Tipps & Tricks für Administratoren

Mit Amazon AWS Tools die Cloud besser steuern

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Mit Zusatzprogrammen und Befehlszeilen können Administratoren auf AWS zugreifen und dieses besser verwalten.
Mit Zusatzprogrammen und Befehlszeilen können Administratoren auf AWS zugreifen und dieses besser verwalten. (Bild: © schinsilord - Fotolia)

Amazon bietet neben der Möglichkeit, per Weboberfläche auf AWS zuzugreifen, auch verschiedene Tools an, mit denen Administratoren oder Entwickler effizienter die Amazon-Cloud verwalten können. Es lohnt sich einen Blick auf diese Werkzeuge zu werfen, da diese viele Arbeitsschritte vereinfachen können.

So bietet Amazon Tools für die Entwicklung von Cloud-Lösungen an. Auch verschiedene SDKs stehen auf der Amazon Tools-Seite zur Verfügung. Im Fokus der Tools stehen vor allem die Optimierung und Verteilung von Quellcode für Cloud-Lösungen. Für Administratoren sind dagegen die Befehlszeilen-Tools und die Erweiterung für die Microsoft PowerShell interessant. Administratoren in Windows-Netzwerken kennen die PowerShell in den meisten Fällen bereits aus den verschiedenen Serverprodukten von Microsoft.

Die Installation der PowerShell-Erweiterungen und anderer Werkzeuge erfolgt über die AWS-Tools.
Die Installation der PowerShell-Erweiterungen und anderer Werkzeuge erfolgt über die AWS-Tools. (Bild: AWS)

Zusätzlich bieten viele Softwarehersteller, auch Microsoft, zusätzliche Module, welche zum Beispiel die Verwaltung von Office 365 oder Microsoft Azure erleichtern. Aber auch Amazon bietet eine Erweiterung für die PowerShell an. Nach der Installation können Administratoren zum Beispiel die virtuellen Server in EC2 steuern und verwalten. Nach der Installation der AWS-Tools steht die PowerShell-Erweiterung von AWS als eigene Verknüpfung zur Verfügung.

Amazon stellt auch eine Hilfe für die verschiedenen CMDlets zur Verfügung. Auf dieser Webseite sind alle CMDlets und deren Syntax zu sehen sowie die ersten Schritte zur Einrichtung. Soll zum Beispiel ein virtueller Server in Amazon EC2 gestartet werden, ist das folgende CMDlet notwendig: Start-EC2Instances -InstanceId <ID>

Mit der PowerShell lassen sich aber auch komplexere Skripte erstellen. So können zum Beispiel bestimmte Dateien auf virtuellen Servern in EC2 durchsucht und ältere Dateien in S3 archiviert werden. Das Ganze lässt sich über ein PowerShell-Skript realisieren, das folgendermaßen aussieht:

foreach ($i in Get-ChildItem C:\Logs)

{

if ($i.CreationTime -lt ($(Get-Date).AddDays(-7)))

{

if ($i.Length -gt 0)

{

Write-S3Object -BucketName mylogbucket -Key Logs/$i -File $i.FullName

}

Remove-Item $i.FullName

}

}

Verwaltung in der Befehlszeile

Das Amazon Command Line Interface erlaubt die Verwaltung von AWS über die Befehlszeile.
Das Amazon Command Line Interface erlaubt die Verwaltung von AWS über die Befehlszeile. (Bild: AWS)

Neben der PowerShell bietet Amazon auch noch das AWS Command Line Interface (CLI) an. Dieses steht für Windows-Rechner als 32-Bit- und als 64-Bit-Version bereit. Die Installation erfolgt über eine MSI-Datei. Die Tools stehen aber auch für Linux und MacOS X zur Verfügung.

Die meisten Zusatztools zur Verwaltung von AWS werden über ein eigenes Installationsprogramm integriert.
Die meisten Zusatztools zur Verwaltung von AWS werden über ein eigenes Installationsprogramm integriert. (Bild: AWS)

Geht es gezielt um die Steuerung von EC2-Instanzen, können die Amazon EC2 API Tools helfen. In diesem Bereich gibt es noch weitere Tools, mit denen sich Amazon-Funktionen verwalten lassen. Um EC2 zu verwalten, steht zum Beispiel Amazon Windows EC2Config Service zur Verfügung. Das Tool benötigt das .Net Framework 3.5. Nach der Installation lassen sich Einstellungen für EC2-Instanzen vornehmen, die Aktivierung vornehmen, Images speichern und mehr.

