Definition: Amazons flexibles Preismodell zur AWS-Nutzung Was sind Savings Plans von AWS?

AWS Savings Plans ist ein flexibles Preismodell von Amazon für die vergünstigte Nutzung von Amazon Web Services. Kunden erhalten im Vergleich zu den On-Demand-Preisen um 66 bis 72 Prozent niedrigere Preise. Sie müssen allerdings eine Nutzungsverpflichtung für einen Zeitraum von ein oder drei Jahren eingehen

AWS Saving Plans: flexibles Preismodell und günstigere Kosten gegen Nutzungsverpflichtung.
AWS Saving Plans: flexibles Preismodell und günstigere Kosten gegen Nutzungsverpflichtung.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

AWS Savings Plans ist der Name eines von Amazon im Jahr 2019 eingeführten flexiblen Preismodells für die vergünstigte Nutzung von Amazon Web Services. Es bietet im Vergleich zu den normalen On-Demand-Preisen deutlich niedrigere Preise. Die Kosten lassen sich mit AWS Savings Plans um bis zu 66 bis 72 Prozent senken. Im Gegenzug muss der Kunde eine Nutzungsverpflichtung für AWS-Dienste eingehen. Diese Nutzungsverpflichtung beträgt ein oder drei Jahre. Gewählt werden die Amazon Savings Plans beispielsweise über den AWS Cost Explorer. Amazon erstellt den Kunden automatisch Empfehlungen für bestimmte AWS Savings Plans auf Basis ihrer aktuellen Nutzung. Derzeit sind drei verschiedene Arten von AWS Savings Plans verfügbar. Diese drei Arten sind:

  • Compute Savings Plans (für die Nutzung von Amazon EC2, AWS Lambda und AWS Fargate),
  • EC2 Instance Savings Plans (für die EC2-Nutzung),
  • Amazon SageMaker Savings Plans (für die Nutzung der Cloud-Maschinenlernplattform Amazon SageMaker).

Die Überwachung und Verwaltung von Amazon Savings Plans ist mit Hilfe von Budgets, Budgetalarmen und Leistungs-Reports möglich. Wichtig zu wissen ist, dass AWS Savings Plans keine Kapazitätsreservierung darstellen. Mit On-Demand-Kapazitätsreservierungen lassen sich aber Kapazitäten reservieren und innerhalb eines Savings Plans vergünstigte Preise erzielen.

Die drei verschiedenen Arten von AWS Savings Plans

Im Folgenden eine etwas detaillierte Erklärung der drei verfügbaren Arten von Amazon Savings Plans:

Compute Savings Plans ermöglichen Einsparungen von bis zu 66 Prozent. Sie bieten eine hohe Flexibilität und sind unter anderem für die Nutzung von EC2-Instanzen unabhängig von Regionen, Betriebssystemen, Größen oder Instanzenfamilien gültig. Darüber hinaus sind sie für die Nutzung von AWS Lambda und AWS Fargate einsetzbar. Das Verschieben von Workloads innerhalb des Savings Plans wird vielfältig unterstützt, beispielsweise von EC2 nach AWS Lambda oder AWS Fargate.

Mit EC2 Instance Savings Plans sind sogar Einsparungen von bis zu 72 Prozent realisierbar. Im Gegenzug verpflichtet sich der Kunde zur Nutzung einer bestimmten EC2-Instance-Familie in einer ausgewählten Region. Innerhalb der Familie und der Region wird der Wechsel zwischen Instanzen unterstützt. Beispielsweise ist ein Wechsel der Betriebssysteme möglich.

Durch die Aktivierung eines Savings Plans für Amazon SageMaker verpflichtet sich der Kunde zu einer konstanten Nutzungsmenge der Cloud-Maschinenlernplattform Amazon SageMaker für eine Laufzeit von ein oder drei Jahren. Im Gegenzug erhält er ein flexibles nutzungsbasiertes Preismodell mit einem Kostensenkungspotenzial von bis zu 64 Prozent. Die Nutzungsmenge wird in $/Stunde gemessen. Amazon SageMaker Savings Plans gelten für SageMaker Studio Notebook, On-Demand Notebook, Processing, Training, Data Wrangler, Batch Transform und Real-Time Inference. Innerhalb des AWS Savings Plans ist die Nutzung unabhängig von der Region, der Größe und der Instanzenfamilie möglich.

