CA Technologies und good vibrations

Go big! IT-Management soll Luft für Innovationen schaffen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Eigentlich müsste CA Technologies das Portfolio verschlanken, doch das Unternehmen kauft ein - neue Firmen, neues Management und Markteting. Schlank sind nur die Trinkflaschen zur CA World, dem kürzlich abgehaltenen Hauskongress, auf dem das Unternehmen Akquisitionen und Strategie in frischem Look and Feel präsentierte.
Eigentlich müsste CA Technologies das Portfolio verschlanken, doch das Unternehmen kauft ein - neue Firmen, neues Management und Markteting. Schlank sind nur die Trinkflaschen zur CA World, dem kürzlich abgehaltenen Hauskongress, auf dem das Unternehmen Akquisitionen und Strategie in frischem Look and Feel präsentierte. (Bild: CA Technologies)

Rund 1.400 Produkte zählt CA Technologies, Anbieter von Management-Tools, in seinem Portfolio und 1.800+ treue, oder zur Treue verdammte, Kunden. Grund genug das Produktangebot zu bereinigen und die Kundenbasis zu erweitern, sollte man meinen. Doch das 1976 gegründete Unternehmen kauft mit Mike Gregoire nicht nur einen neuen Chef und frisches Marketing ein, sondern mit Nolio und Layer 7 Technologies auch zwei neue Firmen.

„Software und Imperien haben viel gemeinsam – sie sind einfach nicht tot zu kriegen“, kommentiert der neue CEO Michael P. Gregoire das Dilemma von CA Technologies. Der Mann aus dem Westen der USA, der so manchem CA-Mitarbeiter und Kunden wie „der verrückte Kerl aus Kalifornien“ daher kommen muss – eine Titulierung, die er sich selbst gibt - hat hier offenbar noch kein Patentrezept gefunden. „Wir müssen halt mit unseren Kunden reden, auch darüber, was sie wirklich brauchen.“

Auf dem Podium das Top-Management von CA Technologies (von links nach rechts): George Fischer, EVP Worldwide Sales, CEO Mike Gregoire und Peter Griffith, EVP Technology und Development Group, sowie Adam Elster, EVP und Group Executive, Mainframe, Customer Success.
Auf dem Podium das Top-Management von CA Technologies (von links nach rechts): George Fischer, EVP Worldwide Sales, CEO Mike Gregoire und Peter Griffith, EVP Technology und Development Group, sowie Adam Elster, EVP und Group Executive, Mainframe, Customer Success. (Bild: Ostler)

Gregoire folgte im Januar dieses Jahres dem mittlerweile 70jährigen Bill McCracken nach, der seit Januar 2010 CA auf Vordermann brachte. Gregoire war zuvor Vorstandsvorsitzender, President und CEO der Taleo Corp., ein erfolgreicher, im Jahr 2012 von Oracle übernommener Hersteller von cloud-basierter Talend-Management-Software. Davor war er bei Peoplesoft, ebenfalls von Oracle übernommen, und der EDS Gruppe.

Kein Wunder also, dass der neue CEO, die Notwendigkeit zu schnellen Entscheidungen und Innovationen betont. Die IT, so wie sie jetzt existiere, sei eher restriktiv und den Anforderungen durch die Mobilität von Kunden und Mitarbeitern kaum gewachsen. Rund 25 Prozent der künftigen IT werde aus der Cloud kommen und ganze Rechenzentren hinwegfegen, prophezeit Gregoire. Allerdings ein Cloud nicht gleichzusetzen mit „public cloud“; das Gros der Unternehmens-IT sieht er in „private clouds“.

Der Zwang zur Innovation

Er sagt: „Für mich bedeutet SaaS eine Verschiebung der Technologie-Infrastruktur und Geschäftsmodelle. Im Grunde ist SaaS ein Geschäftsmodell, das es uns ermöglicht, Codes schneller mit höherer Qualität bereitzustellen, kontinuierliche Innovation zu ermöglichen, Unternehmensanforderungen schneller und genauer zu erfüllen und ihnen damit die Erzielung besserer Geschäftsergebnisse in einer öffentlichen oder privaten Cloud oder hinter einer Kundenfirewall zu ermöglichen.“

Die Bedingungen diktierten mehr denn je die Anwender: Sie erwarteten, geprägt durch ihre Smartphone-Erfahrungen, eine 24-Stunden-Always-on-Verfügbarkeit von Informationen und eine schnell wachsende Anzahl an Services, zudem per cloud überall auf jedem Device, von der Check-Karte bis zum Auto, vom Handy bis zur (Google)-Datenbrille, von elastischen Infrastrukturen bis zu Entwicklungsplattformen und Anwendungen.

Ergänzendes zum Thema
 
Die CA Lisa Application Delivery Suite

Ökonomisch gesehen fehlt der geschäftswelt ein wenig Puste, stellt Marco Comastri, President und General Manager CA Technologies, EMEA, fest.
Ökonomisch gesehen fehlt der geschäftswelt ein wenig Puste, stellt Marco Comastri, President und General Manager CA Technologies, EMEA, fest. (Bild: CA Technologies)

Dazu kommt aber, dass der wirtschaftliche Rahmen eng gesetzt ist. Marco Comastri, President und General Manager CA Technologies, EMEA, präzisiert das für Europa: Die Arbeitslosigkeit in diesem Erdteil hat im April 2013 die 12 Prozent erreicht, das entspricht 19 Millionen Arbeitslosen in der Eurozone und 26,3 Millionen europaweit. Das Wachstum ist in diesem Jahr auf 0,3 Prozent prognostiziert. Die CA-Chefs konstatieren: Es braucht Innovationen in Industrie und Gesellschaft!

Die Mega Trends in der IT

Tatsächlich findet längst ein Wandel in der IT statt: 88 Prozent der kommerziellen Enterprise Apps werden in die Cloud umziehen, 30 Milliarden verschiedene Inhaltsstückchen werden auf Facebook geteilt, das mobile Web wird heure größer sein als das (Desktop)-Internet, rund 2 bis 7 Zetabytes an Daten, zu 90 Prozent unstrukturiert werden gespeichert und im kommenden Jahr wird es mehr als 15 Milliarden vernetzte Geräte geben.

Doch wo findet sich in diesen Szenario CA Technologies, dessen Geschäft die Optimierung ist, also das Gegenteil von Innovation? Was prädestiniert den Hersteller von Management- und Administrations-Tools sich als Förderer der Innovation zu positionieren?

"Go Big - It with Impact" lautete das Motto der diesjährigen CA World, die kürzlich in Las Vegas stattfand.
"Go Big - It with Impact" lautete das Motto der diesjährigen CA World, die kürzlich in Las Vegas stattfand. (Bild: Ostler)

Ob nun der neue Chef oder das Motto der diesjährigen CA World „Go Big – IT with Impact“ für aufhellende Stimmung auf der Veranstaltung gesorgt hat, sei dahin gestellt. Besuchern wie Mitarbeiter scheinen jedenfalls mehr Mut ausgestrahlt zu haben, als in den vergangenen Jahren, in denen es hauptsächlich um Kostenersparnis und Konsolidierung ging.

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