Google Cloud Summit 2018 in München

Google: „Wir zwingen Kunden nicht auf unsere Cloud“

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Annette Maier hält ihre erste Keynote als Chefin der DACH-Organisation auf dem Google Cloud Summit 2018 in München.
Annette Maier hält ihre erste Keynote als Chefin der DACH-Organisation auf dem Google Cloud Summit 2018 in München. (Bild: Fabian Vogl/Google Cloud)

Ein Feuerwerk an Neuankündigungen war kaum zu erwarten. Der Google Cloud Summit 2018 in München sollte vielmehr von den Vorteilen und der Innovationskraft der Google-Cloud-Plattform überzeugen.

„Noch nie war zeitgemäße IT so relevant für den Geschäftserfolg wie heute.“ In diesem einen Satz aus der Keynote der neuen DACH-Chefin Annette Maier lässt sich das Motto der großen Kunden- und Partnerveranstaltung für die Vertriebsregion Deutschland, Österreich und die Schweiz gut umreißen. Es geht heute schon längst nicht mehr darum, Unternehmen zu überzeugen, die Cloud zu nutzen, sondern darum, dass diese die Herausforderungen zunehmender Digitalisierung annehmen und die Chancen für den eigenen Geschäftserfolg erkennen: Weltweit sind drei Milliarden Smartphones in Gebrauch. Fast zwei Milliarden Menschen nutzen kommerzielle Internet-Angebote, der Datenverkehr beträgt aktuell 2,5 TB pro Tag – viele Chancen, aber auch Risiken für Unternehmen, mahnte Maier die mehr als 2.000 anwesenden Teilnehmer.

Man sei an einem Punkt angelangt, wo kleine, agile und technisch fortschrittliche Unternehmen den großen unangenehm schnell gefährlich werden könnten. Start-ups können heute direkt mit ihrer Technik in die Cloud gehen und die gleiche Ressourcengröße nutzen wie große Unternehmen. Und spätestens wenn Unternehmen große Datenmengen für umfassende Analysen heranziehen wollen, brauchen sie Rechenzentren, die die Kapazitäten der üblichen On-Premise-Datacenter weit übersteigen. Und an dieser Stelle kommt Google Cloud ins Spiel: Googles „Riesennetzwerk“ biete das alles und mit der KI-fähigen Data Analytics auch noch gleich die passende Applikation: „Selbst Enterprise-Unternehmen, die ihre enorme Datenfülle über die Cloud besser verfügbar machen, können wieder ähnlich agieren, wie ein kleines, agiles Start-up“, so Maier.

Gregor Hohpe, Technical Director, Office of the CTO Google Cloud, stellt den ganzheitlichen Ansatz der Google Cloud in den Fokus seiner Präsentation.
Gregor Hohpe, Technical Director, Office of the CTO Google Cloud, stellt den ganzheitlichen Ansatz der Google Cloud in den Fokus seiner Präsentation. (Bild: Fabian Vogl/Google Cloud)

Die Google Cloud sei deshalb nicht nur eine Plattform unter vielen, betonte Gregor Hohpe, Technical Director, CTO Office. Der ganzheitliche Ansatz mit den strategischen Strängen Infrastruktur mit der auf offenen Standards basierenden Containerverwaltung Kubernetes und ISTIO, Sicherheit, Applikationen sowie Datenanalyse basierend auf Künstlicher Intelligenz und Machine-Learning-Modellen, sei mehr als zukunftsweisend. Die inzwischen für viele Unternehmen am meisten gewählte Option einer hybriden Cloud bzw. Multi-Cloud sei nicht unproblematisch und erhöhe die Komplexität, so Hohpe weiter.

Google Cloud begegnet dieser Komplexität durch einheitliches Management: Konsistente Betriebsabläufe und die Verkapselung komplexer Anwendungsszenarien in Containern, deren Uniformität durch offene Standards garantierter werde (Kubernetes und ISTIO). „Aufregend“ sei es, so Hohpe, die Google Kubernetes Engine (GKE) sowohl cloud-basiert, als auch on-premise, anbieten zu können. „Wir sind absolut enterprise-ready“, betonte Annette Maier dann auch und machte klar, dass Google bereit sei, das Ranking der weltweit führenden Cloud-Anbieter kräftig aufzumischen und vor allem im Enterprise-Markt anzugreifen.

Die erlebbare Cloud

Im Pressegespräch am Rande der Veranstaltung präzisierte DACH-Chefin Annette Maier, diesen Anspruch. Technologisch sei man absolut führend, aber trotzdem nur die Nummer drei im Weltmarkt. Das sei allerdings auch historisch bedingt: „Wir sind schlicht und ergreifend zu spät in den Markt gegangen“. Allerdings zeigten die hohen Wachstumsraten auch, dass sich Google in Riesenschritten der Spitze nähere: Für die noch junge DACH-Organisation sowie ihre erst im September 2018 von VMware gekommene Chefin hat die Aufholjagd erst begonnen. Als B2B-Expertin steht Maier auch persönlich für die Enterprise-Strategie des Konzerns Pate, ebenso wie der designierte Cloud-Chef Thomas Kurian, der auf Konzernebene Diane Green ersetzen wird und neben dem notwendigen technischen Verständnis auch über Enterprise-Know-how verfügt.

