Cloud Vendor Universe von Crisp Research

Das Cloud-Universum wächst mit Produkten und Services

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Im Cloud-Markt leuchten immer mehr neue Sterne, da Unternehmen stärker investieren.
Im Cloud-Markt leuchten immer mehr neue Sterne, da Unternehmen stärker investieren. (Bild: gemeinfrei Free-Photos - Pixabay / CC0)

Zum dritten Mal hat Crisp Research den Markt für Cloud Computing unter die Lupe genommen. In der neuesten Auflage des „Cloud Vendor Universe“ zeigt sich deutlich: Die Produkte differenzieren sich deutlich weiter aus und die Anwender haben schärfere Anforderungen und Auswahlkriterien an die Provider.

Für die Erhebung des Cloud Vendor Universe hat Crisp Research über 250 Anbieter und Angebote in den fünf relevantesten und am meisten gefragten Kategorien im Kontext Cloud Computing evaluiert, wovon schließlich über 110 Angebote in die Shortlist der relevanten Lösungen aufgenommen und im Rahmen von Quadranten positioniert wurden. Die Analyse zeigt, dass der Cloud-Markt im Vergleich zum Vorjahr– auch in Deutschland – noch einmal tüchtig zugelegt hat. So stehen nicht nur immer mehr entsprechende Lösungen zur Verfügung, so dass der Umfang und die Möglichkeiten gestiegen sind, sondern auch die Einstellung vieler Unternehmer gegenüber der Cloud-Technologie ist viel positiver geworden. Die Phase der eher distanzierten Begutachtung sowie des Ausprobierens ist dem praktischen und produktiven Unternehmenseinsatz gewichen.

Die schnelle Cloud-Adoption ist nicht zuletzt dem systematischen Aufbau von Know-how durch umfangreiche Trainingsprogramme geschuldet. Zudem haben zahlreiche konkrete Projekte die Kenntnisse und Erfahrungen der Unternehmen über die Plattformen und Cloud Operations vermehrt. Entsprechend haben sie auch die Anforderungen und Fixpunkte der Cloud-Strategien weiter verändert. Dies zeigt sich vor allem in den Markt- und Angebotskategorien sowie der zugehörigen Anforderungsspektren. Zu den in diesem Jahr wesentlichen Märkten im Rahmen der Analyse des Cloud Vendor Universe gehören Cloud Platforms - IaaS & PaaS, Cloud Security Management Platforms, Managed Kubernetes & Container Services, Managed Public Cloud Provider sowie Managed Hybrid Cloud Provider.

Zwischen den Großen bleibt genug Spielraum

So haben die drei großen Anbieter AWS, Microsoft und Google innerhalb der Angebote für Public Cloud Infrastruktur weiterhin einen deutlichen Vorsprung vor ihren Marktbegleitern. Dennoch gibt es auch in diesem Segment einige Angebote, die gerade für den deutschen Markt und Mittelstand besonders interessant sind. So bleiben auch für regionale Cloud-Anbieter noch zahlreiche Lücken und Potenziale, um attraktive und gefragte Cloud-Services zu etablieren. Doch auch innerhalb der Führungsgruppe zeigt sich Bewegung: Die Fähigkeit, einen stabilen Betrieb für alle Technologie-Segmente, insbesondere im Container-Umfeld, sicherzustellen, ist in der Praxis noch nicht überall eine Selbstverständlichkeit.

Darüber hinaus müssen sich die großen Provider für einen Multi-Cloud-Betrieb und mehr Open Source im Bereich der Entwicklung und dem Infrastrukturbetrieb rüsten. Aber während sich die Marktverfolger und Mitbewerber noch mit ihren Nischen und stabilen IaaS- und PaaS-Angeboten mit vereinzelten Plattform-Services beschäftigen, werden in der Führungsgruppe die Weichen für die neuen Technologietrends Künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge gestellt. Crisp Research bewertet diese Angebote allerdings als bislang eher gefällig, denn als ausgereift. In den kommenden Jahren würden sie aber weitere, wichtige Entscheidungskriterien für die Unternehmen sein.

Neue Ansprüche an die Sicherheit

Mit zunehmender Reife, aber auch steigender kritischer Bedeutung von Cloud-Architekturen für Unternehmen wird ein höheres Sicherheitsniveau notwendig. Was die Unternehmen bislang vergleichsweise einfach auf einer zentralen Architektur mit den bestehenden Standards und Tools mehr oder weniger gewährleisten konnten, gestaltet sich in der dezentralen Hybrid- und Multi-Cloud-Welt schon weitaus schwieriger. Denn die heterogenen Architekturen und Sicherheitskonzepte können nicht ohne weiteres eingesetzt und in die bestehende Sicherheitsarchitektur gebracht werden.

Public Clouds der verschiedenen Anbieter, neue Hybrid-Cloud-Architekturen und die bestehenden Legacy Services haben unterschiedliche Sicherheitscharakteristiken. Die Anbieter haben ihrerseits darauf reagiert und für die Cloud-Architekturen umfangreiche Security-Plattformen entwickelt. Da es sich bei den Marktplayern vor allem um bestehende Security-Größen und Enterprise-Technologie-Provider handelt, ist hier auch viel alter Wein in neue Schläuche gebracht worden. Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Viele der führenden Anbieter konnten auf Basis des bestehenden Security-Portfolios cloud-fähige Suiten entwickeln, die so den Unternehmen auch in der neuen Infrastruktur-Konfiguration helfen können. Daher sind die Antreiber und Führenden in diesem Marktumfeld vor allem diejenigen, die auch die allgemeinen Märkte für Security-Services üblicherweise anführen.

