Markt im Wandel: Software-as-a-Service

Telekom bringt Softwarehäuser in die Cloud

| Autor / Redakteur: Peter Arbitter* / Florian Karlstetter

SoftwareBoost für SaaS: Wie auch Softwarehäuser von der Open Telekom Cloud profitieren können, zeigt Peter Arbitter von der Deutschen Telekom in einem Gastbeitrag auf.
SoftwareBoost für SaaS: Wie auch Softwarehäuser von der Open Telekom Cloud profitieren können, zeigt Peter Arbitter von der Deutschen Telekom in einem Gastbeitrag auf. (Bild: Deutsche Telekom)

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Die Softwarebranche setzt auf Software-as-a-Service. Applikationen lassen sich in der Cloud entwickeln, vermarkten und vertreiben. Warum sich das auch für deutsche Softwarehäuser rechnet, erklärt Peter Arbitter von der Telekom.

Früher war eben nicht alles besser. Das trifft zumindest auf die Softwareindustrie zu. Denn die Art und Weise, wie Anwendungen entwickelt und vertrieben wurden, wandelt sich. Software-as-a-Service, kurz SaaS, löst die Limitationen bisheriger Client-Server-Applikationen auf, denn SaaS-Applikationen laufen nicht auf den Geräten der Anwender – sondern in einem Rechenzentrum. Über das Internet und den Webbrowser kommen Programme zum Nutzer – auch auf unterschiedlichen Endgeräten und zumeist ohne vorherige Installation.

Mehr Umsatz mit SaaS

Die Sache rechnet sich. So schätzt Gartner, dass der Markt im Bereich SaaS weiter wächst. Weltweit sollen Unternehmen im Jahr 2018 knapp 74 Milliarden US-Dollar (rund 65 Milliarden Euro) mit SaaS umsetzen; fast ein Viertel mehr als noch im Vorjahr. Bis 2021 erwarten die Berater ein Plus von 60 Prozent: Damit soll die Industrie einen Umsatz in Höhe von rund 117 Milliarden US-Dollar (etwa 103 Milliarden Euro) mit SaaS erzielen.

Rosige Aussichten also für Anbieter, denen es gelingt, Betrieb und Distribution ihrer Client-Server-Applikationen in die Cloud zu transformieren. Beispiel Microsoft: Vorbei die Zeiten, in denen Firmen Büroprogramme lokal installierten, IT-Admins Updates auf jedem Rechner einzeln verteilten oder Patches einspielten. Office 365 heißt die Antwort aus dem Rechenzentrum, die Kunden stets aktuelle Software liefert und dem Unternehmen aus Redmond kräftige Einnahmen beschert: Wie Microsoft Mitte 2018 bekanntgab, legte der Gewinn im vierten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um knapp zehn Prozent auf umgerechnet etwa 7,6 Milliarden Euro zu. Office 365 hatte daran maßgeblichen Anteil. Zudem hat Microsoft damit das Problem der Piraterie bei seiner Bürosoftware gelöst: Ohne Zugriff auf die in der Cloud zentral verwalteten Applikationen lässt sich eine SaaS-Anwendung nicht ausführen.

Vorteil: Regelmäßige Umsatzströme mit SaaS

Auch Salesforce zeigt, wie es gehen kann: Marc Russell Benioff erkannte sogar als einer der ersten, welches Potential im Cloud Computing schlummert. 1999 gründete Benioff seine Firma und bot seinen Kunden Software für das Customer Relationship Management über das Internet aus einem Rechenzentrum an. Ein damals neuer Service, bei dem Nutzer die Anwendungen nicht mehr kauften, sondern abonnierten. Und ein cleverer Schachzug für den Vertriebsprofi: Aus einmaligen Lizenz- machte er dauerhafte Abo-Einnahmen. Regelmäßige Umsatzströme ermöglichen eine weitaus bessere Kosten- und Gewinnplanung – dank SaaS.

Gleiches schwebt der Spieleindustrie aktuell vor. Games sollen sich schon bald über die Cloud im SaaS-Modell beziehen lassen. Das ist nicht nur lukrativ, sondern auch raffiniert: Da das Rendering der 3D-Spiele eben im Cloud-Rechenzentrum der Anbieter erfolgt, lassen sich ressourcenintensive Titel auf jedem Endgerät unabhängig von dessen Leistung nutzen. Über das Internet kommen die Games auf das Display. So erschließt sich die Industrie neue Zielgruppen jenseits der Nutzer von Spielkonsolen und reizt die ökonomischen und technologischen Möglichkeiten von SaaS voll aus. Einzige Voraussetzung: Die Datenleitung muss schnell genug sein, damit Streams in HD, 4K und 3D zum Gamer kommen.

