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Cloud-Migration ohne Strukturveränderung Das beste Zuhause für Anwendungen

| Autor / Redakteur: David Blesovsky* / Elke Witmer-Goßner

Es gibt bereits viele Überblicke zu Hosting-Plattformen, die sich aber meist auf den Vergleich von Typ X mit Typ Y konzentrieren. Sie berücksichtigen dabei aber nicht unbedingt den Aspekt, warum es auch notwendig ist, den Anwendungen ein neues „Zuhause“ zu geben.

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Rom wurde nicht an einem Tag gebaut; das gleiche gilt für Cloud-Umgebungen.
Rom wurde nicht an einem Tag gebaut; das gleiche gilt für Cloud-Umgebungen.
(Bild: gemeinfrei © Andrea Albanese / Pixabay )

Daher möchte ich in diesem Artikel einige Hauptszenarien vorstellen, die konkrete Vor- und Nachteile aufzeigen, anstatt mich auf eine bloße Gegenüberstellung von Private und Public Cloud oder Cloud-nativ zu Hosted zu beschränken.

Bauen von Grund auf

Wenn eine Anwendung von Grund auf neu erstellt wird, stellt sich unweigerlich die Frage: Wo soll sie gehostet werden? Soll man sich lieber gleich selbst auf die Inbetriebnahme konzentrieren, anstatt sich mit Hosting-Entscheidungen zu beschäftigen? Und würdest du dich lieber auf die Inbetriebnahme konzentrieren, anstatt dich mit Hosting-Entscheidungen zu beschäftigen? Meine Meinung geht man den richtigen Weg, wenn man cloud-native Ansätze wie Platform-as-a-Service (PaaS) wählt oder die Applikationsentwicklung nach der Methode „Function-as-a-Service“ (FaaS), die „Infrastructure as Code“ als Grundlage hat, betreibt.

Über FaaS können Entwickler Funktionen für die Anwendung schreiben und anwenden, die sich direkt auf die Infrastruktur beziehen, und erhalten damit einen „serverlose“ Architektur. FaaS ermöglicht, dass Anwendungen auf einer Plattform entwickelt, betrieben und verwaltet werden können, ohne die üblichen Komplikationen und Mehrkosten für den Aufbau und die Wartung der Infrastruktur. Zudem bleiben die Funktionen durch die Verwendung einer FaaS-Infrastruktur solange im Leerlauf, bis sie aufgerufen werden. Sobald sie abgerufen werden, wird die Funktion übertragen und die Anwendung kehrt dann in den Leerlaufzustand zurück. Unternehmen bezahlen also nur für die Zeit, in der die Funktionen tatsächlich genutzt werden. Sie bezahlen nicht für den gesamten Server an sich.

Ein weiterer Ansatz für das Hosting von Anwendungen wäre, PaaS zu nutzen. Hierbei ist es möglich, eine cloud-basierte Architektur zu verwenden, die den Aufbau und die Wartung einer eigenen Infrastrukturumgebung überflüssig macht. Stattdessen steht den Entwicklern ein vorgefertigtes Backend bereit, mit dem sie effizient arbeiten können, einschließlich der Nutzung vorgefertigter Komponenten und Beispielcode für die modulare Entwicklung.

Der Schritt in die moderne Welt

Sollen Anwendungen modernisiert werden, begeben sich Unternehmen auf eine Reise, die sie von on-premise bis vollständig gehostet führen kann. Und je nach Alter und Struktur der Anwendung kann dies entweder in einer PaaS- oder einer Virtual Machine (VM)-basierten Umgebung geschehen. Doch viele Unternehmen machen die ersten Schritte in Richtung Cloud-Migration, bevor sie sich überhaupt mit PaaS beschäftigt haben. Dabei kann die schrittweise Modernisierung mit Hilfe eines Beratungsdienstleisters in einer privaten Cloud-Infrastruktur erfolgen, ohne dass alles in die Public Cloud verlagert werden müsste.

Das soll nun aber nicht heißen, dass die private Cloud einer öffentlichen vorzuziehen wäre. Es ist nur einfacher und nützlicher für Unternehmen, die erste Migrationsschritte unternehmen, wenn sie zuerst die Private Cloud favorisieren – auch um alle Anforderungen an Datenhoheit und -konformität zu erfüllen, je nach Art der Daten und der Nutzung der Anwendungen.

Je sorgfältiger in die Migration investiert wird, desto höher ist auch ihr Wert. Unternehmen sollten sich sicher sein, welche Anwendungen und Systeme verschoben werden sollen und intern die Geschäftsprozesse definieren, um von Anfang an eine verbesserte Bedienbarkeit zu erreichen. Erst wenn alle Bedenken zerstreut und die Ziele geklärt sind, sollte ein Cloud-Anbieter und/oder Service Provider ausgewählt werden. Und erst danach beginnt die Migration. Auf diese Weise kann das aktuelle System in die Cloud verschoben werden, ohne die Struktur selbst ändern zu müssen. Der Fokus liegt als auf der Migration und nicht auf irgendwelchen Änderungen. Erst wenn die Cloud-Architektur vorhanden ist, sollten bei Bedarf Änderungen an den Anwendungen vorgenommen werden.

Nivellierung aktueller Anwendungen

Es gibt aber auch Szenarien, die beide obengenannten Möglichkeiten kombinieren. Daher ist es auch nicht notwendig, sich bei der Modernisierung der Anwendungsinfrastruktur auf die Frage nach öffentlich, privat oder hybrid zu konzentrieren. Cloud-native Strategien erlauben es, dass mehrere Plattformen für die Umsetzung der Cloud-Strategie genutzt werden können. Besser ist es, sich auf die Lieferung zu fokussieren, um die Entscheidung für VMs, Container oder Severless zu erleichtern. Denn nur weil wir hier über Cloud-native sprechen, bedeutet das nicht unbedingt, auf VMs verzichten zu müssen. Ein Beispiel ist der Streamingdienst Netflix, der seit vielen Jahren VMs einsetzt und trotzdem skalierbare und hochverfügbare Dienste betreibt – eben weil man hier auf moderne Designprinzipien setzt.

Die zu einseitige Wahl eines „Lieferfahrzeugs“ kann sich auf die Ausführung der Workloads auswirken. Insofern sollten die Bereitstellungsziele bei der Modernisierung einzelner Anwendungen im gesamten betrachtet werden. Und durch Einsatz eines Open-Source-Technologiestacks ist auch die Interoperabilität für die Zukunft ohne Lock-in-Probleme gewährleistet.

Anwendungen und Infrastrukturen vorantreiben

Alle Entscheidungen sollten über einen längeren Zeitraum getroffen werden und nicht einfach über Nacht umgesetzt werden. Es ist auch ziemlich unwahrscheinlich, dass es einmal so einfach wird, nur eine Plattform auszuwählen und von dort immer weitermachen zu können. Eine mit Sorgfalt getroffenen Entscheidung, basierend auf der Art der Anwendung, die in Zukunft verwendet werden soll, gibt also die nötige Kontrolle darüber, wo und wie gehostet wird. Und wenn Änderungen erforderlich sind, muss keiner bei Null anfangen oder sogar neu schreiben.

* Der Autor David Blesovsky ist Chief Executive Officer bei Cloudhelix. Er verfügt über fundierte Kenntnisse in den Bereichen Managed Services, Virtualisierung und Cloud-Infrastruktur und begeistert sich für kreative Lösungen, die neue Arbeitsweisen und Denkweisen mit sich bringen sowie Cloud-first- und serverlose Prinzipien auf allen Betriebsebenen integrieren.

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