Betreiberwechsel für OpenStack IaaS- und Cloud Foundry PaaS

Suse übernimmt HPE-Assets und -Leute

| Redakteur: Ulrike Ostler

Suse kauft IaaS- und PaaS-Technik von Hewlett Packard Enterprise. Was bedeutet das?
Suse kauft IaaS- und PaaS-Technik von Hewlett Packard Enterprise. Was bedeutet das? (Bild: Suse)

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Vor kaum drei Wochen hatte Suse zur Hausmesse „Susecon“ mit der Übernahme von „Open Attic“ die erste Akquisition in der Unternehmensgeschichte bekannt gegeben, jetzt folgt die zweite. Suse kauft von Hewlett Packard Enterprise (HPE) wesentliche OpenStack-Assets aus dem „Helion“-Portfolio sowie Bestandteile von „Helion Stackato“.

Michael Miller, Vice President Global Alliances, Marketing und Product Management bei Suse, mag nicht kommentieren, warum HPE die PaaS- und IaaS-Assets veräußert, doch für Suse seien es Filet-Stückchen, die die eigenen OpenStack- und Cloud-Foundry-Strategien bereicherten.

Michael Miller: „Die treibende Kraft hinter dieser Akquise ist unsere Zusage, Kunden und Partnern Open-Source-Infrastruktur-Technik zur Verfügung zu stellen, die den Wert ihrer Unternehmen steigern.“
Michael Miller: „Die treibende Kraft hinter dieser Akquise ist unsere Zusage, Kunden und Partnern Open-Source-Infrastruktur-Technik zur Verfügung zu stellen, die den Wert ihrer Unternehmen steigern.“ (Bild: Suse)

Da es sich um Open-Source-Technik handelt, kauft Suse im eigentlichen Sinne keine Produkte oder Firmenbestandteile. Vielmehr geht es um das Recht, die jeweilige Technik zusammen mit der entsprechenden Community weiterzuentwickeln und an das Know-how zu gelangen. Suse übernimmt deshalb eine Reihe von Mitarbeitern. Miller mochte nicht sagen, wie viele HPE-Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln. Doch für Suse sei es eine bedeutsame Anzahl.

Thomas Di Giacomo, seit dem Frühjahr der erste CTO, den Suse jemals hatte, sitzt bald im Vorstand der Cloud Foundry Foundation.
Thomas Di Giacomo, seit dem Frühjahr der erste CTO, den Suse jemals hatte, sitzt bald im Vorstand der Cloud Foundry Foundation. (Bild: Suse)

Der Linux-Distributor sieht einen wachsenden Markt für Cloud Foundry Platform-as-a-Service. Zugleich wächst auch in herkömmlichen Enterprises das Interesse an OpenStack. Die nun von HPE gekaufte Technik wird in die „Suse OpenStack-Cloud“ integriert. Insbesondere gleiche Suse Lücken im Software Defined Networking (SDN) und der Network Funktion Virtualization (NFV) aus, so Miller. Bisher noch nicht quelloffene Bestandteile werden in den Open-Source-Status überführt. Letztlich wolle Suse ein Management-Tool anbieten können, das sämtliche Bereiche einer Software-definierten Infrastruktur abdecken soll.

Der Vertrag mit HPE schließt zudem ein, dass Suse künftig als bevorzugte Partner für HPE in Bezug auf Linux, OpenStack und Cloud Foundry behandelt wird. HPE fungiert als OEM der Suse-Techniken OpenStack IaaS und Cloud Foundry PaaS, sofern in HPE-Lösungen von Helion OpenStack and Helion Stackato stecken; die Vereinbarung ist jedoch keine exklusive.

Zudem stockt Suse das eigene Engagement in der Cloud Foundry Foundation auf; bisher war der Linux-Distributor „Gold“-Mitglied, künftig wird er „Platinum-Member“. Damit ist Suse auch durch CTO Thomas Di Giacomo im Vorstand der Foundation vertreten. Cloud Foundry wird gemeinschaftlich durch Cisco, Dell EMC, Hewlett Packard Enterprise, IBM, Pivotal, SAP, VMware und Suse entwickelt und adressiert insbesondere die Produktion, Telekommunikation sowie die Finanzbranche.

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Este Reaktionen auf den Deal sind durchaus positiv. So sagt Ashish Nadkarni, Program Director Computing Platforms beim Marktforschungsinstitut IDC: „Die erweiterte Partnerschaft und der Transfer von Technik-Assets trägt eine Win-Win-Potenzial in sich – für HPE und Suse sowie für deren Kunden. Suse hat darüber hinaus einmal mehr bewiesen, dass es als Partner das Maximum aus deren Oen-Source-Investments herausholen kann.“

Auch Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation kommentiert: „Seit mehr als 20 Jahren ist Suse ein kraftvoller Akteur in der Enterprise-Open-Source-Welt. Und ich bin sehr gespannt auf den Einfluss einer Suse Cloud-Foundry-Distribution auf Unternehmen und die Entwicklergemeinde weltweit. Suses strategische Vision der Zusammenführung der Platform-as-a-Service- und Container-as-a-Service-Technologien stellt eine hochwillkommene Ergänzung für den strategischen Dialog innerhalb der Cloud Foundry Foundation dar.“

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