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Migration in die Hybrid Cloud Den Daten Beine machen

| Autor / Redakteur: Sascha Oehl* / Dr. Jürgen Ehneß

Es war noch nie trivial, Daten von einem zum anderen Ort im Unternehmen zu verschieben. Mit der Cloud als möglichem Speicherort für Geschäftsdaten ist diese Aufgabe sogar noch ein wenig komplexer geworden. Wer aber auf das eine oder andere im Vorfeld achtet, kann die Cloud-Migration seiner Daten viel sanfter abwickeln.

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Der Weg in die Cloud ist oft recht steinig.
Der Weg in die Cloud ist oft recht steinig.
(Bild: ©cristian - stock.adobe.com)

Nahezu jede größere Firma in Deutschland hat bereits einige ihrer Prozesse in die Cloud ausgelagert oder arbeitet an einem entsprechenden Konzept. Die Vorteile sind gewaltig, denn die Infrastruktur der Cloud ist hoch redundant ausgelegt, sicher strukturiert und vor allem kostengünstig.

Allerdings ist der Weg in die Cloud nicht ganz so simpel, denn es müssen am Ende immer auch Daten auf internen Systemen an die Cloud gekoppelt und/oder dorthin verschoben werden. Wie zügig dies geschieht, nimmt starken Einfluss darauf, wie schnell ein Unternehmen seine neuen Prozesse, Dienste und Applikationen in der Cloud in den Praxisbetrieb nehmen kann.

Zugleich gilt es, auf dem Weg in die Cloud einige grundlegende Fragen zu klären, die allesamt den Prozess verlangsamen. Sind die Daten und Applikationen in dem neuen hybriden Konstrukt ausreichend gegen Ausfälle gewappnet und hochverfügbar ausgelegt? Besteht eine durchgängige Sicherung der Informationen, und lassen diese sich einfach wiederherstellen? Werden wichtige Compliance-Vorgaben beachtet? Alle diese Aspekte, die zugleich den gesamten Migrationsprozess in die Cloud verzögern, sollten vorab geklärt sein.

Steigende Gefahr

Wer diese Punkte ignoriert und sie erst im Nachgang klären möchte, riskiert leider, Daten zu verlieren und Ausfällen ausgeliefert zu sein. Die Gefahr steigt mit der Anzahl an Workloads, die auf unterschiedliche Cloud-Provider ausgelagert werden. Es ist für das Unternehmen dann schwerer nachzuvollziehen, wo welche Workloads abgespeichert sind. Im Ernstfall leidet der Ruf des Unternehmens, und die Beseitigung der Schäden wird viel teurer als eine mögliche Verzögerung bei der Cloud-Migration.

Ausfälle in der Cloud sind übrigens keine hypothetischen Konstrukte. In einer Umfrage von Veritas sagten 73 Prozent der 1.500 Befragten aus, dass sie bereits Ausfälle ihres Cloud-Service-Providers erlebten. Bei 43 Prozent der Betroffenen wirkten sich diese auf die Zufriedenheit ihrer Kunden aus.

Einen sauberen Start hinlegen

Am Anfang eines Migrationsprojekts steht die Frage, welche Daten überhaupt bewegt werden müssen. Wer eine Antwort finden will, muss natürlich zuerst wissen, welche Daten im Unternehmen gespeichert sind, wo diese liegen, wie sensibel sie sind und wer darauf zugreifen darf. Erst dann lassen sich klare Kriterien ableiten, anhand derer das Unternehmen entscheiden kann, welche Informationen in die Cloud migriert werden müssen.

Große Umgebungen sind allerdings stark fragmentiert, die Daten sehr verteilt. Um einen Überblick zu gewinnen, helfen eine Reihe von Tools wie Information Map. Sie zeigen Zusammenhänge zwischen Informationen und ihrem Speicherort in Echtzeit an und bauen entsprechende Datenlandkarten für eine schnelle Übersicht auf. Dieses Wissen ist essenziell, um informierte Entscheidungen über die Art und Weise der Migration zu treffen. Gleichzeitig liefert das Datenmapping wertvolle Erkenntnisse darüber, ob die Daten Compliance-konform verwaltet werden.

Plan B bei Down-Zeiten

Migrationsbedingte Systemausfälle ziehen eine Reihe an Problemen nach sich. Das Risiko eines Datenverlustes steigt, und der Geschäftsbetrieb kann zum Erliegen kommen. Die Folge sind finanzielle Einbußen und unzufriedene Kunden. Die Sicherheit sämtlicher Daten in einer hybriden IT-Umgebung zu gewährleisten, ist allerdings ein kompliziertes Unterfangen. Dies liegt an den verschiedenen Speicherorten, Plattformen und Anwendungen, die Unternehmen gleichzeitig im Blick haben müssen. Sollten bei der Migration IT-Systeme ausfallen, benötigen Organisationen eine Backup-Lösung. Diese sorgt für die Sicherung und Wiederherstellung von Daten unabhängig davon, ob sie in der Cloud, On-Premises oder in virtuellen Serverumgebungen gespeichert sind.

In hybriden Umgebungen ist es für Endanwender wichtig, bei der Wiederherstellung einheitliche Policies für alle Cloud-Umgebungen zu verwenden. Werden die Daten mit einer Snapshot-Lösung gesichert, darf sie nicht an die Infrastruktur eines spezifischen CSP gekoppelt sein, andernfalls ist sie für fragmentierte Cloud-Umgebungen nicht geeignet. Mit einer flexiblen Anwendung allerdings sind Kunden unabhängig bei der Wahl ihrer Provider und können von einem einheitlichen Wiederherstellungsprozess profitieren.

Zuständigkeiten beim Datenschutz festzurren

Bei der Migration in die Cloud kommt es häufig zu Missverständnissen, wer die Hauptverantwortung im Bereich Datensicherung übernimmt – das Unternehmen selbst oder der Cloud-Anbieter. Acht von zehn Unternehmen glauben fälschlicherweise, dass ihre CSPs sich um den Datenschutz kümmern. Das ist allerdings falsch. Denn in vielen Cloud-Verträgen steht, dass der Kunde seine Daten sichern muss und die Verantwortung letztlich bei ihm liegt.

Mit einem Klick in die Cloud migrieren

Wenn nun alle Fragen zu Datenmigration, Schutz und Zuständigkeiten geklärt sind, kann die Reise in die Cloud beginnen. Vollautomatische Migrationslösungen helfen Unternehmen dann, mit minimalem Aufwand den Transfer ihrer Daten in die Wolke zu starten. Flexible Software zur Cloud-Migration bietet Organisationen zwei Möglichkeiten: Sie können per Mausklick einerseits komplexe Workloads in die Cloud ihrer Wahl migrieren, aber andererseits auch wieder ins Rechenzentrum zurückverschieben, sollten sich die Geschäftsziele ändern.

Sascha Oehl, Director Technical Sales DACH bei Veritas.
Sascha Oehl, Director Technical Sales DACH bei Veritas.
(Bild: (c) www.MarcFippel.de)

Dabei sind Unternehmen gut beraten, Vorabtests durchzuführen. So ist sichergestellt, dass Workloads nach der Migration erfolgreich in der Cloud laufen. Testlösungen arbeiten mit Kopien von Daten, die zwar schon in die Cloud repliziert wurden, aber dort noch nicht live gegangen sind. Wenn ein Unternehmen diese Schritte bei seinen Cloud-Projekten befolgt, wird es seine Daten sicher und zuverlässig in die Cloud verschieben, ohne später böse Überraschungen zu erleben.

*Der Autor: Sascha Oehl, Director Technical Sales DACH bei Veritas

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