Open Data Protocol für Datenaustausch

Offene Standards vereinfachen die Integration externer Daten

| Autor / Redakteur: Sumit Sarkar* / Elke Witmer-Goßner

Cloud Computing macht deutlich: Offene Standards erleichtern den Datenaustausch zwischen vorhandenen Anwendungen und neuen Applikationen aus der Wolke.
Cloud Computing macht deutlich: Offene Standards erleichtern den Datenaustausch zwischen vorhandenen Anwendungen und neuen Applikationen aus der Wolke. (Bild: Sergey Nivens, Fotolia)

Die Einbindung externer Datenquellen gelingt besser, wenn ein offener Standard für Datenkonnektivität wie OData eingesetzt wird. Damit entsteht die Grundlage für ein umfassendes Ecosystem aus SaaS-Datenquellen.

Die Trendthemen Cloud und Mobile haben dafür gesorgt, dass in immer mehr Unternehmen Fachbereiche wie Marketing, Vertrieb und Support die unterschiedlichsten Datenformate einsetzen. Die Fachanwender nutzen SaaS-Anwendungen wie das cloud-basierte CRM-System Salesforce, die Marketing-Automation-Software Marketo oder die Servicemanagement-Lösung ServiceMax. Das Problem beim Einsatz solcher SaaS-Anwendungen ist die Integration in bereits vorhandene Anwendungen, aber auch das Zusammenspiel verschiedener Cloud-Applikationen untereinander.

Strategie zur Integration externer Daten

Eine erfolgreiche Integration externer Daten ermöglicht den Zugriff auf heterogene Datenquellen, ohne dass die Informationen lokal kopiert werden müssen. Entscheidend ist, dass der Datenaustausch in beiden Richtungen möglich ist und somit alle beteiligten Anwendungen auf denselben Datenbestand zugreifen. Die starke Verbreitung der Cloud hat drei Randbedingungen hervorgebracht, die in einer Datenintegrationsstrategie berücksichtigt werden müssen: „Citizen Development“, Verknüpfung hybrider Daten und Verbindungen über das Web.

„Citizen Development“ bezeichnet die Entwicklung von Anwendungen durch Nutzer aus Fachbereichen anstatt aus der IT. Die Anwender setzen dafür allerdings nicht die herkömmlichen Entwicklungsumgebungen ein, sondern beispielsweise spezielle Point-and-Click-Plattformen, die von Entwicklern aus der IT eigens dafür vorbereitet werden. Die Verknüpfung hybrider Daten wird immer wichtiger, da sich ein wachsender Teil der vom Unternehmen genutzten Daten jenseits der Corporate Firewall befindet. Mit jeder SaaS-Anwendung steigt die Vielfalt und Heterogenität der Datenstrukturen, die in On-Premise-Anwendungen integriert werden müssen. Die Verbindung zu SaaS-Datenquellen geschieht mit dem Webprotokoll HTTP. Dafür bieten die Anwendungen eine API („Application Programming Interface“), die den automatisierten Anwendungszugriff auf die Web-Applikation erlaubt.

Aus diesen Aspekten lassen sich drei wichtige Anforderungen an eine Strategie für die Integration externer Daten ableiten. Erstens sollten alle Tools für die Datenintegration mit einer intuitiv verständlichen Point-and-Click-Benutzeroberfläche ausgestattet sein. Zweitens sollte das Integrationswerkzeug möglichst viele gängige Datenquellen berücksichtigen, etwa klassische relationale Datenbanken, gängige Datenformate wie etwa EDI oder CDV, moderne Big-Data-Systeme wie Hadoop, SAP HANA oder MongoDB und schließlich die Datenformate der SaaS-Marktführer. Die dritte und letzte Anforderung ergibt sich aus dem Einsatz von APIs, die neben dem Datenformat ebenfalls in eine Lösung integriert werden.