Managed Kubernetes und Container Services

Für die Unternehmen werden Container Services und Kompetenzen in Kubernetes zunehmend wichtiger. Das Potenzial ist im Multi-Cloud-Zeitalter besonders hoch für die Unternehmen und ein wichtiger Begleiter der eigenen Cloud-Transformation. Crisp Research verweist einschränkend aber auch darauf hin, dass hier ein großer Hype besteht, der sich daran zeigt, dass Unternehmen teilweise versuchen, Container Services häufiger als notwendig einzusetzen, um ihren Plattform- und Applikationsbetrieb noch agiler und flexibler zu gestalten.

Im Markt für Managed Kubernetes und Container Services ist der Mix der Anbieter, die dieses Thema aktiv treiben, besonders spannend. Das Spektrum reicht von reinen Container-Anbietern über internationale Open-Source-Größen und Managed Public Cloud Providern bis hin zu klassischen Linux-Experten.
Im Markt für Managed Kubernetes und Container Services ist der Mix der Anbieter, die dieses Thema aktiv treiben, besonders spannend. Das Spektrum reicht von reinen Container-Anbietern über internationale Open-Source-Größen und Managed Public Cloud Providern bis hin zu klassischen Linux-Experten. (Bild: Crisp Research)

Inzwischen hat sich rund um die Cloud Native Computing Foundation (CNCF), die hinter Kubernetes steckt, ein echtes Netzwerk aus zertifizierten Service Providern und Dienstleistern gebildet, die als Botschafter der Container-Technik die Entwicklung vorantreiben. Denn wie in nahezu allen Cloud-Fragen gilt auch hier, dass die Unternehmen nicht ohne diese externe Unterstützung auskommen. Gerade in bestehenden Architekturumgebungen ist ein versierter, erfahrener Dienstleister besonders gefragt. Die führenden Dienstleister, die sich im Rahmen dieser Services aufstellen, haben allesamt einen plattform-offenen Ansatz für ihre Container-Cluster. Das bedeutet, dass ihre Services und Plattformen für das Management von Kubernetes und den Containern sowohl on-premises, in der Private Cloud oder auf einer der vielen Public Clouds betrieben werden kann. Nur so ist es wirklich möglich, die hohe Flexibilität und Agilität, die Container-Technologien versprechen, ernsthaft zu nutzen.

Spannend ist laut Crisp Research hierbei der Mix der Anbieter, die dieses Thema aktiv treiben. Einzelne Unternehmen wie GiantSwarm und Loodse sind ausschließlich im Container-Umfeld tätig und zeigen ihre Expertise auf der Plattform und in zahlreichen Projekten mit namhaften Unternehmen. Aber auch internationale Open-Source-Größen wie RedHat inkl. CoreOS oder Pivotal gehören hier zu den klar führenden Anbietern. Neben den Managed Public Cloud Providern wie Claranet, Rackspace und PlusServer, die neben ihrer Querschnittsfunktion auch konkret als Kubernetes-Kontributor auftreten, sind es dann auch die klassischen Linux-Experten wie SUSE und Canonical, die neben einigen anderen Startups und Providern als zertifizierte CNCF-Partner das Kubernetes-Thema aktiv voranbringen.

Ein Markt differenziert sich

Im Gegensatz zu den Kubernetes und Container Service Providern umfassen die Kategorien der Managed Public und Hybrid Cloud Provider deutlich breiter aufgestellte Dienstleister, die noch stärker mit regionaler Präsenz und weniger mit automatisierten Plattformen punkten können. Bisher wurden diese beiden Dienstleisterkategorien nicht nur in einem Atemzug genannt, sondern auch sehr stark vermengt. Tatsächlich ist die Schnittmenge der geforderten Kompetenzen grundsätzlich auch relativ hoch. So müssen reine Public-Cloud-Architekturen Schnittstellen und Integrationen in Bestandssysteme vornehmen. Und auch in Hybrid Cloud-Architekturen sind Public-Cloud-Infrastrukturen ein zentrales Element. Dennoch unterscheiden sich die Dienstleister in der Praxis sehr stark voneinander.

Aber auch die Unternehmen verlangen eine stärkere Differenzierung der Dienstleister. So gibt es zum einen Projekte mit Cloud-native Workloads, die perfekt für den Betrieb auf den Public-Cloud-Architekturen geeignet sind. Hierbei handelt es sich dann vor allem um einzelne Plattformen, die schnell, agil und mit hoher User Experience bereitgestellt werden müssen. Zum anderen gibt es aber auch die Anforderungen, ganze Enterprise-Applikationslandschaften in eine neue Umgebung zu migrieren und zu betreiben. Hier geht es eher um Integrations- und Migrationskompetenz sowie zusätzliche Private-Cloud- und On-Premises-Infrastrukturen.

Deshalb hat Crisp Research in diesem Jahr auch die Provider deutlich stärker voneinander abgegrenzt. Den Markt der Managed Public Cloud Provider prägen und bestimmen die jüngeren und kleineren Dienstleister, die mit zahlreichen Cloud-Partnerschaften und agilen Methoden Cloud-native Projekte voranbringen. Den Markt der Managed Hybrid Cloud Provider haben hingegen diejenigen Player eingenommen, die eine weltweite Delivery-Kompetenz, eigene Rechenzentren, jahrelange Erfahrung und vor allem den Ansatz der Hybrid Cloud klar verfolgen. So ist davon auszugehen, dass die Unternehmen zukünftig eine Art Generaldienstleister für ihre IT und Hybrid Cloud Operations beauftragen und zusätzlich mehrere Managed Public Cloud Service Provider für kleine und größere Projekte beauftragen, um alle Vorteile der Cloud für ihre Digitalisierungsstrategie und Digital Customer Experience nutzen zu können.

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