Datenschutz und Datensicherheit im geschützten Raum Warum die EU Sovereign Cloud höchste Sicherheits­standards erfüllt

Ein Gastbeitrag von Tobias Deml* 4 min Lesedauer

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Eine Sovereign Cloud bietet Unternehmen und Ein­richtungen des öffentlichen Sektors in Europa ein hohes Maß an Sicherheit: durch physisch getrennte Regionen, die vollständig in der Europäischen Union angesiedelt sind und dort auch betrieben werden. So können sie sich darauf verlassen, dass diese DSGVO-konform und den höchsten Compliance-Ansprüchen entsprechend verarbeitet werden.

Vor allem Kunden aus kritischen Sektoren, die mit sensiblen, stark regulierten oder strategisch wichtigen Daten und Anwendungen arbeiten, können in der Sovereign Cloud einen sicheren Ort finden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Vor allem Kunden aus kritischen Sektoren, die mit sensiblen, stark regulierten oder strategisch wichtigen Daten und Anwendungen arbeiten, können in der Sovereign Cloud einen sicheren Ort finden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Der Umstieg auf die Cloud bietet Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Sektors viele Vorteile. Sie sind damit in der Lage, ihre Agilität und Zukunftsfähigkeit zu erhöhen, die Digitalisierung voranzutreiben und die Kosten zu senken. Allerdings werfen Public-Cloud-Lösungen Fragen zum Thema Datensicherheit auf. In den USA haben die Behörden unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, auf die Daten in der Public Cloud zuzugreifen. Zudem besteht die Gefahr der Datenverlagerung ins Ausland, beispielsweise für Backup- und Recovery-Zwecke.

Cloud-Kunden fordern daher von ihren Cloud-Anbietern mehr Transparenz und Kontrolle darüber, wie und wo ihre Daten gespeichert, verarbeitet und verwaltet werden und wer darauf zugreifen darf. Gleichzeitig steigen die gesetzlichen Anforderungen an die sogenannte digitale Souveränität. EU-Rechtsvorschriften wie die DSGVO nehmen Unternehmen und Organisationen verstärkt in die Pflicht. Stark regulierte Branchen wie Finanzdienstleister, das Gesundheitswesen und der öffentliche Sektor sind zudem mit wachsenden Compliance-Vorgaben konfrontiert. Hinzu kommen die Gefahren eines Datenmissbrauchs durch Cyber-Attacken.

Zwischen Public und Private: Die souveräne Cloud

Für Unternehmen und Behörden mit hohen Datensicherheitsanforderungen bietet sich vor diesem Hintergrund die Nutzung einer sogenannten souveränen Cloud an. Dabei handelt es sich um eine sichere und einfach zu handhabende Cloud-Infrastruktur, die sich physisch innerhalb bestimmter nationaler Grenzen befindet. Die Daten können nur innerhalb dieser Grenzen gespeichert und verarbeitet werden. Bei Oracles EU Sovereign Cloud beispielsweise, die derzeit in Deutschland und Spanien gehostet wird, kommen sogenannte Realms zum Einsatz. Dabei handelt es sich um logische Sammlungen von Regionen, die voneinander isoliert sind und keine Daten austauschen. Das heißt: Der EU Sovereign Cloud Realm ist ausschließlich für EU-Daten konzipiert, befindet sich in der EU und wird von dort ansässigen Personen betrieben. Auch die Mitarbeiter, die für operative Aufgaben wie den Kundensupport oder den Betrieb des Rechenzentrums zuständig sind, müssen ihren Wohnsitz in der EU haben.

Durch die physische Bindung an ein Land besteht damit kein Risiko einer Datenverlagerung ins Ausland. Und es müssen EU-spezifische Richtlinien eingehalten werden – etwa Überwachungsvorschriften und Leitlinien, die den Datentransfer aus der EU einschränken wie das Schrems-II-Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Das Abkommen verpflichtet US-Unternehmen, das gleiche Datenschutzniveau zu garantieren, das in der EU gilt. Damit soll es personenbezogene Daten schützen, die aus der EU an Unternehmen in den USA übermittelt werden.

Ideal für geschäftskritische Anwendungen und KI

Ein konkretes Beispiel für kritische Geschäftsprozesse in der Cloud ist das Gesetz der Europäischen Organisation zur Arzneimittelüberprüfung (EMVO), das zu mehr Patientensicherheit beitragen soll. Die Pharmaindustrie in der EU – Zulassungsinhaber, Hersteller und Händler – ist demnach verpflichtet, das Cloud-basierte European Medicines Verification System (EMVS) zu implementieren, das eine End-to-End-Überprüfung von Medikamenten ermöglicht. Damit lässt sich das Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Lieferkette verhindern.

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) profitieren die Kunden von den Vorteilen einer souveränen Cloud. Die regulatorischen und Datenresidenzanforderungen haben viele Unternehmen bislang davon abgehalten, KI-Infrastrukturen in der Cloud zu nutzen, um Modelle für Generative AI zu entwickeln. Mit der EU Sovereign Cloud sind sie in der Lage, diese EU-Vorgaben bei der Nutzung ihrer KI-Infrastrukturen zu erfüllen.

An der User Experience und der Funktionalität für die Anwender ändert sich gegenüber der Public Cloud nichts. Die rechtlichen Einschränkungen und Anpassungen laufen vollständig im Hintergrund ab. Auch architektonisch sollte die souveräne Cloud keine großen Unterschiede zur Public Cloud aufweisen, um Adaptionen in beide Richtungen vornehmen zu können. Zudem ist die Nutzung einer souveränen Cloud nicht zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden. Große Cloud-Anbieter bieten Sovereign-Cloud-Konzepte, die in Preis und Leistungsfähigkeit eins zu eins mit der Public Cloud vergleichbar sind.

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Noch kein geschützter Begriff

Die EU Sovereign Cloud bietet ein hohes Maß an Sicherheit, Compliance und Datenschutz. Damit ermöglicht sie es Unternehmen quer durch alle Branchen sowie Einrichtungen des öffentlichen Sektors, die digitale Transformation effektiv und unter Wahrung aller Richtlinien voranzutreiben. Vor allem aber Kunden aus kritischen Sektoren, die mit sensiblen, stark regulierten oder strategisch wichtigen Daten und Anwendungen arbeiten, finden in der Sovereign Cloud einen sicheren Ort. Angesichts des steigenden Bewusstseins und der strengen Vorgaben in Sachen Datenschutz ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Cloud-Lösungen für die digitale Souveränität weltweit zunehmen wird.

Allerdings ist die souveräne Cloud kein geschützter Begriff. Es handelt sich nur um einen Standard für die Speicherung, Verwaltung und Verarbeitung von Daten. Das heißt, es gibt (noch) keine Zertifizierungen für die entsprechenden Lösungen. Welche Funktionen und Sicherheitsmaßnahmen im Einzelnen damit verbunden sind, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Anwenderunternehmen sollten daher genau prüfen, ob die am Markt verfügbaren Angebote ihren Anforderungen entsprechen.


* Der Autor Tobias Deml ist Head of Cloud Engineering bei Oracle Germany.

Bildquelle: Oracle Germany

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