Fragen und Antworten zu Hybrid IT

Orchestrierung von Multi-Cloud-Deployments

| Autor / Redakteur: Dan Jablonski * / Florian Karlstetter

Königsdisziplin Multi-Cloud-Deployments: Worauf bei der Zusammenfassung der Cloud-Infrastruktur zu achten ist.
Königsdisziplin Multi-Cloud-Deployments: Worauf bei der Zusammenfassung der Cloud-Infrastruktur zu achten ist. (Bild: © mychadre77 - Fotolia.com)

Hybrid-IT scheint sich zum neuen Schlagwort der Unternehmenstechnologie zu entwickeln. In letzter Zeit gab es viel darüber zu lesen und zu hören. Unklar ist jedoch, ob auf Unternehmensseite verstanden wird, worum es sich dabei handelt (oder auch nicht) und was die möglichen Vorteile (und Fallstricke) sind.

Dan Jablonski, Director of Cloud and IT Solutions Product Management bei Verizon, erläutert, wie sich mit Hybrid IT zahlreiche Herausforderungen angehen lassen, denen Unternehmen aktuell bei Multi-Cloud-Deployments gegenüberstehen, und wie der digitale Wandel in Unternehmen damit vorangetrieben werden kann.

1. Was genau ist Hybrid IT?

Für zahlreiche Unternehmen bedeutet Hybrid IT das Beste aus beiden Welten. Sie bringt firmeninterne sowie Private und Public Cloud-Deployments in einer vereinheitlichten Infrastruktur zusammen, die sich APIs und Orchestrierungs-Services zunutze macht.

Dadurch können Firmen und Behörden selbst entscheiden, welche Umgebung für welche Anwendung am sinnvollsten ist. Beispielsweise eignen sich die Rahmenbedingungen einer privaten Cloud besser für bestimmte sensible Workloads wie etwa Finanzanwendungen, während Test- oder Entwicklungsanwendungen gut in der Public Cloud laufen können.

Durch Zusammenfassung der Cloud-Infrastruktur kommen Unternehmen in den Genuss von mehr Agilität, Flexibilität, Skalierbarkeit und geringeren Kosten.

2. Warum ist Hybrid IT für Unternehmen sinnvoll?

Mit der Cloud lassen sich schnell und einfach nach Bedarf weitere Ressourcen hinzufügen. Das ist entscheidend, wenn die Kunden alles und sofort wollen, wenn es im Markt durch Newcomer permanent zu Disruption kommt und wenn die eigene Infrastruktur zu kämpfen hat, um mit den jüngsten Innovationen Schritt zu halten.

Mit Hybrid IT profitieren Unternehmen von der Skalierbarkeit der Cloud und können zugleich ihre Bestandssysteme weiter nutzen – all das innerhalb einer kohärenten, vernetzten Infrastruktur. Häufig sind veraltete Systeme zu kostspielig, zu verkrustet und verwurzelt, als dass sie überholt oder außer Betrieb genommen werden könnten. Hybrid IT ist hier die perfekte Alternative.

In die Zukunft projiziert ist dies ein weiterer Schritt Richtung Software-Defined Everything, was letztlich für optimale Nutzung der Ressourcen sorgt. Der Schritt hin zum Lokalisieren der Kapazitäten, die benötigt werden, und zu Regeln, mit denen Ressourcen automatisch auf der Basis von Nachfrage und Workload-Anforderungen zugeteilt werden.

3. Hybrid IT gilt als nächste Entwicklungsstufe der Cloud. Können Sie das erläutern?

Viele Firmen und Behörden haben sich mittlerweile eine „Cloud-first"-Strategie zu Eigen gemacht. Sie ist de facto die Wahl für Workloads wie Web-Anwendungen, das Testen und Entwickeln.

