Definition: Service-orientierte Architektur (SOA)

Was ist SOA?

| Autor / Redakteur: Michael Radtke / Florian Karlstetter

Definition zum Begriff Service-orientierte Architektur (SOA).
Definition zum Begriff Service-orientierte Architektur (SOA). (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Eine Service-orientierte Architektur (engl: Service Oriented Architecture; kurz: SOA) stellt ein anpassbares, flexibles Architekturmuster der Informationstechnik innerhalb des Segments der verteilten Systeme dar.

SOA - kaum eine andere Thematik verspricht ein derart großes Optimierungspotenzial für die IT-Infrastruktur und für die eigenen Geschäftsprozesse. Aber eine entsprechende Umsetzung ist organisatorisch äußerst anspruchsvoll und gehen in der Regel mit großen Anstrengungen einher. Charakteristikum bei einer Service-orientierten Architektur sind Anpassbarkeit und Flexibilität, mit dem Ziel Reaktionszeiten überaus deutlich zu reduzieren.

Dabei stellt eine Service-orientierte Architektur (engl: Service Oriented Architecture; kurz: SOA) ein anpasspares, flexibles Architekturmuster der Informationstechnik innerhalb des Segments der verteilten Systeme dar. Diese anpassbare IT-Architektur unterstützt grundsätzlich eine verteilte Datenverarbeitung, um entsprechende Dienste von IT-Systemen gezielt zu strukturieren und bedarfsgerecht zu nutzen. Da diesbezüglich sämtliche Anwendungen in die Service-orientierte Architektur integriert werden, können sich die jeweiligen Verantwortlichen bzw. Entscheidungsträger stets zeitnah über aufgetretene Ereignisse und laufende Prozesse informieren. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, zeitnah auf Abweichungen von den Vorgaben - zum Beispiel in der Fertigung oder auch der Qualitätskontrolle - flexibel zu integrieren.

Orientierung an bestimmte Geschäftsprozesse

Optimalerweise orientiert sich eine Serviceorientierte Architektur an Geschäftsprozessen, deren einzelne Abstraktionsebenen als Basis für konkrete Serviceimplementierungen fungieren. Je nach Ausrichtung des Geschäftsprozesses (Business Process) kommt es dann zu einer Orchestrierung bzw. Zusammensetzung von Services niedriger Abstraktionsebenen, um auf diesem Weg vergleichsweise flexibel unter der Prämisse, eine größtmögliche Wiederverwendbarkeit zu erzielen, Services höherer Abstraktionsebenen zu schaffen.

Prozessmodule können unabhängig voneinander verändert werden

Grundsätzlich stellt sich eine SOA Architektur dabei in der Form dar, dass Prozesse und Systeme modularisiert und mittels Webservices verknüpft sind. Unternehmen können dann auf dieser Basis nahezu in Echtzeit agieren sowie innerhalb kürzester Zeit auf etwaige Abweichungen reagieren. Bei der SOA Architektur werden dabei entsprechende Prozesse betrachtet, die über unterschiedliche Anwendungen realisiert werden; einzelne Applikationen genießen hier keine Priorität. Die jeweilige IT-Architektur fungiert diesbezüglich als Informationsdrehscheibe, auf der die einzelnen Prozesse dann abgewickelt werden. Dies bringt den Vorteil, dass dadurch jedes einzelne Modul eines Prozesses verändert werden kann - und das grundsätzlich unabhängig von anderen Modulen.

Funktionen sind direkt als (standardisierte) Services angelegt

Eine Service-orientierte Architektur ist zudem so aufgebaut, dass Funktionen direkt als Services angelegt und von den jeweiligen Anwendungen gemeinsam genutzt werden. Diesbezüglich steht eine serviceorientierte Middleware-Infrastruktur zur Verfügung, mit deren Hilfe die Applikationen auf diese Services zugreifen. Dabei unterscheidet Service-orientierte Architektur zwischen gemeinsamen und wieder verwendbaren Diensten. Hersteller- und plattformabhängige Einschränkungen entfallen in der Regel, da die Service-orientierte Architektur stets über standardisierte Webservices kommuniziert. In der Praxis hat es sich gezeigt, dass gerade .NET von Microsoft sowie der Java Applikationsserver mögliche Plattformen für SOA darstellen.

Unterschiedliche Einsatzgebiete stehen zur Auswahl

Einsatzgebiete für Service Oriented Architecture lassen sich insbesondere in der Anwendungsintegration im Hinblick auf die Enterprise Application Integration (EAI), in der Integration verteilter Systeme, Webservices und verteilter Dienste. Zudem hat sich das Anbieten entsprechender Dienste im Rahmen von Cloud Computing als eine technische Form der SOA-Umsetzung etabliert. Die Kommunikation erfolgt in einem solchen Fall zum Beispiel über REST, XML-RPC, SOAP oder ähnlichen Protokollen.

Was ist eine Multi-Tenancy-Architektur?

Definition: mandantenfähige Systeme

Was ist eine Multi-Tenancy-Architektur?