Die Nutzung und Zahlungsmöglichkeiten von AWS Savings Plans

Mit Saving Plans bietet Amazon flexible Preismodelle für Compute-, Storage- und ausgewählte weitere AWS-Ressourcen im Austausch für eine bestimmte Nutzungsverpflichtung.
Mit Saving Plans bietet Amazon flexible Preismodelle für Compute-, Storage- und ausgewählte weitere AWS-Ressourcen im Austausch für eine bestimmte Nutzungsverpflichtung.
(Bild: Amazon Web Services)

Um sich für einen bestimmten Amazon Savings Plans zu entscheiden und ihn auszuwählen, lässt sich innerhalb der Managementkonsole der AWS Cost Explorer als erste Anlaufstelle verwenden. Auch eine API (Application Programming Interface) und das CLI (Command Line Interface) sind nutzbar. Im AWS Cost Explorer gibt Amazon dem Kunden automatisch Empfehlungen für AWS Savings Plans. Diese Empfehlungen basieren auf der bisherigen On-Demand-Nutzung des Kunden. Sie berücksichtigen Kriterien wie Zahlungsoptionen oder Laufzeiten. Nach dem Abonnieren eines AWS Savings Plans berechnet Amazon die Kosten für die AWS-Nutzung auf Grundlage der vergünstigten Preise des Savings Plans. Für darüber hinausgehende Nutzungen werden die On-Demand-Preise angesetzt. Zur Zahlung stehen drei verschiedene Optionen zur Verfügung:

  • 1. ohne Vorauszahlung mit monatlicher Abrechnung,
  • 2. mit Teilvorauszahlung von mindestens der Hälfte der Nutzungsverpflichtung und monatlicher Abrechnung des Rests,
  • 3. mit kompletter Vorauszahlung der gesamten Nutzungsverpflichtung (Zahlungsoption mit den niedrigsten Preisen).

Eine Abgrenzung zwischen AWS Savings Plans und Reserved Instances (RIs)

Schon vor der Einführung der AWS Savings Plans im Jahr 2019 gab es flexible Preismodelle von Amazon für eine vergünstigte Nutzung von AWS Ressourcen. Diese existieren immer noch und werden als Reserved Instances (RIs) bezeichnet. Verfügbar sind Standard Reserved Instances und Convertible Reserved Instances für EC2-Services. Mit RIs sind ähnliche Einsparpotenziale wie mit AWS Savings Plans realisierbar.

Einer der wichtigsten Unterschiede der beiden Preismodelle ist, dass Reserved Instances einen vergünstigten Preis gegenüber dem On-Demand-Preis auf Basis einer Verpflichtung einer bestimmten Nutzungskapazität anbieten, sich der Preisnachlass eines Savings Plans aber an einer Ausgabeverpflichtung orientiert. Darüber hinaus gelten Savings Plans nicht nur für EC2-Instanzen, sondern auch für AWS Fargate, AWS Lambda und Amazon SageMaker. Reserved Instances bieten im Gegensatz zu AWS Savings Plans die Möglichkeit, Kapazitäten in einer Availability Zone zu reservieren.

Für Kapazitätsreservierungen mit AWS Savings Plans müssen On-Demand-Kapazitätsreservierungen eingegangen und innerhalb des AWS Savings Plans vergünstigt angewandt werden. Nicht genutzte Convertible Reserved Instances oder Standard Reserved Instances lassen sich im Amazon EC2 Reserved Instance Marketplace verkaufen. Diese Option gibt es derzeit für ungenutzte AWS Compute oder EC2 Instance Savings Plans nicht. Amazon empfiehlt beim Ablauf von Reserved Instances das Registrieren für AWS Savings Plans. Savings Plans bieten eine zusätzliche Flexibilität und reduzieren den Management-Overhead.

Die Vorteile von AWS Savings Plans

AWS Savings Plans bieten den Kunden und Nutzern von Amazon Web Services zahlreiche Vorteile wie:

  • flexibles Preismodell mit Einsparmöglichkeiten von 66 bis 72 Prozent;
  • Compute, EC2 Instance und Amazon SageMaker Savings Plans verfügbar;
  • auch für vergünstigte Preise für AWS Lambda und AWS Fargate nutzbar;
  • verschiedene Zeiträume der Nutzungsverpflichtung verfügbar;
  • Verfügbarkeit verschiedener Zahlungsoptionen mit oder ohne Vorauszahlung;
  • Kapazitätsreservierungen über On-Demand-Kapazitätsreservierungen vergünstigt in Savings Plans integrierbar;
  • automatische Empfehlungen von Amazon für AWS Savings Plans auf Basis der historischen On-Demand-Nutzung;
  • Management und Nutzung der AWS Savings Plans über die Managementkonsole und den AWS Cost Explorer, per Command Line Interface oder per Application Programming Interface;
  • reduzierter Management-Overhead im Vergleich zu Reserved Instances.
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