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Studie zum Status quo IDC: Nie war mehr Cloud in Deutschland als heute

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen haben auch hierzulande längst bewiesen, dass die Cloud und digitalisierte Prozesse ein stabiles Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg darstellen. Eine neue Studie von IDC dazu fördert bemerkenswerte Einsichten zutage.

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IDC hat im Juni 2020 in Deutschland IT- und Fachentscheider aus 200 Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt, um detaillierte Einblicke in puncto Cloud zu erhalten.
IDC hat im Juni 2020 in Deutschland IT- und Fachentscheider aus 200 Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt, um detaillierte Einblicke in puncto Cloud zu erhalten.
(Bild: gemeinfrei© ArtTower / Pixabay )

IDC hat im Juni 2020 in Deutschland IT- und Fachentscheider aus 200 Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt, um detaillierte Einblicke in die aktuellen Umsetzungspläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in puncto Cloud zu erhalten. Alle befragten Unternehmen haben sich umfassend mit Cloud Services und Cloud-Technologie beschäftigt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 46 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland befinden sich in einer fortgeschrittenen Phase ihrer Cloud-Umsetzung;
  • 27 Prozent bestätigen hybride Clouds in produktiven Szenarien;
  • 87 Prozent der Befragten nutzen multiple Cloud-Ressourcen, ein übergreifendes Management aller Clouds ist dabei nur teilweise sichtbar.

Keine Transparenz, Flexibilität und Agilität ohne die Cloud

Covid-19 hat Entscheidern, Fachanwendern und den IT-Abteilungen deutlich gezeigt, wie essentiell wichtig eine hohe Agilität in Business und IT ist, um auf unerwartete Ereignisse entsprechend reagieren zu können. Die Cloud ist damit zum zentralen Baustein der Widerstandsfähigkeit von Unternehmen geworden, so IDC.

Die von IDC befragten Unternehmen haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrungen mit der Cloud in ihren facettenreichen Ausprägungen gesammelt. Der Erfolg und die Akzeptanz der Cloud hängen in hohem Maße davon ab, wie gut Business-Initiativen unterstützt werden:

  • 35 Prozent der Befragten erwarten von der Cloud eine höhere Skalierbarkeit der Infrastruktur,
  • 33 Prozent die schnellere Bereitstellung von Lösungen und
  • 32 Prozent versprechen sich eine verbesserte IT-Sicherheit.

Das Thema Security ist damit offenbar endlich keine wirkliche Hürde mehr, die es zu nehmen gilt. Der IT-Betrieb wird mit einer modernen Infrastruktur und automatisierten Prozessen, wie sie die Cloud bietet, sicherer und weniger störanfällig. Diesen Business-Mehrwert haben Unternehmen offensichtlich erkannt und lernen ihn gerade in schwierigen Zeiten wie während der aktuellen Pandemie zu schätzen, so die Autoren des Reports.

Fast die Hälfte der Unternehmen hat umfassende Cloud-Erfahrungen gemacht

Die Cloud in ihren verschiedenen Evolutionsstufen ist seit rund 15 Jahren verfügbar. Lösungen, Technologien und Betriebsmodelle entwickeln sich nach wie vor mit hoher Dynamik. Die Nutzung der Bezugsmodelle von IT und der Technologie selbst hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker ausdifferenziert. Dieser Trend werde sich ganz ohne Frage in den kommenden Jahren weiter fortsetzen.

Matthias Zacher, Senior Consulting Manager und Projektleiter
Matthias Zacher, Senior Consulting Manager und Projektleiter
(Bild: IDC)

Aktuell befinden sich laut dem Report hierzulande 46 Prozent der Unternehmen in einer fortgeschrittenen Phase der Cloud-Nutzung, d. h., sie nutzen die Cloud umfassend über mehrere Workloads auf Basis einer modernisierten Architektur, übertragbarer Lösungsansätze und umfassender Policies sowie unter Hinzuziehung eines entwickelten Provider-Managements. „Die Cloud existiert nicht neben der IT, sondern sie einwickelt sich immer stärker zum integralen Bestandteil der IT-Landschaft“, so Matthias Zacher, Senior Consulting Manager und Projektleiter.

Hybrid und Multi Clouds gehört die Zukunft

Die Hybrid Cloud hat in den vergangenen 24 Monaten rasch Einzug in Unternehmen in Deutschland gefunden. Sie bietet eine optimale Umgebung, um regulatorische Anforderungen mit der Private Cloud zu erfüllen und ermöglicht es gleichzeitig, von der Flexibilität und Skalierbarkeit der Public Cloud zu profitieren. Diese nicht von der Hand zu weisenden Vorteile haben bereits mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen überzeugt und machen die Hybrid Cloud zu einem festen, produktiven Bestandteil vieler IT-Umgebungen und sind zudem ein integraler Bestandteil vieler Multi-Cloud-Strategien.

