Eine Wissenschaft für sich

Orchestrierung: Managed Cloud Provider dringend gesucht

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Ehe man sich versieht bewegt sich die IT-Abteilung in Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebungen.
Ehe man sich versieht bewegt sich die IT-Abteilung in Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebungen. (Bild: gemeinfrei, geralt/Pixabay / CC0)

Die Cloud kommt und nimmt der IT-Abteilung die ganze Arbeit ab, Rechenleistung wird dabei wie aus der Steckdose bezogen. So lautete jahrelang das Versprechen der Anbieter an die Anwender. Mittlerweile sind viele Unternehmen in gleich mehrere Clouds verstrickt – und müssen diese inklusive den Workloads und Anwendungen darin aufeinander abstimmen, neudeutsch: orchestrieren. Das ist alleine kaum zu stemmen.

„Technologiefirmen oder Startups haben es vorgemacht - nun folgen auch mittelständische Unternehmen und Konzerne und prägen die Entwicklung und Nutzung der Cloud. Diese wollen einerseits ihre IT-Infrastrukturen konsolidieren und modernisieren sowie andererseits Anschluss an die Innovationsgeschwindigkeit in der digitalen Welt finden“, berichtete unlängst Anna-Lena Schwalm von Crisp Research. „Die Etablierung einer leistungsstarken und vernetzten Plattform für den Digital Workplace und das Wissensmanagement, den Aufbau von IoT-Ökosystemen oder auch die Erschließung neuer digitaler Vertriebs- und Geschäftsmodelle treibt die Unternehmen in Richtung Cloud-Infrastrukturen.“

Interne Experten von wachsender Komplexität erschlagen

Bei der Strategieplanung wird auch die bestehende IT-Infrastruktur mit einbezogen, diese versucht man irgendwie zumindest teilweise in eine Private Cloud zu zwängen. Laut einer Untersuchung von Crisp kommt diese als Ergänzung für Public-Cloud-Umgebungen oder Lebensversicherung der bestehenden IT- und Anwendungslandschaft bei 38 Prozent der Unternehmen zum Einsatz. Ehe man sich versieht bewegt sich die IT-Abteilung in Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebungen. „Dafür braucht es jedoch Expertise und klare Strategien im Hinblick auf die Integration, Migration und Orchestrierung der Plattformen, wodurch der IT-Betrieb der Unternehmen vor neuen Aufgaben und Anforderungen steht, die es zu meistern gilt“, beobachtet Schwalm.

Aus Untersuchungen weiß sie, dass Unternehmen ihre eigenen IT-Teams gerne in die Cloud Operations einbinden würden, es mangele auch nicht an Schulungen dafür. Allerdings gebe es nicht viele Experten in den Unternehmensreihen, „die den Überblick bewahren und in der Lage sind, den Betrieb der Cloud vollständig sicherzustellen und gleichzeitig alle Potenziale voll auszuschöpfen.“

Trotzdem setzen fast 50 Prozent der Unternehmen auf die eigene IT-Mannschaft, wenn es um die maßgebliche Betriebsverantwortung geht. „Hier werden aktiv Trainings- und Weiterbildungsprogramme durchgeführt, sodass auch in den Unternehmen Managed Cloud Provider-Teams aufgebaut werden können, die über ein fundiertes Cloud-Skill-Set verfügen und somit den Betrieb der Multi Cloud Plattform gewährleisten können“, berichtet Crisp-Analyst Maximilian Hille.

„Doch auch die Nachfrage nach externen Dienstleistern nimmt in Zukunft zu. Dabei setzen 18 Prozent exklusiv auf einen Managed Cloud Provider, der die Verantwortung komplett tragen wird während 14 Prozent ein Hybrid-Modell favorisieren, bei welchem sich IT und Managed Service Provider die Verantwortung teilen“, berichtet Schwalm.

Doch das Zusammenspiel der IT- und Cloud-Architektur sowie die Allokation der Workloads auf die passende Infrastruktur-Umgebung wird mit steigender Vielfalt dieser Workloads immer komplexer. „Wollen die Unternehmen einen parallelen und bei Bedarf vernetzten Betrieb verschiedener Infrastrukturen sicherstellen, braucht es die richtigen personellen und technischen Ressourcen“, so Schwalm.

Managed Service Provider sind gefragt

Der Cloud-Knoten soll also von extern gelöst werden - Dienstleister sollen das Know-how und die geeigneten Technologien stellen. „Hier sind die Managed Service Provider meist mit einem hohen Zertifizierungsgrad im Vorteil“, erklärt Schwalm mit Blick auf die jüngste Crisp-Studie dazu. 47 Prozent der IT-Entscheider würden sich zu einem Engagement entschließen, weil „die Managed Service Provider hier einen Vorsprung gegenüber der eigenen IT-Abteilung haben“. Zudem bestehe die Chance, dass die eigenen Mitarbeiter als enge Partner der Cloud-Hyperscaler sämtliche Trainings- und Zertifizierungsprogramme durchlaufen können.

Ein Gütesiegel für Managed Service Provider ist nicht zuletzt die Zahl an Cloud-Infrastrukturen in seinem Portfolio. Aber auch ein eigenes Rechenzentrum oder das Spezialwissen und die Erfahrung in Sachen IT-Integration würden Provider attraktiv machen.

„Entscheider, die unmittelbar vor oder schon mitten in der Cloud-Transformations- und -Orchestration-Phase stehen, sollten bedenken, dass die Hinzunahme von Managed Cloud Providern eine gute, wenn nicht sogar notwendige Entscheidung ist und den Skill-Aufbau der eigenen Teams zusätzlich vorantreiben kann“, fasst die Analystin zusammen.

„Weiterhin sollte jenen Entscheidern, die sich bei der Planung der IT-Infrastruktur auf die Hinzunahme von Management und IT-Abteilung beschränken, bewusst sein, dass die Umsetzung und Verantwortung oft durch die Managed Cloud Provider getragen wird und diese auch eine Menge Erfahrung in der Planung dieser Architekturen haben. Daher sollte kein Unternehmen darauf verzichten, die externen Provider von Anfang zu berücksichtigen.“

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