Definition: Desktop as a Service (DaaS)

Was ist Desktop as a Service?

| Autor / Redakteur: tutanch / Florian Karlstetter

Desktop as a Service - Bereitstellung des Desktops als Service aus dem Netz.
Desktop as a Service - Bereitstellung des Desktops als Service aus dem Netz. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Desktop as a Service ist ein Cloud-Dienst. Er stellt dem Anwender einen Desktop als Service aus dem Netz zur Verfügung. Grundlage des Desktop as a Service ist die Desktop-Virtualisierung. Anwender können von beliebigen Orten aus auf Ihren virtuellen Desktop zugreifen.

Desktop as a Service, abgekürzt DaaS, ist ein Cloud-Service, der virtualisierte Desktops aus dem Netz bereitstellt. Anwender können über ein Netzwerk wie das Internet auf den Service zugreifen und ihren Desktop unabhängig von ihrem Aufenthaltsort nutzen. Der lokale Rechner benötigt prinzipiell nur entsprechende Netzwerk- und Darstellungsfähigkeiten. Es kommen so genannte Thin Clients oder Fat Clients für den Zugriff auf den Desktop zum Einsatz. DaaS wird von einem Cloud-Provider in virtualisierten Rechenzentrumsumgebungen betrieben.

Für den Anwender bietet sich der Vorteil, dass all seine Anwendungen und Daten unabhängig von seinem Ort und seiner technischen Ausstattung zur Verfügung stehen. Die Einrichtung und das Management der Desktops übernimmt der Service-Provider. Der Provider kümmert sich um die Infrastruktur des kompletten Back-Ends. Dazu zählen die Speicherung und das Backup der Daten, das Security-Management sowie das Einspielen von Updates und Patches. Der Aufwand beim Anwender minimiert sich.

DaaS vereint die Konzepte des Cloud-Computings mit der Desktop-Virtualisierung. Anstatt wie bei der reinen Desktop-Virtualisierung die Desktops auf eigenen Servern zu hosten, stellt ein externer Provider den Desktop über eine Netzwerkverbindung als Dienstleistung bereit. In der Regel erfolgt die Abrechnung des Services nutzungsabhängig auf Basis der bereitgestellten Desktops, Anwendungen oder Speicher- und Rechenleistung. Dank dem DaaS sind Zahl und Leistung der Desktops sehr flexibel konfigurierbar und leicht zu skalieren. Die Benutzeroberfläche ist konzeptionell von der Hardware des Users entkoppelt.

Die Desktop-Virtualisierung als Grundlage für den Desktop as a Service

Die technologische Grundlage für den Desktop as a Service bildet neben der Netzwerkkonnektivität die Desktop-Virtualisierung. Andere Begriffe für Desktop-Virtualisierung sind Client-Virtualisierung oder Virtuelle Desktop Infrastruktur (VDI). Bei der Desktop-Virtualisierung wird virtuelle PC-Software auf einem zentralen, physischen Server betrieben. Es sind mehrere virtuelle Rechner auf einem Server installiert und die PC-Betriebssysteme logisch voneinander isoliert. Hier unterscheidet sich VDI vom Konzept des Terminal-Servers, bei dem sich die User ein gemeinsames Betriebssystem teilen.

Desktop-Virtualisierung kann auch als eine Art Erweiterung des Terminal-Server-Konzepts verstanden werden. Anstatt mehrere Anwendersitzungen innerhalb eines Betriebssystems bereitzustellen, liefert VDI pro User eine eigene Betriebssystem-Instanz. Jeder Anwender kann in seiner eigenen virtuellen Desktop-Umgebung ohne Beeinflussung anderer User arbeiten. Der virtuelle Desktop verhält sich aus Sicht des Anwenders analog einem Desktop auf einem lokalen Rechner. Die Hardwareanforderungen an den Client des Users sind minimal und umfassen lediglich die Funktionen für den Netzwerkzugang und die Darstellung sowie die Bedienung des Desktops per Maus und Tastatur.