Tools von Drittanbietern

Mit EC2 Service Properties lassen sich viele Einstellungen für Amazon ECs vorgeben und Images steuern.
Mit EC2 Service Properties lassen sich viele Einstellungen für Amazon ECs vorgeben und Images steuern. (Bild: AWS)

Neben Amazon bieten auch viele Drittanbieter kostenlose Tools an, um AWS zu verwalten. Packer ist ein Open-Source-Tool, mit dem sich Images für virtuelle Maschinen und Container erstellen lassen. Das Tool unterstützt aber nicht nur Amazon Web Services, sondern auch Docker und Google Compute Engine. Um EC2-Server zu steuern und den Start oder andere Funktionen zu automatisieren, kann FlyWheel helfen. Das Open-Source-Tool steht kostenlos in Github bereit. Mit dem Tool lassen sich EC2-Instanzen schneller und einfach starten oder beenden. Dadurch lassen sich deutlich Kosten sparen, da Administratoren schnell und einfach nicht mehr benötigte EC2-Instanzen beenden und jederzeit starten können.

Konvertierte virtuelle Server und Datensicherung

Wenn Unternehmen ihre virtuellen Server in AWS betreiben wollen, stellt sich oft die Frage nach der Konvertierung. Mit verschiedenen Tools lassen sich VMs von anderen Anbieter passend für AWS konvertieren. Bekannte Beispiele dafür sind Racemi und Rivermeadow. Die beiden Hersteller bieten Tools mit denen sich VMs anderer Hersteller zu AWS migrieren lassen.

Auch das Thema Datensicherung spielt in AWS eine wichtige Rolle. Um einzelne EC2-Instanzen und deren Daten zu sichern, benötigen Unternehmen Zusatzanwendungen, die in AWS nicht direkt integriert sind. Mit CloudBerry Backup lassen sich Daten aus Amazon S3, aber auch aus Microsoft Azure oder OpenStack sowie Google Cloud Storage sichern. Die gesicherten Daten werden mit 256 bit AES verschlüsselt. N2W Software bietet ebenfalls eine Lösung zur Sicherung von Daten in Amazon Web Services an. Dazu werden Snapshots verwendet, die auch in der Lage sind EC2-Instanzen zu sichern. Zusätzlich lassen sich mit der Lösung auch EBS und RDS in AWS sichern, also auch die Datenbanken, die im Cloud-Dienst zur Verfügung stehen. Die Sicherung lässt sich automatisieren und ist darüber hinaus auch in der Lage Anwendungen wie Microsoft SQL-Server, Oracle, MySQL oder MongoDB zu sichern. Außerdem lassen sich Disaster Recoverys kompletter EC2-Instanzen auch in anderen Regionen durchführen. Eine weitere Lösung zur Sicherung von AWS-Daten bietet Cloudaware an. Löschen Administratoren oder Entwickler versehentlich Daten oder Instanzen, lassen sich diese über dieses Tool wiederherstellen. Die Sicherungslösung von Cloudaware kann Daten aus EBS, SimpleDB, DynamoDB und Redshift genauso wiederherstellen, wie aus RDS und S3.

Kostenkalkulation für AWS

Amazon unterstützt mit Online-Tools bei der Berechnung der Kosten.
Amazon unterstützt mit Online-Tools bei der Berechnung der Kosten. (Bild: AWS)

Das Preismodell von Amazon Web Services ist nicht gerade einfach zu durchschauen. Generell werden die Daten und Ressourcen abgerechnet, die vom Unternehmen verwendet werden. Um einen Überblick über die Kosten zu behalten und die monatlichen Kosten besser zu planen, stellt Amazon den Simple Monthly Calculator zur Verfügung. Ein weiteres wichtiges Werkzeug in diesem Bereich ist der AWS Total Cost of Ownership (TCO) Calculator, der ebenfalls bei der Kostenplanung von AWS-Konten nützlich ist.

AWS als Laufwerk in Windows oder Linux einbinden

Administratoren oder Entwickler, die häufig Daten in Amazon Web Services übertragen müssen, benötigen Tools, mit denen das schnell und einfach möglich ist. Mit kommerziellen Tools besteht die Möglichkeit Datenbereiche in AWS in Windows als Laufwerke einzubinden. Die bekanntesten Tools in diesem Bereich sind TntDrive und CloudBerry Drive. Für Linux-Rechner stehen in diesem Bereich auch Open-Source-Lösungen zur Verfügung zum Beispiel Yet Another S3-backed File System (yas3fs).

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