SaaS verwaltet Ressourcen automatisch

SaaS-Lösungen nutzen die Möglichkeiten der Skalierung von Cloud-Ressourcen voll aus. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Client-Server-Anwendungen ist die Software in der Lage, Rechenleistung und Speicherplatz so zu verwalten, wie es Last und Nutzerzahl erfordern. Faktisch stößt eine mandantenfähige Anwendung somit nicht an Grenzen, wenn ihr Betrieb parallel und verteilt auf einer Serverfarm erfolgt. Hohe Verfügbarkeiten der Dienste sind für die Nutzer dadurch garantiert.

Nicht so bei Client-Server-Applikationen im eigenen Serverschrank: Fällt der Server aus, fällt auch die Anwendung aus. Die Leistung einer Client-Applikation hängt unmittelbar von der Hardwareausstattung ab, die vor Ort verfügbar ist. Wer mehr Clients versorgen möchte, muss teils investieren – und in der Folge einmal aufgebaute Ressourcen auch dann vorhalten, wenn diese gar nicht mehr benötigt werden.

Ein hohes Risiko, das auch die Softwarehäuser scheuen: Cloud-Provider bieten dafür eine Lösung, weil sich die Ressourcen hier bedarfsgerecht bereitstellen und auch abrechnen lassen. Skaleneffekte, die die Provider in ihren Rechenzentren erzielen, halten die Kosten im Zaum – sowohl für die SaaS-Anbieter als auch die Kunden der Dienste.

Darüber hinaus spricht neben Kosten und Verfügbarkeit auch die Sicherheit für die Cloud-Angebote von Providern: Hier sind die Betreiber darauf spezialisiert, für Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance zu sorgen. Auch im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Da bei SaaS-Applikationen immer auch personenbezogene Daten übermittelt werden, ist ein angemessener, DSGVO-konformer Datenschutz entscheidend.

Unternehmen in Deutschland wollen SaaS

Der Autor: Peter Arbitter ist Leiter Portfolio- und Produktmanagement Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom und verantwortlich für das SoftwareBoost-Programm.
Der Autor: Peter Arbitter ist Leiter Portfolio- und Produktmanagement Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom und verantwortlich für das SoftwareBoost-Programm. (Bild: Steve Brookland / Deutsche Telekom)

Bereits heute nutzen laut Branchenverband Bitkom 46 Prozent aller Unternehmen in Deutschland SaaS-Angebote wie Office 365. Aber längst haben nicht alle hiesigen Softwarehäuser ihr Geschäftsmodell auf SaaS ausgerichtet. Partnerprogramme können hier helfen: Sie unterstützen auch kleinere und mittlere Softwarehäuser auf dem Weg in die Cloud. Ein Beispiel ist das neue Partnerprogramm SoftwareBoost von der Telekom. Der Bonner Konzern unterstützt Softwareanbieter mit Technologie- und Vermarktungs-Know-how. Cloud-Experten begleiten die Transformation bis zum Start des SaaS-Betriebs.

Wer sich für das Programm qualifiziert, nutzt bei Bedarf ein vorgefertigtes White-Label-Framework von der Telekom. Ohne großen Aufwand lassen sich damit Websites, Blogs und Webshops erstellen, die über die zugehörigen iOS- und Android-Clients oder über Browser auf beliebigen Endgeräten abrufbar sind. Software-Entwickler sind hierdurch in der Lage, ihre cloudbasierten Anwendungen optimal am Markt zu platzieren.

SoftwareBoost unterstützt Softwarehäuser

Darüber hinaus bietet die Telekom mit SoftwareBoost Unterstützung in Form von kostenfreiem Guthaben für IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud, ihrem Infrastructure-as-a-Service-Angebot. Zudem kurbelt die Telekom das SaaS-Geschäft mit individuellen Vermarktungsaktionen weiter an, setzt auf gemeinsame Auftritte und bindet die SoftwareBoost-Softwarehäuser aktiv in ihre Präsenz auf Events, Messen und Veranstaltungen ein. Softwarehäuser können sich ab sofort für das Partnerprogramm online bewerben. Voraussetzung ist ein spannendes digitales Geschäftsmodell.

Mehr über das SoftwareBoost-Partnerprogramm.

Special rund um die Open Telekom Cloud

Special Open Telekom CloudDie Open Telekom Cloud basiert auf dem offenen Cloud-Standard OpenStack. Die Anwendungsfelder der Open Telekom Cloud reichen vom skalierbaren und sicheren Betrieb von Online-Shops und der Entwicklung mobiler Apps über High Performance Computing für die schnelle Bearbeitung riesiger Datenmengen bis hin zur sicheren Speicherung sensibler Daten. Im Special finden sich zahlreiche Fachartikel, die die verschiedenen Facetten und mögliche Anwendungsszenarios der Open Telekom Cloud detailliert darstellen.  

Zum Special „Open Telekom Cloud"

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