Auszug aus dem eBook „Cloud Cost Management“

Cloud-Kosten senken, Cloud-Erfolg steigern

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Florian Karlstetter

Auszug aus dem eBook „Cloud Cost Management“.
Auszug aus dem eBook „Cloud Cost Management“. (Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Mit einem Cloud Cost Management und durch die Vermeidung von typischen Cloud-Fehlern lassen sich die Cloud-Kosten optimieren. Aber es gibt weitere Überlegungen, die Cloud-Anwender beachten sollten.

Neue Abrechnungs- und Lizenzmodelle nutzen: Auch wenn viele Cloud-Einsteiger dies erwarten: Cloud-Kosten sind nicht automatisch bedarfsabhängig, obwohl man bei Cloud Computing immer von bedarfsabhängiger IT-Nutzung spricht. Tatsächlich können viele Cloud-Kosten verbrauchsunabhängig sein, wie Monats- oder Jahreslizenzen ohne Kopplung an den tatsächlichen Bedarf und Verbrauch.

Cloud-Provider bieten aber zunehmend Abrechnungsmodelle an, die ohne solche Fixkosten auskommen. Die SaaS Subscriptions bei AWS Marketplace sind ein Beispiel dafür. Bezahlt werden die SaaS-Lösungen, die genutzt werden, in dem Umfang, wie sie genutzt werden. Die Abrechnung aller derart angebotenen SaaS-Lösungen erfolgt zentral über die AWS-Abrechnung. Damit wird die Abrechnung der Cloud-Kosten auf eine einheitliche, nutzungsabhängige Basis gestellt. Gleichzeitig wird die Beschaffung und das Monitoring der SaaS-Dienste hinsichtlich Nutzung und Kosten vereinheitlicht.

Nutzen-Analyse: Cloud-Nutzung muss wirklich sinnvoll sein

Ein weiterer Weg, unnötige Cloud-Kosten zu sparen, besteht darin, die Cloud nicht automatisch als Kostenersparnis anzusehen.Bevor Daten, Anwendungen und Dienste in die Cloud verlagert werden, muss eine genaue Nutzenanalyse erfolgen. Ein Tipp von transtec zum Thema Cloud-Migration lautet: „Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die Nutzung von Cloud-Services unweigerlich mit einer Kostensenkung verbunden ist. Doch dies muss nicht so sein. Dabei wird auch verkannt, dass eine Kostenreduzierung nicht immer das mit der Cloud verbundene primäre Ziel sein muss. Auch Aspekte wie Hochverfügbarkeit, Ressourcenengpässe oder Digitale Transformation – um nur einige zu nennen – können für die Cloud sprechen und ausschlaggebende Motive für die Entscheidung zugunsten der Cloud sein.“

Um den Sinn einer Cloud-Nutzung zu hinterfragen, sollten Unternehmen zuerst die Daten und Anwendungen prüfen, ob diese für die Cloud geeignet und zulässig (Datenschutz!) sind. Die Cloud-Sicherheit und Cloud-Verfügbarkeit muss zu der für Daten und Anwendung erforderlichen Sicherheit und Verfügbarkeit passen. Ebenso sollte die Abhängigkeit von den Daten und Anwendungen geprüft werden. Sind diese nur noch über die Cloud erreichbar, entsteht eine Abhängigkeit vom Cloud-Provider.

Risikoanalyse: unnötige Cloud-Risiken vermeiden

Die mögliche Kostenersparnis durch die Cloud sollte zudem abgewogen werden gegen die möglichen zusätzlichen Cloud-Risiken. Gerade im Hinblick auf die Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO / GDPR) muss klar sein, dass Datenpannen in der Cloud zu empfindlichen Geldbußen und weiteren finanziellen Schäden führen können. Die mögliche Kostenersparnis durch die Cloud kann dagegen verschwindend sein.

„In der heutigen Zeit von Cloud, BYOD und SaaS gibt es wohl keine größere Herausforderung als die Überwachung, das Tracking und die Steuerung von Daten innerhalb eines Unternehmens. Bei der Datenschutzverordnung geht es um die Vermeidung des Missbrauchs von personenbezogenen Daten von EU-Bürgern. Bei Nicht-Einhaltung drohen ernstzunehmende Strafen und Sanktionen, ganz egal, ob der Verstoß durch das gesamte Unternehmen oder einen einzelnen Mitarbeiter geschah und unabhängig vom Standort des Unternehmens. Zu verstehen, welche Daten existieren und wie diese verwendet werden, ist die neue Herausforderung“, so ein Statement von 451 Research.

Ergänzendes zum Thema
 
Mehr zum Thema im eBook „Cloud Cost Management“

Hybrid Cloud als Ziel: reine Cloud-Kosten sind zu kurz gegriffen

Cloud-Kosten sollten auch nicht als Ersatz für IT-Kosten angesehen werden, denn die hybride Cloud als Mischung aus Cloud-Services und lokaler IT ist die IT-Form der Zukunft: Laut dem SolarWinds IT Trends Report 2016: The Hybrid IT Evolution haben nur 14 Prozent der deutschen Unternehmen noch keinerlei Infrastruktur oder Anwendungen in die Cloud migriert, aber 80 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie wahrscheinlich nie die gesamten Services auslagern werden. Somit wird die hybride IT für IT-Abteilungen zur Realität –heute und in absehbarer Zukunft. Unternehmen sollten also bei der Kostenanalyse immer die ganze IT-Infrastruktur im Blick behalten, Cloud-Kosten alleine sind nicht aussagekräftig genug. Mit einer durchgehenden Kostenanalyse, dem Management der Cloud-Kosten und den Maßnahmen zur Cloud-Optimierung kann man dann sein Ziel erreichen: Senkung der IT-Kosten und mehr IT-Erfolg, und nicht nur Senkung der Cloud-Kosten und mehr Cloud-Erfolg.

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