Cloudflare baut zusätzliche Ressourcen für den europäischen Markt auf

Anbieter für Next Generation Network kommt nach Deutschland

| Autor: Wilfried Platten

Cloudflare ist aktuell mit sieben Rechenzentren in der DACH-Region vertreten.
Cloudflare ist aktuell mit sieben Rechenzentren in der DACH-Region vertreten. (Bild: Cloudflare)

Der europäische Markt – und ganz besonders Deutschland – rückt für Cloudflare ins Zentrum des Interesses, um hier Services für das „Next Generation Network“ zu vermarkten. Die personellen und strukturellen Voraussetzungen wurden jetzt dafür geschaffen.

Cloudflare ist keine kleine Nummer, in Deutschland aber (noch) ziemlich unbekannt. Das soll sich ändern und deshalb wurde unter Leitung von Ex-Veritas Chef Stefan Henke direkt am pulsierenden Münchner Viktualienmarkt die zweite europäische Dependance (nach London) eröffnet. Klein, aber fein. Wobei sowohl 2-Meter-Mann Henke als auch das Unternehmen selbst schon ziemlich groß sind: Cloudflare gilt als wichtiger Anbieter von DDoS-Protection im Web und besitzt eine der größten CDN- und Caching-Proxy-Infrastrukturen. Das Unternehmen betreibt über 150 Datacenter, Ende des Jahres sollen es 200 sein, und rund 10 Millionen Domains. In der DACH-Region sind es sieben Rechenzentren: Frankfurt, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München, Zürich und Wien.

Stefan Henke ist jetzt DACH-Chef bei Cloudflare
Stefan Henke ist jetzt DACH-Chef bei Cloudflare (Bild: Veritas)

Den Begriff „Backend-Anbieter“ für das Betätigungsfeld von Cloudflare versucht Stefan Henke zu vermeiden: „Wir sind auch keine Hosting-Company, sondern ein Anbieter für Next Generation Network mit einem weltweiten, hochperformanten Anycast-Netzwerk.“ Neben der Geschwindigkeit (Performance) stehen Zuverlässigkeit (Reliabilty), Big Data (Analytics) und Sicherheit (Security) im Vordergrund, um SaaS-Anwendungen und Cloud Computing für Unternehmen schneller und effizienter, und interne Rechenzentren damit weitgehend überflüssig zu machen. Darüber hinaus sollen auch mobile Anwendungen vom Cloudflare-Netzwerk profitieren.

Breites Angebot

Konkret umfasst das Portfolio aktuell unter anderem CDN (Content Delivery Network), DNS (Domain Name Service), Video Streaming & Delivery sowie diverse Sicherheits-Lösungen wie DDoS-Protection, Web Application Firewall und SSL-Verschlüsselungsoptionen. In Sachen DNS steht Cloudflare übrigens im DoH-Lager (DNS over HTTPS), das von kleinen, klassischen DNS-Providern heftig angegriffen wird, weil sie die Konzentration zentraler Netzdienste in den Händen einiger weniger großen Browser-Firmen und Dienstleister befürchten. So landen DNS-Anfragen über den Mozilla-Browser mittlerweile bei Cloudflare. Bei der obligatorischen Frage nach den schärfsten Wettbewerbern tut sich Cloudflare-CTO John Graham-Cumming schwer: „Bei CDN-Services sind es Firmen wie Akamai, bei Public Cloud-Services AWS oder Google Cloud. Aus unserer Sicht ist es aber wichtig, die komplette Breite von Services anbieten zu können, von CDN und DNS bis Analytics und Security. Deshalb sind die Angebote nur schwer vergleichbar.“

Erste indirekte Schritte

Cloudflare kommt aus dem Direktgeschäft, hat aber schon erste Erfahrungen mit dem indirekten Vertriebskanal gemacht. Dies allerdings eher auf Herstellerebene, denn aktuell prominentester Partner ist IBM. So steckt im Rahmen einer Co-Marketing-Vereinbarung Cloudflare hinter einigen optionalen Security Services in der IBM Cloud. Immerhin gibt es schon ein Partnerprogramm, wahlweise als OEM-Partnerschaft, als Embedded Programm für Hoster, aber auch speziell für Managed Service Provider und Reseller. Änderungen an diesem weltweiten Programm sind nicht vorgesehen: „Aber wir haben den Freiraum, Regionen-spezifische Anpassungen vorzunehmen, wenn wir sie für sinnvoll erachten“, so Henke. Statt der ebenso redundanten wie leicht verständlichen „Silber, Gold, Platin“-Hierarchiestufen werden im Cloudflare-Programm die Bezeichnungen Edge, Edge Advanced und Edge Elite verwendet. Es beinhaltet in der höchsten Stufe Leistungen wie den Zugriff auf Partner Manager und Systemingenieure, Marketinggelder (MDF) oder NFR-Ressourcen. Nur dort werden dafür an die Partner dann auch Anforderungen wie technische Trainings, Umsatzvereinbarungen und ein Go-to-Market-Plan gestellt.

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