Annette Maier, Managing Director Google Cloud DACH.
Annette Maier, Managing Director Google Cloud DACH. (Bild: Fabian Vogl/Google Cloud)

Seit zwei Jahren agiert die DACH-Organisation von München aus, hat seitdem sukzessive die Ressourcen an Mitarbeitern sowie die Partnerlandschaft vergrößert, um die Kundenansprache und -betreuung zu intensivieren. Neben Frankfurt am Main soll im Januar auch eine Co-Location in Zürich in Betrieb genommen werden. Ein wichtiges Signal des Konzerns: „Sie haben durchaus verstanden, dass der DACH-Markt eher spät die Cloud adaptiert, aber trotzdem hohes Potenzial hat“, erklärt Maier. Eigentliches Ziel soll es jetzt sein, gemeinsam mit den Partnern spezielle Roadmaps zu entwickeln, woran Unternehmen ihren Stand heute erkennen beziehungsweise ihre Entwicklung nach Einführung einer Cloud-Strategie innerhalb von zwei bis fünf Jahren ablesen können. Sie sollen mit Hilfe von Experten den Umgang mit den Applikationen lernen und ihren persönlichen Erfolgsweg mit der Cloud finden.

Theorie und Praxis für Anwender und potenzielle Neukunden: Der Google Cloud Summit 2018 ist Experten- und Partnerforum in einem.
Theorie und Praxis für Anwender und potenzielle Neukunden: Der Google Cloud Summit 2018 ist Experten- und Partnerforum in einem. (Bild: VIT/ewg)

Spezielle Teams fokussieren darüber hinaus die mittelständische Kundschaft. Letztendlich, ist Maier überzeugt, könne Google Cloud bei den kleinen Firmen nur durch Best-Case-Szenarien punkten. Hier sei eine Politik der kleinen Schritte gefordert: Von der Modernisierung der IT, über neue Applikationen hin zu intelligenter Datennutzung muss die Balance gefunden werden zwischen dem traditionellen Geschäft und der Digitalisierung. Die Einführung von KI- bzw. ML-Modellen könne dann als eigentliche Krönung des Wandels erfolgen. Maier wird aber auch nicht müde, zu betonen: „Wir zwingen Kunden nicht auf unsere Cloud!“ Der offene Ansatz bei der Produktentwicklung – „was wir entwickeln, teilen wir“ – lasse verschiedene Modelle auch bewusst zu. Der ideale Nährboden also für individuell angepasste Partnerlösungen und Weiterentwicklungen.

Surfen auf der Cloud-Welle

Und wie steht es um die Reputation? Sicherheit wird bei Google Cloud besonders großgeschrieben, versichert Maier. In den letzten zwei Jahren habe die Organisation im hohen zweistelligen Milliarden-Bereich in die Sicherheit der eigenen Rechenzentren (BSI C5-Zertifizierung) sowie in die ständige Verbesserung der Produkte investiert. Jüngstes Beispiel: Der neue Cloud-Dienst „Armor“ für mehr Sicherheit auf Plattform- und Anwendungsebene. „Wir unterwerfen uns allen Regularien. Und wir waren die ersten, die die GDPR umgesetzt haben“, so Maier. Doch auch wenn alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt sind, kann ein Cloud-Betriebsmodell nur dann wirklich erfolgreich funktionieren, wenn auch ein Umdenken innerhalb der Unternehmen erfolgt. Nur über eine Bewusstseinsänderung bringe Googles Produktstrategie aus Infrastruktur, Applikationen und Datenanalyse auch den erhofften Mehrwert, betont Maier.

Die drei großen Strategiestränge werden daher zusätzlich flankiert vom großen Thema des kollaborativen Arbeitens rund um die Frage „Wie arbeiten wir im Unternehmen zusammen, um modern in die Zukunft zu gehen?“. Die Zusammenarbeit in Firmen zu unterstützen und zu fördern, ist deshalb auch für Maier eines der wichtigen Ziele ihrer Organisation. Und natürlich hat Google auch das richtige Tool dafür in petto: Inzwischen nutzen weltweit 4 Millionen Kunden die G Suite, daraus resultierend gilt es wöchentlich 4 Milliarden neue Container zu verwalten. Partner wie SAP, Netapp, Cisco oder Salesforce arbeiten mit an der Optimierung. Die Cloud, so Maier, verkörpere jedweden Service: Wie eine Welle, auf der sich dann verschiedene Figuren surfen lassen – Container beispielsweise, Data Analytics oder Machine Learning. „Aber die Welle braucht man immer, um überhaupt surfen zu können.“

Ergänzendes zum Thema
 
Google Experience und Best Practices

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