IDC beobachtet, dass die Entwicklung unaufhaltsam in Richtung multiple Clouds geht. Immer mehr Unternehmen nutzen unterschiedliche Cloud-Typen bzw. die Services verschiedener Cloud-Anbieter. 87 Prozent der Befragten geben an, Multi-Cloud-Umgebungen zu betreiben oder deren Betrieb zu planen. Es steht damit außer Frage, dass sich die Multi Cloud zum dominierenden Modell entwickeln wird und jedes Unternehmen gut beraten ist, sich das entsprechende Know-how über ein Multi-Cloud-Management aufzubauen.

Edge Computing stärkt dezentrale Computing-Ansätze

Zahlreiche Anwendungsszenarien wie etwa intelligente Videoanalysen in der Fertigung und industrielle Device-Kommunikation haben ein Bedürfnis nach dezentraler IT-Power geweckt, das mit Edge Computing adressiert wird. Edge Computing macht Rechenleistung wieder dezentral und bringt die Datenverarbeitung zurück an den Ort der Datenerfassung. Bereits ein Fünftel der befragten Unternehmen nutzt Edge produktiv.

Die Gründe dafür sind hauptsächlich technologischer Natur: unvermeidbare Einbußen bei den Transaktionszeiten von Daten über lange Distanzen werden so verhindert. Zudem können höhere Standards für Datensicherheit gewährleistet werden – zum Beispiel regulatorische Vorgaben, Daten im eigenen Netzwerk verarbeiten zu müssen.

Luft nach oben: Daten sind noch unzureichend integriert

Das Thema Datenmanagement – nicht nur am Edge – sollte jedes Unternehmen weit oben auf der Prioritätenliste haben, denn interne und externe Daten sind fraglos das Fundament datengetriebener Geschäftsmodelle, so IDC. Allerdings sehen die Analysten auch, dass die Integration aller Daten in den meisten Organisationen eine Dauerbaustelle ist. Fehlende Konsistenz der Daten, nicht realisierte Auswertungsmöglichkeiten, aber auch unrationelle und dadurch teure Speichernutzung sowie ineffiziente Datenverarbeitungsströme sind das Resultat. Datenplattformen und Data Clouds böten hier einen sinnvollen Lösungsansatz, seien aber in den Organisationen noch deutlich unterrepräsentiert.

Colocation und Hosting erhöhen die Flexibilität der Cloud-Nutzung

Colocation-Ressourcen und Hosting Services können klare Mehrwerte liefern. Dabei beschränken sich Colocation-Ressourcen nicht mehr auf die Core-Komponenten Space, Power und Netzwerk, sondern wurden um Plattformen für den Betrieb hybrider Infrastrukturen und die Nutzung von Multi Cloud erweitert, so der Report. Damit treffen sie offenbar auf einen hohen Bedarf vieler Unternehmen: 59 Prozent der Befragten nutzen oder planen Colocation-Ressourcen.

Hosting Services stellen in einem Cloud-Bezugsmodell eine außerordentliche Zahl unterschiedlicher Services bereit. Die Spanne reicht von reiner Infrastruktur wie Bare Metal Server und Storage über orchestrierte Umgebungen, Netzwerk-Hosting und Lösungskomponenten wie Back-up Solutions, Datenbanken und Data Cluster bis hin zu Web-Angeboten und vollständigen Infrastrukturanwendungen. Die Grenzen zu Public-Cloud-Angeboten sind dabei häufig fließend. 67 Prozent der Befragten nutzen aktuell Hosting Services oder planen deren Nutzung.

Fazit von IDC: Cloud ist unschlagbar

Die Cloud in ihren unterschiedlichen Facetten hat sich laut den Studienautoren vor allem durchgesetzt, weil sie die Fragen nach Compliance, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit, Agilität und Kundenzufriedenheit beantwortet. Die Cloud steht für fast alle Workloads zur Verfügung und unterstützt Business und IT in nahezu allen Bereichen.

Unternehmen profitieren mit der Cloud sowohl in der Prozessoptimierung als auch bei Innovation, das unterstreichen die Ergebnisse der aktuellen Studie eindeutig. Die aktuelle Anforderung bestehe für Unternehmen darin, aus der kontinuierlich wachsenden Zahl der Angebote und der rasanten technologischen Entwicklung die passenden Lösungen für den jeweiligen Workload auszuwählen. Dabei seien Offenheit und Integrationsfähigkeit die Hauptanforderung, um dem Businessanwender Ressourcen und Funktionalitäten aus internen und externen Quellen nahtlos zur Verfügung stellen zu können.

Auch wenn derzeit in vielen Unternehmen angesichts der andauernden Covid-19-Situation die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs im Vordergrund steht, wird die langfristige Modernisierung der Informationstechnologie und Workloads bzw. Teilen von Workloads immer an Komponenten in der Cloud gekoppelt sein. Auch die Anbieterlandschaft trägt diesem Wandel immer besser Rechnung. Dabei reiche es allerdings nicht mehr aus, nackte Cloud-Technologie und Cloud Services anzubieten.

IDC zeigt sich davon überzeugt, dass in der IT der nächsten Generation Funktionen immer stärker in Business-Plattformen abgebildet werden. Das muss das gemeinsame Ziel von Anbietern und Anwendern sein. Gemessen an der aktuellen Befragung ist der deutsche Markt nach Einschätzungen von IDC gut aufgestellt für die Herausforderungen, die da kommen.

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist