Datenmengen können viel Bandbreite beanspruchen, und die Wiederherstellung aus der Cloud ist abhängig von der verfügbaren Internetverbindung. Auch die Kostenkontrolle spielt eine Rolle, da bei steigenden Datenmengen das Speichervolumen kontinuierlich wächst.
Backup mit C2 Backup for Business
Für Unternehmen bietet Synology C2 Backup eine zentrale Konsole, um Workloads aus verschiedenen Quellen zu sichern. Unterstützt werden Windows-Server, PCs, macOS-Systeme sowie Microsoft-365-Dienste wie Exchange Online, SharePoint, OneDrive for Business und Teams. Die Abrechnung erfolgt nach Speicherverbrauch, was eine flexible Skalierung ermöglicht. Funktionen wie granulare Wiederherstellung einzelner E-Mails oder Dateien, Self-Service-Portale für Anwender und Massenbereitstellung von Backup-Agenten erleichtern den Betrieb.
Probleme können auftreten, wenn viele gleichzeitige Backups die verfügbare Bandbreite belasten. Auch wenn Pay-as-you-go Kosten flexibel macht, kann die Abhängigkeit vom Cloud-Service langfristig zu planungsrelevanten Ausgaben führen. Unternehmen müssen zudem sicherstellen, dass ihre Compliance-Vorgaben durch die Speicherstandorte der Synology-C2-Rechenzentren abgedeckt sind.
C2 Password verwaltet Anmeldeinformationen zentral und synchronisiert diese über Apps und Browser-Erweiterungen. Die Lösung generiert sichere Passwörter, erkennt schwache oder kompromittierte Einträge und unterstützt den Austausch von Anmeldedaten in gemeinsamen Tresoren. Mit der Business-Variante in Kombination mit C2 Identity lassen sich Zugriffsrechte für Teams differenziert steuern.
Die Lösung ersetzt Tabellen oder einfache Browser-Passwortspeicher, stellt aber auch Anforderungen an Akzeptanz und Umstellung. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter mit dem System vertraut machen, um parallele, unsichere Ablagen zu vermeiden. Risiken bestehen außerdem, wenn der Passwortmanager selbst Ziel eines Angriffs wird. Zwar sorgt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dafür, dass Synology selbst keine Klartext-Zugangsdaten speichert, doch die Sicherheit hängt letztendlich auch von der Integrität der Endgeräte ab.
C2 Transfer ermöglicht den sicheren Austausch von Dateien unabhängig von E-Mail- oder Chat-Diensten. Dateien werden verschlüsselt übertragen, Empfänger authentifizieren sich per Einmalpasswort. Wasserzeichen mit individuellen Kennzeichnungen lassen sich automatisch einfügen. Administratoren können Richtlinien für Freigaben definieren, zum Beispiel Downloadlimits oder Ablaufzeiten.
Im Vergleich zu herkömmlichen Übertragungsmethoden bietet C2 Transfer mehr Kontrolle, erfordert aber ein Umdenken bei Nutzern. Anstelle einer klassischen E-Mail mit Anhang müssen Links verwendet werden, was in gewachsenen Arbeitsabläufen zunächst ungewohnt sein kann. Zudem entstehen bei großen Datenvolumen dieselben Bandbreiten- und Speicherfragen wie bei Backup-Lösungen. Auch hier gilt, dass der externe Betrieb eine Abhängigkeit vom Cloud-Service erzeugt, die sorgfältig geplant werden muss.
Stand: 08.12.2025
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Identitätsmanagement mit C2 Identity
C2 Identity bietet einen cloudbasierten Verzeichnisdienst, über den Benutzer und Geräte zentral verwaltet werden. Anmeldungen und Zugriffe lassen sich darüber steuern, Berechtigungen für Gruppen und Anwendungen zuweisen. In Kombination mit C2 Password entsteht eine eng verzahnte Verwaltung von Identitäten und Anmeldedaten.
Die Vorteile liegen in der Vereinfachung von Bereitstellung und Verwaltung, insbesondere bei dezentralen Belegschaften. Herausforderungen ergeben sich aus der Notwendigkeit, bestehende lokale Verzeichnisdienste wie Active Directory mit C2 Identity zu verbinden oder abzugrenzen. Auch die Frage, ob ein externer Cloud-Dienst als primäre Identitätsquelle geeignet ist, muss individuell beantwortet werden, insbesondere, wenn Compliance oder branchenspezifische Vorschriften lokale Lösungen verlangen.
C2 Object Storage stellt einen S3-kompatiblen Cloud-Speicher zur Verfügung. Die Preisstruktur ist einfach gehalten, es fallen keine zusätzlichen Gebühren für API-Aufrufe oder Abrufe an. Funktionen wie Versionierung und Objektsperre ermöglichen den Schutz vor unbeabsichtigten Änderungen und Löschungen. Mit C2 Express Box bietet Synology eine Lösung für die initiale Übertragung großer Datenmengen.