OData-Standard für den Datenaustausch

SaaS-Anwendungen ermöglichen mit OData Abfragen des eigenen Datenbestandes und binden zugleich andere Cloud-Services ein.
SaaS-Anwendungen ermöglichen mit OData Abfragen des eigenen Datenbestandes und binden zugleich andere Cloud-Services ein. (Bild: Progress)

Einen einfachen Weg zu diesem Ziel gibt es allerdings nicht. API-Zugriffe auf externe Datenquellen stehen im Konflikt mit der Netzwerksicherheit und sind für Anwender aus den Fachbereichen normalerweise verboten. Es fehlt also noch ein entscheidendes Element: Ein leicht zu nutzender Standard für den Datenaustausch. Er sollte eine interoperable API bieten, einen bidirektionalen Datenzugriff erlauben und einfach in Anwendungen, aber auch in Point-and-Click-Interfaces integriert werden können. Ein solcher Standard existiert, es ist das Open Data Protocol oder kurz OData.

OData nutzt die offenen REST-APIs, die in viele SaaS-Anwendungen integriert sind. Die Abkürzung REST steht für „Representational State Transfer“ und bezeichnet ein modernes Programmierparadigma für verteilte Systeme, das Struktur und Verhalten des Web nachbildet. REST-APIs ermöglichen Entwicklern, auf die Daten und Funktionen der Webservices zuzugreifen und in eine eigene Anwendung zu integrieren. Die APIs richten sich nicht nur an die Anwender von SaaS-Anbietern. Die Dienste nutzen ihre APIs auch gegenseitig, so dass sie sich zu Software-Ökosystemen vernetzt haben, bei denen verschiedene Lösungen miteinander verbunden werden können. Allerdings sind nicht alle theoretisch möglichen Datenintegrationen auch tatsächlich verfügbar, sondern meist nur einzelne Dienste.

Übergreifende Datenintegration

OData ist dagegen eine umfassende Lösung, die API-Zugriffe auf externe Daten aus zahlreichen Quellen für Entwickler vereinheitlicht und vereinfacht. Der Standard bildet damit ein weit übergreifendes Ökosystem aus SaaS-Datenquellen. Er kann von zwei unterschiedlichen Anwendergruppen genutzt werden: SaaS-Anbieter und Fachanwender: Die Anbieter von SaaS-Anwendungen können ihre Datenzugriffsschicht damit so entwickeln, dass ein einheitlicher Zugriff darauf möglich ist. Damit müssen sie keine Konnektoren für gängige On-Premise-Applikationen bereitstellen. Gleichzeitig sind sie in der Lage, mit geringem Aufwand eigene Routinen für die Datenintegration weiterer Anbieter zu erstellen.

Auch für die Fachanwender hat ein Standard wie OData klare Vorteile. So können Unternehmen, die mehrere SaaS-Applikationen einsetzen, sehr leicht selbst Schnittstellen für die Integration der Daten entwickeln. Zudem werden keine Konnektoren von Drittherstellern mehr benötigt. Eine technisch effiziente Implementierung der Datenkonnektivität mit OData ist vor allem entscheidend, wenn die Zugriffe von Anwendern aus den Fachbereichen konfiguriert werden – etwa in einer Point-and-Click-Umgebung. Dadurch kann die IT-Organisation deutlich entlastet werden, die Auftragsprogrammierung von abteilungs- oder projektspezifischen Abfragen entfällt.

Ergänzendes zum Thema
 
OData, das Open Data Protocol

Sumit Sarkar, Progress.
Sumit Sarkar, Progress. (Bild: Progress)

Die beiden bekannten SaaS-Anbieter SalesForce und Oracle unterstützen OData seit kurzem in ihren Lösungen. Sie erweitern damit die Gruppe der so genannten Producer-Services, die eine OData-Schnittstelle anbieten. Dazu gehören neben verschiedenen Microsoft-Produkten wie SharePoint, Azure und Dynamics CRM sowie NAV auch das SAP NetWeaver Gateway, IBM DB2 und Informix sowie Progress DataDirect. Hier zeigt sich deutlich die Leistungsfähigkeit des OData-Standards. Eine Connectivity-Suite wie DataDirect kann damit auf alle gängigen Backoffice-Datenquellen zugreifen – unabhängig von Art und Ort der Quelle. Die standardbasierte Strategie zur Integration externer Daten verschafft einem Unternehmen die notwendige Flexibilität bei der Datenverarbeitung.

* Der Autor Sumit Sarkar ist Chief Data Evangelist bei Progress.

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