Suchen

Echtzeit-Zahlungsabwicklung für Banken IBM-Technik für „kognitive“ Banken und Fintechs

| Redakteur: Ulrike Ostler

Einmal implementiert, können die Systeme auf der „IBM Immediate Payments-Plattform“ Kundentransaktionen in Sekunden vollziehen und den Zugriff auf finanzielle Mittel beschleunigen, beispielsweise bei Lohn und Gehalt oder Schadenersatz-Erstattungen bei Versicherungen. Die Software hilft also Geschäftsbanken dabei, neue Dienste für Kunden im Bereich der Sofort-Bezahlung zu schaffen.

Firmen zum Thema

Sofort-Bezahlung, Sicherheit im Zahlungsverkehr, intelligente Entscheidungsfindung und betrugsbekämpfung, sind nur einige der Aufgaben von Fintechs und Banken, die IBM mit neuen Software- und Plattform-Angeboten adressiert.
Sofort-Bezahlung, Sicherheit im Zahlungsverkehr, intelligente Entscheidungsfindung und betrugsbekämpfung, sind nur einige der Aufgaben von Fintechs und Banken, die IBM mit neuen Software- und Plattform-Angeboten adressiert.
(Bild: © chombosan - Fotolia)

IBM hat zur „Sibos“-Konferenz Angebote im Bereich der Sofort-Bezahlung vorgestellt. Diese ermöglicht es Geschäftsbanken, von den neuen Sofort-Bezahlungssystemen zu profitieren, die derzeit in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten in Entwicklung sind.

Sobald verfügbar, erweitert der „IBM Financial Transaction Manager for Immediate Payments“ (FTM) die Zahlungsplattform von IBM durch neue Funktionen. Diese sollen die neuen weltweiten Bezahlungssysteme wie „The Clearing House“ (TCH) in den Vereinigten Staaten und das paneuropäische „Instant Payment-System“ unterstützen.

In Kombination mit FTM kann „IBM Safer Payments“ dabei helfen, die Genauigkeit und Effizienz von Betrugsanalyse unter Verwendung von Cognitive Computing zu verbessern, um Transaktionen zu validieren und verdächtige Muster in Echtzeit zu erkennen, so dass Gegenmaßnahmen rasch eingeleitet werden. Safer Payments ist ein End-to-End-Angebot für Betrugsverhinderung in allen bargeldlosen Zahlungskanälen.

Betrugsmuster zuverlässig und schnell erkennen

Es wird von einigen der größten Portfolios in der Welt eingesetzt und bietet hohe Betrugserkennungsgenauigkeit. Fehlalarme werden stark reduziert. Das System fungiert als „virtueller Analyst“, um dabei zu helfen, neue Betrugsmuster zu identifizieren. Safer Payments wendet Machine-Learning-Modelle an, um Analysten bei der Aufdeckung von Betrug zu helfen und schnell betrügerische Ereignisse zu begrenzen.

Der Schritt zu Sofortbezahlungen unterstreicht nach Darstellung von IBM die Transformation, die Banken und Fintechs derzeit hin zu „kognitiven Banken“ durchlaufen. Während digitale Banken Technologie nutzen, um Kundendaten zu sammeln und zu analysieren sowie Fernzugriff auf Dienste anbieten, bauen kognitive Banken darauf erst auf und bringen Analytik, Mobile- und Cloud-Technologien dazu.

Im Ergebnis können Banken, die auf lernende Systeme setzen, bessere Einblicke in Kundenverhalten gewinnen, die ein persönlicheres, individuelleres Eingehen auf Kundenwünsche ermöglichen, wozu digitale Banken nicht in der Lage sind. „Eine echte kognitive Bank wird ebenfalls schnellere und sicherere Zahlungen ermöglichen bei sofortiger Bekämpfung von Betrug und Finanzkriminalität und vereinfachten Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften“, teilt IBM mit.

„Digital“ reicht nicht

Finanzdienstleister wandelten bereits ihre Geschäftsmodelle um, um von den neuen Standards zu profitieren. Im Rahmen der Ankündigung stellt IBM auch ein neues Angebot und Dienstleistungen für die kommende PSD-Initiative in Europa und für Open-Banking vor.

Diese neuen Standards und andere neue Vorschriften verwandeln den Bankensektor. Laut PSD2 werden alle Banken in Europa einen breiteren Zugang für Drittanbieter zu ihren Kundendaten und Bezahlsystemen zulassen müssen - von traditionellen Banken bis hin zu App-Providern. Dies wird durch Application Program Interfaces (APIs) ermöglicht werden, die den Zugriff auf Daten und Dienste teilen können. IBM arbeitet sowohl mit Finanzdienstleistern als auch Fintechs zusammen, um Standards für diese APIs zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Einzelhändlern und Fintechs soll innovativen Dienstleistungen für Kunden erbringen, die diese neuen Standards unterstützen.

Banking-Experten von IBM Global Business Services mit Know-how im Zahlungsverkehr und in digitaler Transformation haben 15 Dimensionen innerhalb PSD2 (revised Payment Service Directive) identifiziert sowie Kriterien für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Je nach Geschäftsstrategie einer Bank, entweder nur der PSD2-Richtlinie zu entsprechen oder neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen, können IBM Experten beratende Workshops für ein organisationsweites Readiness-Assessment durchführen, Gap-Analysen durchführen und spezifische nächsten Schritte empfehlen.

IBM wird auch eine PSD2-Sandbox auf „IBM Bluemix“ mit „API Connect“ für Entwickler liefern, damit diese ihre innovativen Ideen schnell ausprobieren können ohne Rüstzeit oder Kosten zu verursachen. IBM veröffentlicht auch PSD2-Implementierungs-APIs in der PSD2-Sandbox. Damit können Entwickler, ohne von Grund auf neu zu beginnen, mit PSD2-Apps beginnen. API Connect ist laut Anbieter „die branchenweit erste und einzige“ API-Management-Plattform mit einem integrierten Ansatz für die Erstellung, Ausführung, Verwaltung und Sicherung von APIs in einer hybriden Bereitstellung. Die Nutzung von Cloud und mobilen Diensten mit offenen APIs aber sei entscheidend für die Integration kognitiver Technologien in Geschäftsprozesse.

„Um relevant zu bleiben, müssen Banken bereit sein, in Echtzeit mit Kunden zu interagieren, wo und wann es für den Kunden passt, auf dem Gerät seiner Wahl und mit den neuesten und am besten zugänglichen Systemen“, sagt Likhit Wagle, General Manager IBM Banking und Financial Services. „Mit der aktuellen Ankündigungen hilft IBM Finanzinstituten, sich für Sofortzahlungen vorzubereiten und mit den neuesten APIs und mobilen Services innovative Dienste zu erbringen, während die Sicherheit und Vertraulichkeit von sensiblen Kundendaten geschützt bleibt.“

(ID:44296539)