„Die deutsche Internetwirtschaft 2015 - 2019“

US-Dominanz bei Cloud soll bröckeln

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Elke Witmer-Goßner

Die komplette Studie umfasst die Ebenen Network infrastructure & Operations, Services & Applications, Aggregation & Transactions sowie Paid Content.
Die komplette Studie umfasst die Ebenen Network infrastructure & Operations, Services & Applications, Aggregation & Transactions sowie Paid Content. (Bild: eco/ Arthur D. Little)

Von einer glänzend aufgestellten deutschen Internetwirtschaft spricht der Branchenverband eco – und muss mit Studienergebnissen konstatieren: Noch sind ausländische Unternehmen führend im SaaS-Markt, und noch wird IaaS stark von US-Anbietern dominiert.

Wenngleich die drei Segmente des deutschen Public-Cloud-Markts sehr stark von US-Anbietern dominiert werden, steigen immer mehr deutsche IT- und Tk-Unternehmen in das Geschäft ein – so die Aussage des eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. (eco). Wie sich der Handel in den kommenden Jahren gestaltet, prognostiziert die Branchenvereinigung in der gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Arthur D. Little erstellten Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015 - 2019“.

Der Erhebung zufolge wird die Ebene „Services & Applications“ bis 2019 um 21,5 Prozent wachsen. Mit vier Prozent Compound Annual Growth Rate (CAGR) kann das bislang umsatzstärkste Segment „Web Hosting & Domains“ allerdings nur unterdurchschnittlich zum Wachstum beitragen. Genügte 2015 noch eine Milliarde Euro Umsatz um als das „umsatzstärkste Segment in Layer 2" zu gelten, wird das Segment noch in diesem Jahr von Public SaaS entthront.

SaaS sichert sich Spitzenplatz

Auch unter Public-Cloud-Segmenten – IaaS, PaaS und SaaS – wird Software as a Service bis 2019 einen Spitzenplatz behaupten: Dann sollen mit den per Internet bereitgestellten Anwendungen 2,3 Milliarden Euro umgesetzt werden, so die Prognose. Zwischen 30 und 40 Prozent der Public-SaaS-Umsätze werden mit Privatpersonen generiert (B2C), in den deutschen Unternehmen liege die SaaS-Durchdringung derzeit noch bei circa 20 Prozent – soll aber in den kommenden Jahren steigen. Als Verkaufsschlager gelten CRM, E-Mail/Kommunikation und Collaboration; zusammen machen Apps der genannten Kategorien zwei Drittel des SaaS-Marktes aus.

Als führende SaaS-Anbieter nennt eco exemplarisch Microsoft, Apple, IBM, Salesforce und Sage. Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little, glaubt aber an eine Zukunft deutscher Softwareunternehmen: „Beispielsweise SAP ist als einer der führenden Softwarehersteller der Welt auch im SaaS-Segment vertreten und gewinnt hier aufgrund innovativer Lösungen stetig an Bedeutung.“

IaaS in früher Wachstumsphase und mit PaaS verschmolzen

Auch bei PaaS und IaaS werden europäische Unternehmen zulegen, glaubt Riedel. Grund: Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes würden den hiesigen Anbietern in die Hände spielen. Noch werde der IaaS-Markt aber stark von US-Anbietern dominiert, die durch massive Skaleneffekte niedrige Preise anbieten könnten. Mit 30 Prozent Marktanteil sei Amazon Web Services der mit Abstand führende Anbieter in Deutschland.

Der IaaS-Markt befinde sich dabei noch immer in einer frühen Wachstumsphase und soll in den kommenden Jahren massiv an Umsatz zulegen: Von 0,4 Milliarden im Jahr 2015 auf 1,8 Milliarden 2019. Dieses Wachstum wird sich auch anteilig niederschlagen. Betrug der IaaS-Anteil am Public-Cloud-Markt im Vorjahr noch rund ein Viertel, so werden es 2019 bereits 40 Prozent sein.

PaaS – kleines, aber rentables Segment

Als relativ kleines Segment bewertet eco das PaaS-Angebot. Bevorzugt im B2B-Bereich und von größeren Unternehmen genutzt, wurden hier 2015 lediglich 100 Millionen Euro umgesetzt. Wenngleich sich der Umsatz in den kommenden Jahren vervierfachen soll, werde sich der Marktanteil bei konstant zehn Prozent einpendeln. Wie die anderen Segmente des Public-Cloud-Markts sei das PaaS-Segment dabei allerdings außerordentlich profitabel. Etablierte Anbieter könnten EBITDA-Margen zwischen 20 und 30 Prozent verbuchen.

In die Erhebung sind eingeflossen Zahlen zu den Umsätzen und der Beschäftigung in der Internetwirtschaft in Deutschland sowie detaillierte Segmentprofile auf Basis von Daten von eco und Arthur D. Little sowie verschiedenen Sekundärdatenquellen von Verbänden (darunter: bvh, EITO, BITKOM, VATM, BIU, ZVEI), von Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts, der Bundesnetzagentur und anderer Dienste (darunter: Statista, Destatis) sowie zahlreiche Experteninterviews. Einen umfangreichen Bericht gibt es direkt beim eco.

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