Annual Data Report: Identitätssysteme bleiben Schwachstelle Keepit analysiert Reifegrad von SaaS-Wieder­herstellungs­praktiken

Von Bernhard Lück 1 min Lesedauer

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Keepit hat mithilfe anonymisierter Nutzungsdaten seiner Backup-Plattform untersucht, wie Firmen SaaS-Daten sichern und wiederherstellen. Der Annual Data Report 2026 zeige deutliche Unterschiede im Reifegrad der Wiederherstellungspraktiken zwischen kleinen und großen Unternehmen.

Jakob Østergaard, CTO bei Keepit: „Strukturierte Tests und geführte Wiederherstellungen machen Backups erst zu einer wiederholbaren, zuverlässigen Funktion.“(Bild:  Keepit)
Jakob Østergaard, CTO bei Keepit: „Strukturierte Tests und geführte Wiederherstellungen machen Backups erst zu einer wiederholbaren, zuverlässigen Funktion.“
(Bild: Keepit)

Der Keepit Annual Data Report 2026 wertet aggregierte und anonymisierte Daten aus, die zwischen Januar und Dezember 2025 in der produktiven Keepit-Infrastruktur entstanden sind. Erfasst wurden Wiederherstellungshäufigkeit, -typ, Timing und Nutzerinteraktionen über alle aktiven Rechenzentrumsregionen – darunter Deutschland, Dänemark, die Schweiz, Großbritannien, die USA, Kanada und Australien. Auf Umfragen oder selbstberichtetes Verhalten verzichtet die Analyse laut Keepit bewusst; die Ergebnisse beruhen ausschließlich auf beobachtbaren Aktivitätsmustern.

Alltägliche Restores dominieren

Der mit Abstand häufigste Wiederherstellungsvorgang ist der Download einzelner Dateien. Er macht laut Bericht 90 Prozent aller Restore-Aktivitäten aus. Dies deute darauf hin, dass Unternehmen primär auf einfache, operative Datenverluste reagieren. Keepit wertet das als ein frühes, aber stabiles Stadium der Wiederherstellungsreife. Positiver fällt die Bilanz bei größeren Organisationen aus: Neun von zehn Unternehmen hätten Massenwiederherstellungen (Bulk-Recovery) erfolgreich validiert, was auf eine gewachsene Disaster-Recovery-Praxis hindeutet.

Identitätssysteme strukturell vernachlässigt

Als klares Risiko identifiziert der Bericht den Umgang mit Identitätssystemen. Diese werden laut Auswertung viermal seltener in Wiederherstellungstests einbezogen als Produktivitätsanwendungen – obwohl ein Ausfall des Identitätszugriffs den Betrieb sämtlicher abhängiger SaaS-Applikationen blockieren kann.

Globale Vorfälle ohne Lerneffekt

Aufsehenerregende Cloud- und Sicherheitsvorfälle des Jahres 2025 haben nach Angaben von Keepit keine messbaren Impulse für vermehrte Wiederherstellungstests gesetzt. Das Unternehmen schlussfolgert daraus, dass externe Ereignisse – selbst wenn sie breit wahrgenommen werden – nur selten zu einer aktiven Überprüfung der eigenen Wiederherstellungsbereitschaft führen.

Strukturierte Tests als nächster Reifegrad

Keepit-CTO Jakob Østergaard zufolge wird durch die Ergebnisse deutlich, dass Vertrauen in Wiederherstellungsprozesse durch regelmäßige Übung entsteht. Einfache Restores seien eine Grundlage, jedoch machten erst strukturierte und geführte Tests Backups zu einer wiederholbaren, zuverlässigen Funktion. Der Bericht zeige, dass Resilienz nicht durch zusätzliche Werkzeuge aufgebaut werde, sondern durch die konsequente Einübung von Wiederherstellungsprozessen unter realen Bedingungen.

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