22.11.18 - Multi-Tenancy-Architekturen oder mandantenfähige Systeme bedienen mit einer Software-Instanz verschiedene Nutzer. Dieser Ansatz soll im Idealfall Lizenzkosten sparen, das Management erleichtern und Ressourcen effizient nutzen. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Stärkerer Fokus auf dem Betrieb von Multi-Cloud-Umgebungen

Cloud Predictions 2020

Stärkerer Fokus auf dem Betrieb von Multi-Cloud-Umgebungen

Multi-Cloud-Umgebungen waren ein Top-Thema im zu Ende gehenden Jahr. Unternehmen haben die Vorzüge eines herstellerunabhängigen Ansatzes erkannt, dessen besonderer Vorteil neben Kostenaspekten, insbesondere in der größeren Flexibilität in Hinblick auf Innovationen besteht. Eine Reihe von Aspekten beim Betrieb sind jedoch entscheidend dafür, dass auch langfristig Multi-Cloud-Lösungen eine wichtige Rolle in Unternehmen spielen werden. lesen

Die Applikation der Zukunft kennt ihren Kontext

Flexibel, offen und hybrid

Die Applikation der Zukunft kennt ihren Kontext

Anwendungen liegen auf der Straße; man muss sie nur aufheben und über APIs einbinden. Oder etwa nicht? - Ganz und gar nicht, sagt der Gartner-Analyst Paul Saunders. Auch im Zeitalter der Programmierschnittstellen bräuchten die Unternehmen eigene Anwendungen. Allerdings andere als in der Vergangenheit. lesen

Was CIOs über Container, Kubernetes und Microservices wissen sollten

Frisch vom Gartner Symposium/ITxpo

Was CIOs über Container, Kubernetes und Microservices wissen sollten

„Kubernetes ist die Antwort – aber wie heißt die Frage?“ – So begrüßte Gartner-Analyst und Vice President Richard Watson das Auditorium des hauseigenen Symposiums. Der Titel seiner Präsentation: „Der CIO-Führer zu Containern, Kubernetes und Microservices“; der Inhalt: alles, was ein Chief Information Officer über das neue IT-Operation-Modell wissen muss; das Fazit: Kubernetes ist nicht alles, hilft aber enorm. lesen

Keine Multi-Cloud ohne Software-Defined WAN

Effektives Zusammenspiel aller WAN-Verbindungen

Keine Multi-Cloud ohne Software-Defined WAN

Immer mehr Unternehmen nutzen Anwendungen in der Multi-Cloud. Dies ist mittlerweile eine echte Herausforderung für herkömmliche Wide-Area-Network-Architekturen (WAN) geworden. Denn sie müssen eine schnelle Bereitstellung von Ressourcen, optimale Cloud-Anbindung und bestmögliche Sicherheit bieten. Hier schafft der Ansatz eines Software-Defined WAN (SD-WAN) Abhilfe. lesen

Elf Trends bei Geschäftssoftware für Mittelständler

ERP im Jahr 2020

Elf Trends bei Geschäftssoftware für Mittelständler

Jedes Unternehmen hat seine Besonderheiten – und dennoch sind die Herausforderungen ähnlich. Digitalisierung und ERP-Modernisierung zum Beispiel. Dabei zeichnen sich für 2020 schon Entwicklungen ab, die auch für den Mittelstand entscheidend sein werden. lesen

ITSM benötigt die Bereitschaft zum Change

Die Cloud verändert die IT-Organisation

ITSM benötigt die Bereitschaft zum Change

Haben Sie heute schon an morgen gedacht? Falls nicht, dann sollten Sie dies schleunigst tun. Ein modernes IT-Service-Management (ITSM) verändert Ihre derzeitige IT-Organisation und erfordert Veränderungsbereitschaft. lesen

APIs garantieren Agilität und Flexibilität

Programmierschnittstellen als Wachstumsmotor

APIs garantieren Agilität und Flexibilität

Unternehmen setzten immer häufiger auf SaaS-Anwendungen mit spezialisierten Funktionen. Diese werden dann per API verknüpft, um einen Datenaustausch zu ermöglichen. Aber was gilt es dabei zu beachten? lesen

Die vier Anwendungsklassen der Blockchain

Der Blockchain-Hype und die Realität

Die vier Anwendungsklassen der Blockchain

Die Blockchain wird gerne als Lösung für vielfältigste Problemstellungen hervorgeholt, aber nicht immer kann die Technologie auch die kühnen Ideen der Planer erfüllen. Abgesehen von wenigen fachlichen Anwendungsklassen, bei denen die Eigenschaften der Blockchain wirklich notwendig sind, wären viele vermeintliche Blockchain-Szenarien mit bewährten IT-Mitteln sinnvoller und effizienter gelöst. lesen

Huawei macht aus Datenvirtualisierung ein Open-Source-Projekt

Daten finden, nutzen und immer wieder verwenden

Huawei macht aus Datenvirtualisierung ein Open-Source-Projekt

Huawei öffnet seine bisher proprietäre Datenvirtualisierungs-Engine „Hetu Engine“ und bietet sie als Open Source unter der Bezeichnung „open Hetu“ an. Der Startzeitpunkt ist für Juni 2020 geplant. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44470456 / Definitionen)