Thin Client und Fat Client zur Nutzung des Desktop as a Service

Wie bereits beschrieben sind die Anforderungen an den lokalen Rechner für die Nutzung des Desktop as a Service sehr gering. Die minimalen Voraussetzungen erfüllt der so genannte Thin Client. Es kommen aber auch Fat Clients für den Zugang zum Desktop as a Service zum Einsatz. Der Thin Client ist ein mit den Netz verbundener Rechner, dessen Ausstattung auf die Ein- und Ausgabe beschränkt ist. Die eigentliche Ausführung der Programme, Datenspeicherung und Rechenleistung erfolgt komplett auf dem virtuellen Desktop in der Cloud. Beim Fat Client handelt es sich um einen vollwertigen PC oder Laptop, der ebenfalls den Zugang zum DaaS ermöglicht aber zusätzlich den eigenen Desktop mit all seinen Anwendungen besitzt. Er gestattet es, lokale Software auszuführen und Daten außerhalb der Cloud zu speichern.

Die Vorteile des Desktop as a Service

Durch den Desktop as a Service ergeben sich gegenüber den klassischen lokalen und nicht-virtualisierten Desktops und der Verwendung von normalen Arbeitsplatz-PCs oder -Laptops eine ganze Reihe von Vorteilen. Diese Vorteile sind unter anderem in folgenden Bereichen zu finden:

  • Management und Verwaltung der Arbeitsplatzumgebungen
  • Bereitstellung von Anwendungen
  • Bereitstellung von Hardware und Infrastruktur
  • Sicherheit und Verfügbarkeit des Desktops
  • Flexibilität und Ortsunabhängigkeit
  • Skalierbarkeit
  • Energieeffizienz

Nutzen Unternehmen den Desktop as a Service und Thin Clients konsequent, lässt sich die IT-Abteilung von zahlreichen alltäglichen Arbeiten entlasten. Das kosten- und zeitintensive Lifecycle-Management für herkömmliche Desktop-PCs wird wesentlich effizienter. Zudem erfüllt DaaS die immer stärker steigenden Anforderungen an Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Arbeitsplatzrechner. Dadurch dass alle Anwendungen zentral bereit gestellt sind, reduziert sich der Aufwand im Vergleich zu lokalen Installationen von Anwendungsprogrammen. Laufende IT-Kosten für die Hardware und die Infrastruktur sinken. Betriebssysteme und Rechenleistung werden auf den Servern im Netz vorgehalten und die Leistungsfähigkeit der lokalen Arbeitsplatzgeräte spielt für die Ausführung der verschiedenen Anwendungen keine Rolle mehr.

Selbst rechenintensivste Programme sind über einen einfachen und günstigen Thin Client und dem Desktop as a Service ausführbar. Die Thin Clients selbst erfordern im Vergleich zu einem PC oder Laptop weniger Wartungsaufwand und arbeiten in der Regel energieeffizienter. Werden neue Anwendungen im Unternehmen eingeführt, muss nicht mehr jeder einzelne Arbeitsplatzrechner die Anforderungen der neue Software erfüllen, sondern es genügt, die Bereitstellung der Rechenleistung auf dem zentralen Server. Die Virtualisierung des Desktops entkoppelt die Anwendungen von der Hardware und dem Betriebssystem des Endgeräts. Investitionen in die Arbeitsplatzausstattung sind durch diese Entkopplung besser geschützt.

Da die Clients universal, ohne individuelle Einstellungen nutzbar sind, können bei Arbeitsplatzumzügen die Rechner meist an ihrem Platz bleiben. Die Arbeitnehmer nutzen einfach den Client am neuen Arbeitsplatz und rufen damit ihren individuellen Desktop mit all ihren Anwendungen und Daten als Cloud-Service auf. Sämtliche Daten befinden sich an zentraler Stellen und können dort automatisiert für alle Anwender gesichert werden. Geht ein Client verloren, wird er gestohlen oder tritt ein Defekt auf, sind die Daten davon nicht betroffen. Sensible Unternehmensdaten sind geschützt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass auch Viren-Software oder Patches und Updates für alle Desktop-Umgebungen ohne großen Aufwand auf dem aktuellsten Stand zu halten sind. Für den Anwender ergibt sich der Vorteil hoher Mobilität und Unabhängigkeit von bestimmten Endgeräten. Alle Anwendungen sind per Netzanbindung von überall nutzbar, egal ob unterwegs, im Home Office oder beim Kunden. Selbst über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets steht der volle Funktionsumfang des Desktops zur Verfügung.

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