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Statement von Ralf Sürken, CEO Europe bei Syntax Systems Kommentar zur Europäischen Cloud-Initiative der Bundesregierung

Redakteur: Florian Karlstetter

Spätestens in Zeiten von CLOUD Act, DSGVO & Co. ist es angebracht, sich Gedanken darüber zu machen, wem man seine Daten - oft das Herz oder Rückgrat eines Unternehmens - anvertraut. Vertrauen, untermauert mit dem gesunden Menschenverstand und den übrigen notwendigen Regularien in Sachen Compliance sollten eigentlich ausreichen.

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Digitale Souveränität und die richtige Cloud-Strategie.
Digitale Souveränität und die richtige Cloud-Strategie.
(Bild: © jarma - stock.adobe.com)

Die Bundesregierung will den Aufbau deutscher und europäischer Cloud-Plattformen forcieren. Dazu äußert sich Ralf Sürken, CEO Europe des IT-Dienstleisters Syntax:

Ralf Sürken, CEO Europe bei Syntax
Ralf Sürken, CEO Europe bei Syntax
(Bild: Syntax Systems)

„Es ist begrüßenswert, dass die Bundesregierung das fehlende Angebot von europäischen Cloud-Plattformen erkannt hat und etwas dagegen unternehmen möchte. Ich bin überzeugt davon, dass ein großer europäischer oder deutscher Public-Cloud-Anbieter auch in den USA Kredit genießen würde – aufgrund der anerkannt hohen Datenschutzrichtlinien in der EU. Außerdem belebt Konkurrenz das Geschäft.

Wir bei Syntax sind allerdings davon überzeugt, dass unsere eigenen und auch die Daten und Anwendungen unserer Kunden bei Partnern wie AWS und Microsoft gut und sicher aufgehoben sind. Insofern besteht kein Grund zum Aktionismus. Sie können mir glauben, dass wir als IT-Unternehmen nicht mit dem jahrzehntelang erworbenen Vertrauen unserer Kunden spielen und leichtfertig Empfehlungen für bestimmte IT-Betriebsmodelle geben, nur weil sie vordergründig gut aussehen. Nein, wir überprüfen sehr genau und immer wieder, was Hyperscaler wie AWS und Microsoft Azure hinsichtlich Verfügbarkeit, Datensicherheit und Datenschutz leisten – und das ist derzeit absolut Weltspitze. Auch Sorgen rund um den Cloud Act halte ich für unbegründet. Die Erfahrung zeigt, dass die Plattform-Anbieter auch in den USA bereit sind, für die Belange ihrer europäischen Kunden zu kämpfen.

Bei aller Euphorie kommt diese Initiative allerdings reichlich spät. Amazon hat AWS bereits 2006 gegründet und seither Milliarden investiert – unter anderem übrigens auch in drei Rechenzentren in Frankfurt. Es bräuchte schon einen gewaltigen Kraftakt, um diesen Vorsprung aufzuholen. Man darf hier nicht vergessen, dass es sich ja sowohl bei AWS als auch bei Azure um viel mehr handelt als um die reine Bereitstellung einer Public-Cloud-Plattform. Beide sind sehr engagiert im Umfeld IoT, Artificial Intelligence oder Machine Learning. Nicht nur aus diesem Grund vertrauen auch Konzerne wie VW (AWS) oder BMW (Azure) diesen Anbietern mit ihren Plattformen.“

Beispiel „SAP in der Public Cloud“

Wie es mit der Public Cloud weitergeht? Die Studie „SAP-Betrieb in der Public Cloud – Vorteile, Hemmnisse und Empfehlungen“ analysiert die aktuelle Situation, sie definiert Herausforderungen und gibt Empfehlungen, wie sich Unternehmen dem Thema am besten nähern. Sie kann kostenlos (aber erst nach Angabe der üblichen Daten auf der Syntax Website) heruntergeladen werden.

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