Objektspeicher eignet sich für Archivierung, Backup-Ziele oder Data-Lake-Szenarien. Einschränkungen ergeben sich durch die geografische Verfügbarkeit, da Synology derzeit nur Rechenzentren in den USA und Europa betreibt. Unternehmen mit globaler Präsenz müssen prüfen, ob diese Standorte ausreichen. Auch Performance-Fragen spielen eine Rolle, da Zugriffe von weit entfernten Regionen höhere Latenzen erzeugen können.
C2 Backup for Surveillance erweitert Surveillance Station um eine parallele Cloud-Aufzeichnung. Videodaten werden zusätzlich im C2-Rechenzentrum gespeichert, wodurch sie auch bei Ausfall oder Diebstahl des lokalen NAS verfügbar bleiben. Wiedergabe und Analyse erfolgen über ein Webportal, relevante Szenen können per Link geteilt werden.
Videodaten sind besonders speicherintensiv. Die Herausforderung liegt hier in der Dimensionierung von Bandbreite und Cloud-Speicher. Während kleinere Installationen mit wenigen Kameras kostengünstig abgebildet werden können, können große Videoanlagen sehr schnell hohe Datenmengen erzeugen. Unternehmen müssen daher entscheiden, ob sie alle Aufnahmen in die Cloud auslagern oder nur ausgewählte Kameras oder Zeiträume sichern.
Active Insight sammelt Metriken zu Leistung, Backup-Status und Dateiaktivitäten in einer zentralen Cloud-Konsole. Administratoren erhalten Verlaufsdaten zu CPU, Speicher, Netzwerk und Anmeldungen. Bei ungewöhnlichen Aktivitäten können Warnungen und automatische Snapshots ausgelöst werden. Durch Mandantenfähigkeit lassen sich mehrere Kunden- oder Unternehmensumgebungen in einem Dashboard verwalten.
Die zentrale Sicht erleichtert Administration und Fehlersuche, gleichzeitig werden sensible Betriebsdaten in die Cloud übertragen. Organisationen müssen entscheiden, ob sie diesen Grad an Transparenz einem externen Anbieter anvertrauen wollen. Auch hier gilt, dass ein Ausfall der Internetverbindung die Verfügbarkeit von Monitoring-Daten einschränkt.
KI-gestützte Verwaltung mit AI Console
Die AI Console führt KI-Mechanismen in die Synology-Umgebung ein. Sie soll Anomalien in Datenströmen erkennen, Sicherheitsevents analysieren und Ressourcenoptimierung unterstützen. Ziel ist eine automatisierte Entlastung der Administratoren durch Mustererkennung und Handlungsempfehlungen. In Verbindung mit Active Insight entstehen Szenarien, in denen Ransomware-Angriffe schneller erkannt und durch sofortige Snapshots eingedämmt werden können.
Die Zuverlässigkeit solcher Analysen hängt stark von der Trainingsbasis ab. Fehlalarme können auftreten, insbesondere in Umgebungen mit sehr heterogenen Datenzugriffen. Zudem bleibt offen, wie tiefgehend KI-gestützte Mechanismen tatsächlich in Unternehmensrichtlinien eingreifen können. Der Mehrwert liegt in der zusätzlichen Ebene der Überwachung, ersetzt aber keine klassischen Sicherheitsmechanismen.
Neben den C2-Diensten können Synology-NAS auch selbst als VPN-Server agieren. Über das Paket „VPN Server“ stehen PPTP, L2TP/IPsec und OpenVPN zur Verfügung. OpenVPN gilt als bewährte Lösung, die auf vielen Clients unterstützt wird. Administratoren können den Zugang granular über Benutzerrechte steuern und TLS-Authentifizierungsschlüssel einsetzen, um unautorisierte Verbindungen frühzeitig abzuwehren.
Die fehlende Integration von WireGuard ist ein Nachteil, da dieses Protokoll inzwischen als Standard für moderne VPN-Umgebungen gilt. Der Betrieb eines VPN-Servers auf dem NAS bedeutet zudem eine zusätzliche Angriffsfläche, wenn Konfiguration und Wartung nicht regelmäßig gepflegt werden. Firewall-Regeln, Portweiterleitungen und die Kontrolle von Benutzerkonten sind notwendig, um den Dienst sicher zu betreiben.
Fazit
Synology-NAS-Systeme lassen sich zu Hybrid-Cloud-Plattformen ausbauen, die eine große Bandbreite an Aufgaben abdecken. Sie ermöglichen Backups lokaler und externer Daten, Identitäts- und Passwortverwaltung, sichere Dateiübertragungen, Objektspeicherung, Videoüberwachung und Monitoring. Mit AI Console und Active Insight kommen KI-gestützte Analyse- und Automatisierungsfunktionen hinzu.
Gleichzeitig steigt die Verantwortung der Administratoren. Cloud-Synchronisation, Backup-Richtlinien, Compliance-Vorgaben und Sicherheit müssen konsistent umgesetzt werden. Unternehmen sollten den Einsatz nüchtern abwägen, zwischen den Vorteilen einer flexiblen, erweiterten Infrastruktur und den Herausforderungen zusätzlicher Komplexität, Kosten und Abhängigkeiten von Cloud-Diensten.