Schnelles Netz, individuell anpassbar und vielleicht hybrid

So gelingt der Einstieg ins Cloud-ERP

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Der Full-Service-Provider mit Sitz in Weilerbach (Foto) rät zum überlegten Einstieg in die ERP-Cloud.
Der Full-Service-Provider mit Sitz in Weilerbach (Foto) rät zum überlegten Einstieg in die ERP-Cloud. (Bild: © proALPHA)

Gerade Unternehmen mit knappen Ressourcen können von Cloud-Lösungen profitieren – sagt Full-Service-Provider proALPHA und gibt jetzt neun Hilfestellungen für den erfolgreichen Einstieg.

Mit transparenten Kosten, flexibler Skalierbarkeit und einem hohen Maß an Sicherheit führt proALPHA in einer aktuellen Pressemitteilung exemplarisch die Vorteile von ERP-Lösungen aus der Cloud auf. Nichtsdestotrotz ist deren Einführung wohl kein Selbstläufer und mitunter schlagen auch hybride Ansätze die reine Cloud. Bevor sich Unternehmen für ein Enterprise Resource Planning aus der Wolke entscheiden, sollten sie daher folgende neun Fragen für sich beantworten:

1. Lässt sich das ERP-System in der Cloud individuell anpassen?

Ein ERP-System muss individualisierbar sein, auch wenn die Lösung aus der Cloud bezogen wird. Denn nur dann werden die Geschäftsprozesse im Unternehmen adäquat abgebildet. Dies schließt mit ein, dass bereits vorhandene betriebsspezifische Erweiterungen am ERP-Standardsystem bei einem Umzug problemlos mit in die Cloud übernommen werden können.

2. Werden unterschiedliche Cloud-Modelle angeboten?

Der Dienstleister sollte verschiedene Cloud-Modelle zur Verfügung stellen, denn nicht immer ist es sinnvoll, gleich das komplette ERP-System aus der Cloud zu beziehen. Soll beispielsweise kurzfristig eine neue Produktionsstätte im Ausland angebunden werden, kann eine Mischform aus On-Premise und in der Cloud betriebenem ERP das Modell der Wahl sein.

3. Ist die Verfügbarkeit des ERP-Systems gewährleistet?

Die Verfügbarkeit von Daten und Services muss garantiert sein. Dabei geht es zum einen um die hohe Performance der Anwendungen, die durch entsprechend dimensionierte Hochleistungs-Server, Speicher und Datenleitungen gewährleistet werden muss; zum anderen spielt auch die Ausfallsicherheit eine wichtige Rolle. Redundant ausgelegte Rechenzentren mit Fail-Over oder Notfallstromversorgung sind dabei nur einige der Punkte, die vor dem Start in die Cloud beim Dienstleister abzufragen sind.

4. Ist ausreichender Schutz vor Hackerangriffen, Viren und Spionage vorhanden?

Viele mittelständische Unternehmen fühlen sich zunehmend überfordert, wenn sie sich mit immer höherem Aufwand vor IT-Sicherheitsbedrohungen, wie Hackerangriffen, Viren oder Spionage, schützen müssen. Cloud-Anbieter könnten derweil insbesondere kleinere Firmen ein Sicherheitsniveau bieten, das sie sich im Eigenbetrieb möglicherweise gar nicht erreichen. Voraussetzung hierfür: IT-Sicherheitsspezialisten beschäftigen sich Full-Time mit der Server- und Datensicherheit und setzen dabei auch alle rechtlichen Vorgaben um.

5. Ist die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen gewährleistet?

Beim Datenschutz geht es um den Schutz von personenbezogenen Daten aller Art, ob von eigenen Mitarbeitern oder Dritten, während der Datenspeicherung und -verarbeitung. Bis zum Jahr 2018 muss in allen Mitgliedsländern die neue EU-Datenschutzgrundverordnung komplett umgesetzt werden. Dem entsprechend sollte ein Cloudbertreiber idealerweise die Verarbeitung der Daten in einem zertifizierten Hochsicherheits-Rechenzentrum auf deutschem Boden sicherstellen und alle in der EU und in Deutschland gültigen Datenschutzbestimmungen einhalten.

6. Stellen klare Support-Vereinbarungen den reibungslosen Betrieb sicher?

Eine ganzheitliche Cloud-Lösung umfasst den Betrieb der ERP-Anwendung, die Anbindung der Arbeitsplätze über das Netzwerk sowie den First- und Second-Level-Support für die Mitarbeiter über deutschsprachige Ansprechpartner auf Augenhöhe. Alle diese Leistungen sollte der Cloud-Anbieter im Idealfall selbst anbieten und über detaillierte Service Level Agreements mit dem Kunden vereinbaren. So hat der Kunde nur einen Hauptansprechpartner und erhält alles aus einer Hand.

7. Werden die Liquiditätsvorteile einer Cloud-Lösung voll genutzt?

Beim ERP-System aus der Cloud verteilen sich die Kosten auf den Nutzungszeitraum. Es gibt also keine hohen Anfangsinvestitionen in Lizenzen und Hardware. Das schafft einen Liquiditätsvorteil.

8. Bietet der Cloud-Provider einen Anschluss an die schnelle Datenautobahn?

Ohne schnelle Datenverbindung gibt es keine hohe Performance von ERP-Cloudlösungen und an eine dynamische Skalierbarkeit ist nicht zu denken. Unternehmen benötigen daher einen Hochgeschwindigkeits-Netzzugang.

9. Lassen sich auch andere Business-Anwendungen in die Cloud überführen?

Sind neben dem ERP-System auch HR-Anwendungen, Office-Applikationen oder Standardlösungen von anderen Anbietern im Einsatz ist zu überlegen, ob diese Software nicht auch mit in die Cloud wechseln sollte. Optimal ist ein Dienstleister, der – neben dem eigentlichen ERP – auch das Hosting weiterer Anwendungen in der Cloud anbietet.

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