Dan Jablonski, Director of Cloud and IT Solutions Product Management bei Verizon
Dan Jablonski, Director of Cloud and IT Solutions Product Management bei Verizon (Bild: Verizon)

Unsere Untersuchungen lassen weiter erkennen, dass die Cloud zunehmend von Organisationen – egal welcher Größenordnung – für unternehmenskritische Systeme verwendet wird. Das erklärt sich aus dem Umstand, dass sie besser skalierbar und flexibler ist als traditionelle Systeme. Es entstehen keine Vorabkosten für Hardware, die man langfristig vielleicht gar nicht benötigt – Unternehmen zahlen für das, was sie gerade benötigen.

Mit Blick auf die Flexibilität, um neue Geschäftsmodelle einzuführen, vertrauen zahlreiche Unternehmen auf multiple Clouds, die alle miteinander vernetzt sind. Organisationen bedienen sich des „Cloud-Bursting“, um bei Bedarf für mehr Kapazität, wie dies bei der Analyse von Daten und der Gewinnung wertvoller Einblicke ins Kundenverhalten der Fall ist, die Public Cloud zu nutzen. Unternehmen kaufen gebrauchsfertige Services ein, damit sie ohne Zeitaufwand und Kosten für Neuentwicklungen, ihren Kunden allerneueste Funktionalitäten bieten können.

Mit Hybrid IT stehen Unternehmen die Vorteile von IT-as-a-Service und die Einsparmöglichkeiten der Cloud offen, und zwar unabhängig von der zugrundeliegenden Infrastruktur. Unternehmen können so im eigenen Tempo in die Cloud wechseln.

4. Welche Rolle spielt dabei das Netzwerk?

Das Netzwerk ist sowohl für die Cloud als auch für Hybrid IT von grundlegender Bedeutung. Darüber ist alles miteinander verknüpft. Hybrid IT benötigt ein Netzwerk, das sicher, zuverlässig und skalierbar ist. Durch neuste Netzwerktechnologien wie Software-Defined Networking (SDN) sieht man das Netzwerk in seiner Gesamtheit und kann den Traffic in Echtzeit in Richtung der verfügbaren Kapazitäten routen.

Mit SDN-Netzwerken sind Unternehmen in der Lage, in Reaktion auf Veränderungen in der Nachfrage, auf Ausfälle oder Angriffe die Kapazitäts-, Routing- und Service-Einstellungen zu ändern.

Firmen und Behörden wünschen sich Netzwerke, die größeren Nutzen bringen und Veränderungen und Agilität unterstützen. Sie wollen eindeutigere SLAs innerhalb flexibler Vereinbarungen. Und sie erwarten hohe Verfügbarkeit, alles andere ist heutzutage inakzeptabel.

Abschließende Ratschläge des Experten

  • 1. Überlegen Sie, welche Workloads Ihr Unternehmen heute und in Zukunft bewältigen muss. Welche Unternehmensergebnisse müssen Sie unterstützen? Welche davon benötigen herkömmliche IT-Mechanismen oder wären mit einem ausschließlichen Cloud-Ansatz besser bedient? Sie sollten auch einen Blick auf die Schatten-IT werfen, um herauszufinden, wo Sie die Flexibilität erhöhen müssen. Ihre Infrastruktur sollte zur Erreichung Ihrer geschäftlichen Ziele beitragen, nicht sie dabei behindern.
  • 2. Überprüfen Sie Ihr Netzwerk. Sorgen Sie dafür, dass es optimal darauf ausgerichtet ist, Ihre Ressourcen weltweit durchgängig einheitlich und stabil miteinander zu vernetzen. Für zahlreiche Firmen und Behörden stellt das Netzwerk das größte Hindernis bei Geschäftsinitiativen dar. Es kommt darauf an, alles von vorneherein richtig zu machen.
  • 3. Schauen Sie sich nach Partnern um, die Ihnen bei dem erforderlichen Wechsel helfen. Vergewissern Sie sich, dass potenzielle Partner die richtigen Tools und Prozesse verwenden und über ihr eigenes Partner-Ökosystem verfügen, um ihre Kunden zukunftsfähig zu machen. Ratsam ist auch, einen Partner zu finden, der mit Ihnen wachsen kann, und nicht einen, dem Sie bald über den Kopf wachsen.

* Dan Jablonski, Director of Cloud and IT Solutions Product Management, Verizon

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